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Brasilien: Stabilität zahlt sich aus – kräftiges Wachstum, aber auch große Herausforderungen voraus

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Verhältnismäßig begrenzte Auswirkungen einer Krise von der Dimension der jüngsten globalen Wirtschafts- und Finanzkrise – wohl kaum jemand hätte Brasilien noch vor zehn Jahren ein solches Szenario zugetraut. Die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas stand in vorangegangenen Krisenzeiten, ob bedingt durch einen externen Schock oder durch hausgemachte Probleme, nicht nur einmal kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Maßgeblich verantwortlich für die gestiegene Krisenresistenz Brasiliens ist die stabilitätsorientierte Wirtschaftspolitik des vergangenen Jahrzehnts. Das Fundament dafür legte Fernando Henrique Cardoso, zunächst in seiner Zeit als Finanzminister (1992 bis 1994) und später als Staatspräsident (1994 bis 2002).


, 21.06.2010

Natürlich hat auch Brasilien die Auswirkungen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise zu spüren bekommen. Im vierten Quartal 2008 verzeichnete das reale BIP saisonbereinigt einen Rückgang um 3,3% gegenüber dem Vorquartal. Und im ersten Quartal 2009 ging die Wirtschaftsleistung noch einmal um 1,5% zurück. Dank des stabilen makroökonomischen Rahmens und der damit verbundenen hohen Glaubwürdigkeit der Wirtschaftspolitik konnte diese jedoch rasch antizyklisch auf die Krise reagieren. Die wirtschaftspolitischen Stimuli zeigten Wirkung. Bereits im zweiten Quartal 2009 konnte Brasilien die Rezession beenden, die Wirtschaft wuchs um 1,5% gegenüber dem Vorquartal. Seitdem hat sich die konjunkturelle Dynamik kontinuierlich weiter beschleunigt. Im ersten Quartal 2010 belief sich der BIP-Anstieg auf 2,7%. Das ist das stärkste Plus in einem einzelnen Quartal seit sechs Jahren. Wachstumstreiber waren einmal mehr der private Verbrauch und die Investitionen. Letztere legten um 7,4% gegenüber dem Vorquartal zu.

Nach einem schwungvollen ersten Halbjahr gehen wir für den weiteren Verlauf dieses Jahres von einer etwas nachlassenden Konjunkturdynamik aus – die Wirtschaftspolitik wirkt zunehmend dämpfend. Insgesamt dürfte die brasilianische Wirtschaft 2010 real um 6,5% wachsen, nach einem leichten Rückgang um 0,2% im Jahr 2009. Für das kommende Jahr erwarten wir dann einen Anstieg um 5,5%. Damit würde die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas auf absehbare Zeit stärker wachsen als die Region insgesamt, für die wir ein Wachstum von 4,6% beziehungsweise 4,4% in diesem und im nächsten Jahr prognostizieren.