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Asien und die Krise: Herausforderungen und Chancen

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Asien wurde von der Finanz- und Wirtschaftskrise besonders hart getroffen, da hier boomende Exporte in den vergangenen Jahren die Wirtschaftentwicklung maßgeblich bestimmt haben. Zwischen 2004 und 2008 wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Region um durchschnittlich 8% pro Jahr, was Asien zur mit Abstand dynamischsten Region der Welt gemacht hat. Die hohe Exportabhängigkeit führte in der Finanz- und Wirtschaftskrise zu einem Konjunktureinbruch wie zuletzt in der Asienkrise 1997/1998. Für 2009 prognostizieren die Ökonomen der Allianz ein für die Region sehr geringes Wirtschaftswachstum von 2,7%.


, 03.06.2009

Eine lang anhaltende Krise wird Asien aber mit hoher Wahrscheinlichkeit erspart bleiben. Neben den wieder besseren weltweiten Konjunkturaussichten liegen die Gründe hierfür in einem relativ widerstandsfähigen Bankensystem, hohen Devisenreserven, einer geringen Auslandsverschuldung sowie in den substanziellen Leistungsbilanzüberschüssen der letzten Jahre.

Auffällig an der aktuellen Lage ist das starke Konjunkturgefälle zwischen den einzelnen Ländern. Staaten mit einem großen und robusten Binnenmarkt erleben in diesem Jahr zwar ebenfalls eine deutliche Wachstumsverlangsamung, ein Schrumpfen der Wirtschaft bleibt ihnen aber anders als den kleineren und stärker exportabhängigen Ländern erspart. Mit der Stabilisierung des Welthandels in der zweiten Jahreshälfte 2009 geht die Allianz von einer wirtschaftlichen Belebung in der gesamten Region aus. Für 2010 prognostizieren die Ökonomen mit 5,6% ein mehr als doppelt so hohes Wirtschaftswachstum als in diesem Jahr.

Wegen der massiv schrumpfenden amerikanischen Importe und der hohen Bedeutung der USA als Absatzmarkt steht das asiatische Wachstumsmodell vor gravierenden Veränderungen. Die asiatischen Länder können nicht mehr so viel exportieren und ihre Handelsbilanzüberschüsse gehen zurück. Um zukünftig auch weiterhin kräftig wachsen zu können, werden die asiatischen Schwellenländer mittelfristig die Binnennachfrage stärken müssen. Denn es ist nicht damit zu rechen, dass die USA auf absehbare Zeit die alte Importdynamik wieder erreichen.