Von globalen Konflikten und dem Sultanat von Delhi

Im Rahmen von zwei Antrittsvorlesungen wurden Shlomo Ben-Ami und Sunil Kumar als neue Allianz Gastprofessoren für das Sommersemester 2015 willkommen geheißen. In ihren Ausführungen über die Eindämmung globaler Konflikte und die Entstehung des Sultanats von Delhi gaben sie Einblicke in ihre Forschungstätigkeit und berichteten von persönlichen Erfahrungen.

 

Shlomo Ben-Ami hält im Sommersemester 2015 an der Ludwig-Maximilian Universität (LMU) München eine Reihe von Seminaren in Jüdischer Geschichte und Kultur. Als ehemaliger Außenminister Israels (2000-2001) war er einer der zentralen Verhandlungsführer bei Camp-David-II im Rahmen des Nahost-Friedensprozesses. In seiner Antrittsvorlesung an der LMU „Containing Conflict: A Comparative Perspective“ diskutierte er die großen weltpolitischen Konflikte seit dem Zweiten Weltkrieg. Dabei kommt Ben-Ami zu dem Schluss, dass diese lediglich mit einem multilateralen Ansatz zu lösen seien, welcher die ethnischen, religiösen und politischen Gegebenheiten der Länder berücksichtige. Neben den USA könnten im Rahmen seines Verständnisses von „zusammenhängender Diplomatie“ auch die Vereinten Nationen, die EU und Russland einen wichtigen Beitrag leisten. Abschließend bezeichnete Ben-Ami die gesamte Region im Nahen Osten als einen „Krisenherd“, er sehe jedoch die historische Möglichkeit eines voranschreitenden Friedensprozesses, wenn man mit Multilateralismus gepaart mit Führungsstärke in Zukunft an diese Konflikte herantrete.

Shlomo Ben-Ami ist ein ehemaliger israelischer Diplomat, Politiker und Historiker. Von 2000-2001 war er der 15. Außenminister seines Landes, heute ist er Vizepräsident des Toledo International Centre for Peace.
Shlomo Ben-Ami ist ein ehemaliger israelischer Diplomat, Politiker und Historiker. Von 2000-2001 war er der 15. Außenminister seines Landes, heute ist er Vizepräsident des Toledo International Centre for Peace.

Außerdem wurde Prof. Dr. Sunil Kumar von der Universität Delhi als Gastprofessor für Islamische Studien im Sommersemester 2015 begrüßt. Kumar, der indischer Staatsbürger ist, beschäftigte sich bereits in seiner Doktorarbeit mit dem Aufstieg des Sultanats von Delhi im 13. Jahrhundert. Seine Forschung konzentriert sich auf die Sultanate und Stadtentwicklung im mittelalterlichen Südostasien und Indien, mittelalterliche indische Geschichte, mittelalterliche Welt, Religionsgeschichte (vor allem den Islam) und Archäologie. Seine Arbeit befasst sich hauptsächlich mit Fragen zur Entstehung der muslimischen Gemeinschaft, ihrer Beziehung zum Staat, dem Aufkommen pietistischer Kulturen, politischer Kulturen und ihrer ideologischer und institutioneller Erscheinungsformen. Für seine Antrittsvorlesung als Gastprofessor hatte er das Thema “Politics, folklore and the making of sultanate Delhi, 1200 -1300” gewählt. In seinen Ausführungen stellte er dar, wie dem Sultan mittelalterliche Bewässerungsbecken als Orte der Legitimation dienten, dass diese Orte jedoch auch von der islamischen Mystik vereinnahmt wurden, um ihren weit verbreiteten Anspruch auf Heiligkeit zu unterstreichen – eine Heiligkeit, die dann in die Stadt Delhi verlagert wurde.

Die Allianz Gastprofessur für Islamische und Jüdische Studien an der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde 2003 eingerichtet; der erste Gastprofessor kam schon im selben Jahr. Ziel dieser Stiftungsprofessur ist die Förderung des Dialogs zwischen den Kulturen und eine Stärkung des Verständnisses für die islamische und jüdische Kultur.

Sunil Kumar ist ein indischer Historiker und Professor an der Universität von Delhi. Er ist der erste Allianz-Gastprofessor, der sich mit dem indischen Islam auseinandersetzt.
Sunil Kumar ist ein indischer Historiker und Professor an der Universität von Delhi. Er ist der erste Allianz-Gastprofessor, der sich mit dem indischen Islam auseinandersetzt.

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:


 

Nicolai Tewes
Allianz SE
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