Warum zur Europawahl?

Warum sollten wir am kommenden Sonntag (25. Mai) zur Europawahl gehen? Wir haben Investmentexperten bei der Allianz gefragt und herausgefunden, dass es aus Perspektive des Kapitalmarkts ganz praktische Gründe für ein eindeutiges „JA“ zur Wahl gibt.

 

Warum ist es so wichtig, dass die EU-Bürger am Sonntag zur Wahl gehen? Welchen Einfluss haben die Entscheidungen des Europäischen Parlaments eigentlich auf die Zukunft Europas?

 

Mauro Vittorangeli: Nach der Finanzkrise 2008 musste die Europäische Union (EU) einen gemeinsamen politischen Ansatz für die Bewältigung der größten Krise nach dem 2. Weltkrieg entwickeln. Es gab einige Anlaufschwierigkeiten. Doch dann haben aus Sicht der Kapitalmärkte vor allen drei Aktionen die EU gestärkt: der Europäische Stabilitätspakt, das klare Bekenntnis der Europäischen Zentralbank zum Euro und der politische Wille für eine Bankenunion. Aus wirtschaftlicher Perspektive ist die EU heute bereits eine Einheit und dank ihrer integrierten Märkte und Finanzsysteme die größte Wirtschaftsregion weltweit. Eine hohe Wahlbeteiligung wäre die beste Bestätigung, dass die EU diesen Weg fortsetzen kann und kein politischer Stillstand droht. Weitere Reformen und eine größere Bedeutung des EU Parlaments könnten künftig dazu beitragen, die Bürger Europas für eine stärkere Beteiligung zu gewinnen.

 

Welchen Impuls erwarten Sie von den EU-Wahlen vor allem was die aktuellen Reformen angeht? Wir sprechen hier vor allem davon, die Staatsschulden weiter zu reduzieren.

 

Mauro Vittorangeli: Für den Schuldenabbau und die finanzielle Stabilisierung ist Konsens entscheidend. Eine aktivere Rolle des EU Parlaments würde bei dieser schwierigen Aufgabe helfen. Zum ersten Mal wird das Parlament nun den Präsidenten der Kommission direkt wählen. Das ist ein vielversprechender Schritt. Damit stärken wir die europäischen Autoritäten gegenüber den nationalen. Ebenso würde eine Einbeziehung des EU Parlaments in die Genehmigung der einzelnen Staatshaushalte für mehr politischen Zusammenhalt sorgen.

Mauro Vittorangeli, CIO Fixed Income Conviction Strategies Europe bei Allianz Global Investors. Mauro stammt aus Italien, Er arbeitet in Paris.
Mauro Vittorangeli, CIO Fixed Income Conviction Strategies Europe bei Allianz Global Investors. Mauro stammt aus Italien, Er arbeitet in Paris.

Europa steht im Wettbewerb mit Regionen auf der ganzen Welt, die über deutlich mehr Rohstoffe verfügen und die dazu noch eine deutlich freundlichere demografische Entwicklung zeigen. Wie kann Europa hier konkurrenzfähig bleiben?

 

Isabel Reuss: Ich bin optimistisch: Viele Unternehmen aus ganz Europa haben ihr Geschäft erfolgreich internationalisieren können, weil sie Wettbewerbsvorteile haben. Vor allem die Qualität der Produkte und Dienstleistungen machen den Unterschied. Das müssen wir weiter nutzen und sogar ausbauen. Innovation und Know-how sind entscheidend, damit Europa diese Position verteidigen kann. Und wir dürfen den Wert und den Reichtum der vielseitigen Kultur nicht unterschätzen, den die Europäer über die Jahrzehnte geformt haben.

 

Beide Interviewpartner leben die europäische Idee und arbeiten fern ihrer Geburtsstätte in einem anderen Land Europas: 

Isabel Reuss, Senior Portfolio Manager European Equity SRI bei Allianz Global Investors. Isabel ist deutsch-mexikanischen Ursprungs. Sie ist mit einem Italiener verheiratet und Mutter zweier Kinder. Sie arbeitet in Frankfurt.
Isabel Reuss, Senior Portfolio Manager European Equity SRI bei Allianz Global Investors. Isabel ist deutsch-mexikanischen Ursprungs. Sie ist mit einem Italiener verheiratet und Mutter zweier Kinder. Sie arbeitet in Frankfurt.

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:

 

Nicolai Tewes
Allianz SE
Tel. +49.89.3800-4511
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