Eine Skulptur, tausend Scherben und eine Million Dollar Schaden

Ein Hausmeister in der Düsseldorfer Kunstakademie wischte 1986 einen großen Fettfleck bestehend aus fünf Kilogramm Butter auf. Damit zerstörte er die Skulptur „Fettecke“ von Joseph Beuys und machte sie gleichzeitig zu einem der bekanntesten Werke des Künstlers. Im Vorfeld der 44. Art Basel, der wichtigsten Messe für zeitgenössische Kunst, erklärt Eric Wolzenburg, Leiter Kunstversicherung der Allianz Deutschland, in fünf Beispielen, bei welchen Kunstschäden die Allianz helfen konnte.

 

1. Vandalismus:

Einer Bronzeskulptur in einem öffentlichen Raum in Remscheid hat ein „Schmutzfink“ einen zusätzlichen Farbanstrich verpasst. Dabei war die Bronze so feinporig, dass sie die Farbe wie ein Schwamm aufgesogen hat. Der Kunde glaubte nicht, dass das zu restaurieren sei. Weit gefehlt: Die Allianz hat einen Restaurator gefunden, der den Lack rückstandsfrei beseitigen konnte, so dass die Skulptur wieder patiniert werden konnte – mit Brief und Siegel der Künstlerin.
 

2. Transportschäden:

Kunst soll gezeigt werden. Doch Ausstellungen bedeuten immer auch Stress für ein Objekt. Es treten vor allem beim Transport Erschütterungen beim Kunstwerk auf, die manchmal einfach zu viel sind. Einer der spektakulärsten Allianz-Fälle war, als ein Tragegestell seinen Dienst aufgab – und das bei einer außerordentlich großen und schweren Skulptur. Das Kunstwerk fiel 30 cm tief zu Boden und brach mehrfach. Ergebnis: ein Totalschaden im Wert von einer Million Dollar.
 

3. Schäden durch Besucher:

Museen haben ein ausgefeiltes Sicherheitskonzept wie z.B. Absperrungen und elektronische Abstandsmelder. Spektakuläre Fälle wie das Säureattentat 1988 auf einige Werke Albrecht Dürers in der Alten Pinakothek München sind also eher die Ausnahme. Im privaten Ambiente dagegen sind Unfälle eine der Hauptursachen für Schäden. So zeigte ein Kunde seine wertvolle Fotografie bei seiner Kunstparty – und entdeckte am Ende des Events Weinspritzer drauf.
 

4. Feuchtigkeit:

Ein schweres Hochwasser ist wohl die absolute Horrorvision für jeden Kunstliebhaber. 1966 wurde sie in der Florentiner Kirche Santa Croce leider wahr. Das Holzkreuz von Cimabue, einem Vor-Vorreiter der Renaissance, hatte 700 Jahre überlebt – und stand nun teils unter Wasser. Blitzschnell mussten Pigmentschichten und die verschiedenen Holzschichten darunter bearbeitet werden, um das Kreuz zu retten. Positiv ist: Dieses Hochwasser hat die Restaurierungstechnologie nach vorn gebracht. Denn an diesem Kruzifix wurde zum ersten Mal professionell der Einsatz der Lasertechnologie verwendet, um die gesamte Malschicht vom Holzkreuz abzutragen, diese und das Holz separat zu restaurieren und am Ende wieder zusammenzuführen.
 

5. Schimmel:

Ein Kunde zeigte dem Sachverständigen stolz ein Pferdegeschirr aus dem 19. Jahrhundert samt Sattel in der Vitrine. Bei genauerem Hinsehen entdeckten die beiden allerdings eine dichte Schimmelschicht. Der Kunst-Experte hat einen Lederrestaurator gefunden und konnte alles hundertprozentig in Ordnung bringen.
 

Eine Skulptur von einem Pärchen, beschmiert mit Farbe (Berlin). (Bildquelle: 360b / shutterstock.com)
Eine Skulptur von einem Pärchen, beschmiert mit Farbe (Berlin). (Bildquelle: 360b / shutterstock.com)

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:


 

Corinna Hartmann
Allianz Deutschland
Tel.: +49.89.3800-2470
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