„Brexit“ – Großbritannien verlässt die EU

Die Wahl ist entschieden, das Vereinigte Königreich verlässt die EU, der „Brexit“ ist Realität. Allianz Chefinvestor Andreas Gruber und Allianz Chefvolkswirt Michael Heise über die Konsequenzen des Austritts auf die globalen Märkte und die Finanzwirtschaft.

 

Andreas Gruber, Chefinvestor der Allianz

Großbritannien verlässt die EU. Was passiert jetzt auf den Weltmärkten?
 
Mittel- und langfristig gehen wir von bilateralen Vereinbarungen zwischen Großbritannien und der EU aus, die eine Weiterführung der bisherigen erfolgreichen Zusammenarbeit sicherstellen werden. Die meisten negativen Szenarien wurden von den Märkten bereits eingepreist. Allerdings führt die Entscheidung auch zu einer kurzfristigen Verunsicherung, weshalb Investoren höhere Risikoaufschläge und somit niedrigere Kurse erwarten. Wir gehen davon aus, dass die Irritationen am Markt nur kurzfristig auftreten.
 
Welche Auswirkungen hat das auf die Anlagestrategie der Allianz?
 
Die Allianz Investment Management Strategien basieren auf den Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden, wobei Chancen und Risiken sorgfältig abgewogen werden. Deshalb sind unsere Portfolien von kurzfristiger Volatilität am Markt nicht maßgeblich betroffen.
 
Was bedeutet das für die Versicherungskunden der Allianz?
 
Wir verfolgen einen langfristigen Investmentansatz und erwarten keine negativen Folgen für die Anlagebestände der Allianz. Unsere Kunden profitieren von einem breit gestreuten Investmentportfolio sowie von der globalen Anlageexpertise, die nachweislich zu attraktiven Erträgen und hoher Widerstandskraft führen - was auch unsere soliden Reserven und die gute Solvabilität widerspiegeln. Wir optimieren unsere Portfolios kontinuierlich, beispielsweise indem wir in erneuerbare Energien, Infrastruktur und Private Debt investieren.

Andreas Gruber, Chefinvestor der Allianz
Andreas Gruber, Chefinvestor der Allianz

Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz

„Die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, ist eine demokratische Entscheidung, die respektiert werden muss. Gleichzeitig ist die Entscheidung aber auch ein große Herausforderung für das Vereinigte Königreich und die ganze EU mit erheblichem wirtschaftlichem Risiko. Politiker und Investoren müssen nun Besonnenheit und Weitsicht zeigen. Reflexartige Reaktionen sollten unbedingt vermieden werden. Die EU sollte ihre Projekte weiterführen, wie zum Beispiel die Vollendung des gemeinsamen Binnenmarktes.
 
Die EU zu verlassen, geht nicht über Nacht. Vor uns liegt ein Prozess, bei dem noch viele Fragen offen sind. Das gilt sowohl für die nächsten Schritte als auch für die zukünftige Gestaltung der Beziehung zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU. Die politische und wirtschaftliche Unsicherheit wird daher sicher in der nächsten Zeit anhalten. Dies wird die Volatilität an den Finanzmärkten hochhalten und die Wirtschaftserwartungen eintrüben.
 
Wenn die Politik auf britischer und europäischer Seite jetzt konstruktiv zusammenarbeitet, kann viel dafür getan werden, die Beeinträchtigungen des Handels und der Kapitalströme so gering wie möglich zu halten. Auch wenn sich das Projekt Europa künftig ohne das Vereinigte Königreich weiterentwickelt, bleibt Großbritannien ein Hauptverbündeter der EU mit engen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen.
 
Obwohl die negativen Folgen der Abstimmung in der britischen Wirtschaft wahrscheinlich auch noch in den nächsten Jahren sichtbar sein werden, gibt es für die europäische Wirtschaft insgesamt jetzt keinen Grund für Pessimismus. Die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone ist inzwischen robust genug, auch dies zu überstehen.“

Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz
Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:

 

Disclaimer

Mehr Informationen

Kontakt für Presse

Mani Pillai
Allianz Insurance Plc. UK
Tel. +44 0 207 220 1405
E-Mail senden

Christian Kroos
Allianz SE
Tel. +49.89.3800-5043

E-Mail senden

Mehr auf allianz.com

14.12.2018

Feuer, Explosionen und Produktmängel bescheren deutschen Unternehmen die größten Schäden

mehr dazu

13.12.2018

Handel 2019: Krieg oder Frieden?

mehr dazu

12.12.2018

AREF II mit Sonnenenergie aus Frankreich und Italien nun komplett

mehr dazu