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Kunst wird digitalisiert, sie wird gefälscht und auf einem undurchsichtigen Markt verkauft. In einem Interview erklärt Eric Wolzenburg, der Leiter der Kunstversicherung der Allianz Deutschland, wie sich Kunst trotzdem versichern lässt:

 

Allianz SE
München, 28.07.2016

Allianz-Eric Wolzenburg, Leiter Kunstversicherung der Allianz Deutschland.

Eric Wolzenburg, Leiter Kunstversicherung der Allianz Deutschland.

1. Kunst wird immer wieder gefälscht. Ein bekanntes Beispiel ist der Fall Beltracchi. Gibt es Künstler, deren Werke Sie ungern versichern, weil zu viele Fälschungen auf dem Markt sind?

Nicht wirklich, die Fälschungsthematik ist ja nicht neu. Wir sehen eher eine andere Entwicklung. Aufgrund der Preisentwicklung auf dem Kunstmarkt werden Werke aus allen Epochen und über alle Stilrichtungen hinweg gefälscht. Objekte für 5.000 Euro sind dabei ebenso betroffen wie Kunstwerke im sechs- oder siebenstelligen Bereich. Die Manipulation der Provenienz, also der Herkunft und Geschichte des entsprechenden Kunstwerkes ist ebenso wichtig, wie die des Kunstobjektes. Das ist meistens aufwendiger, als die Reproduktion des Objektes an sich.

„Vorsicht, wenn Nebelschwaden in der Provenienz auftauchen“

Für uns ist daher nicht nur wichtig, um welchen Künstler es sich handelt, sondern woher das Kunstwerk stammt und wie vollständig die Provenienz des Werkes ist. Wenn uns jemand erzählt, er habe in einer gerade erworbenen alten Villa in einem Tresor im Keller angeblich ein wertvolles Objekt gefunden, werden wir natürlich hellhörig.

„Unser Anliegen ist Kunst zu erhalten“

Für unsere Kunden sind konservatorische Aspekte sehr wichtig. Auf diesem Gebiet können wir ihnen fachkundige Beratung bieten. Ein Beispiel dafür ist die bestmögliche Aufbewahrung von Kunstgegenständen, sodass ihr Material möglichst lange im Urzustand erhalten bleibt. Ein Aquarell oder eine Graphik zum Beispiel sollte keiner starken Lichtquelle ausgesetzt sein.

Ein weiterer Service der Allianz ist die Beratung zu Fragen der Restaurierung. Ist der Rahmen noch stabil? Gibt es Schäden durch Frost, Nässe oder einen Stoß auf die Leinwand. Diese Fragen klären wir stets gerne mit unseren Kunden. Uns geht es darum, Kunst zu erhalten. Egal, ob ein Schaden schon eingetreten ist oder eintreten könnte, leisten wir mit unseren Experten Hilfestellung.

2. Auch in den Kunstbereich hat die Digitalisierung Einzug gehalten. Versichern Sie auch digitale Kunst?

Ja, natürlich. Digitale Kunst ist eine junge Disziplin, doch der Markt wächst schnell. Digitale Kunst stellt in vielen Punkten völlig neue Herausforderungen an die Versicherungsbranche. Sie unterscheidet sich mit ihren technischen Möglichkeiten grundsätzlich von dem, was wir von alten Meistern, also von Leinwand-basierter Kunst gewöhnt sind.

„Eine Restaurierung sicherstellen bedeutet die Versicherbarkeit erhalten“

Es ist schwer vorauszusehen, in welche Richtungen sich die digitale Kunst noch entwickeln wird. Nehmen wir als Beispiel Oldtimer. Heutige Oldtimer haben mechanische Schäden, ein neues Modell, wie z.B. der BMWi3, hat hingegen eine Unmenge digitaler Technik an Bord, die versagen kann. Wenn eine Restaurierung nicht möglich ist, könnte es schwierig werden, ein solches Objekt zu versichern. Sei es ein Oldtimer oder ein Kunstobjekt.

3. Welche Kunstevents würden Sie uns empfehlen?

Es gibt einige Blockbuster-Veranstaltungen. Die TEFAF (The European Fine Art Fair) in Maastricht im März, die „Art Basel“ im Juni und natürlich die „Highlights Internationale Kunstmesse München“ im Oktober. Mein erster Weg führt mich immer zu unseren Kunden und Partnern. Wir pflegen hier nicht nur Kontakte, sondern bekommen aus erster Hand Rückmeldung zu Angebot, Nachfrage und Trends.

Eine besondere Ausstellung dieses Jahr ist dem Werk von Hieronymus Bosch gewidmet und findet in seiner Heimatstadt 's-Hertogenbosch im Het Noordbrabants Museum statt. Diese Ausstellung würde mich persönlich sehr stark interessieren, da wir auch einige Exponate dort versichert haben.

  Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:


 

  Pressekontakt

Corinna Hartmann
Allianz Deutschland
Tel.: +49.89.3800-2470
E-Mail senden

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