Trumps Wahlsieg: Eine klare Botschaft

Oliver Bäte, der Vorstandvorsitzende der Allianz SE, zu dem Ergebnis der Wahlen in den USA
 

"Dieser Wahlausgang bestätigt, wie groß der Anteil der Amerikaner ist, der sich enttäuscht vom Establishment abgewendet hat. Die Riesenherausforderung für Trump besteht nun darin, die auseinanderstrebenden gesellschaftlichen Strömungen wieder zusammenzuführen. Wir werden ein längere Phase der Unsicherheit erleben, bis sich das Regierungsprogramm Trumps kristallisiert. Ich rechne mit einer eher expansiven, stimulierenden Fiskalpolitik, aber auch mit der Neigung zu einer protektionistischen Handelspolitik mit weitreichend negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Der Präsident wird wohl TTIP einstellen. Doch steht zu hoffen, dass irgendwann ein neuer Anlauf zur stärkeren Marktintegration zwischen der EU und den USA erfolgt. Trumps dringendste Aufgabe ist es, den amerikanischen Traum vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten wieder zu beleben. Helfen würden dabei die Modernisierung der Infrastruktur, Verringerung des klaffenden Wohlstandsgefälles plus Maßnahmen des sozialen Ausgleichs und deutlich gerechtere Bildungschancen für alle Amerikaner. Dann könnte es ihm auch gelingen, die Gräben, die dieser beispiellos laute und rohe Wahlkampf aufgeworfen hat, wieder zuzuschütten. Und es wäre der richtige Ansatz, um die Enttäuschten und Zurückgelassenen in die gesellschaftliche Mitte zurückzuholen und mit ihrem Land und seinen tragenden Ideen zu versöhnen. Außenpolitisch ist Trump noch ein unbeschriebenes Blatt. Das schafft zusätzliche Unsicherheit."


Weitere Stimmen:

„Die Situation stellt sich ähnlich dar wie nach der Abstimmung zum Brexit. Die Kapitalmärkte sind nervös und erste Reaktionen auf den unerwarteten Wahlausgang in den USA waren heftig. Aber die Marktausschläge schwächen sich bereits jetzt ab, nach dem die erste Überraschung überwunden ist.  Langfristige Konsequenzen werden davon abhängen, wie gut das Weiße Haus künftig mit den beiden Kammern des Kongresses zusammen arbeiten wird. Die Allianz ist für die Zukunft gut gerüstet. Wir sehen keine Notwendigkeit, unmittelbare Veränderungen in der Anlagestrategie vorzunehmen – weder für uns noch für unsere Kunden."

 

- ANDREAS GRUBER, Allianz Group Chief Investment Officer

 

 

"Nach dem anfänglichen Schock wird man sich auf den Märkten erst einmal ansehen, ob Trump seine protektionistische und nationalistische Rhetorik mäßigt, mit wem er wichtige Posten besetzt und wie er mit dem Kongress auskommt. Wesentliche Teile von Trumps Wahlprogramm unterscheiden sich deutlich von traditionellen republikanischen Positionen: Große Teile der Partei sind nach wie vor für Freihandel, einen ausgeglichenen Haushalt und (gut gemanagte) Immigration. Mit Blick auf die nächsten Wahlen 2018 können es sich die republikanischen Abgeordneten zwar nicht erlauben, „ihren“ Präsidenten vollständig auszubremsen. Aber sie werden ihm auch nicht einen Blankoscheck fürs Schleifen republikanischer Grundüberzeugungen ausstellen. Angesichts dieser mangelnden gestalterischen Möglichkeiten wird sich Trump zumindest anfänglich darauf fokussieren, die Politik seines Vorgängers abzuwickeln. Er wird viele von Obamas Dekreten (executive orders) aufheben – und damit die regulatorische Unsicherheit erhöhen.“

 

- MICHAEL HEISE, Allianz Chefvolkswirt

Oliver Bäte, Vorsitzender des Vorstands der Allianz
Oliver Bäte, Vorsitzender des Vorstands der Allianz

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