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Konjunkturprognose 2018

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Die Konjunktur in Deutschland hat in der ersten Jahreshälfte 2017 spürbar an Dynamik gewonnen. Auf Jahresrate gerechnet ergab sich im ersten Halbjahr 2017 ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,7%. Das ist das stärkste Wirtschaftswachstum seit dem ersten Halbjahr 2011. „Es ist davon auszugehen, dass sich die kräftige wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland auch im zweiten Halbjahr dieses Jahres fortsetzt, wenn auch die Wachstumsraten des BIP voraussichtlich wieder etwas moderater ausfallen als im ersten Halbjahr“, sagte Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz SE.

Allianz SE
München, 07.09.2017

Der Exportmotor, der zeitweise stotterte, läuft 2017 wieder rund. Bei der realen Ausfuhr erwarten die Volkswirte der Allianz 2017 einen Zuwachs um 4%. Deutschland dürfte seinen Welthandelsanteil in etwa halten. Ähnliches dürfte für das Jahr 2018 gelten, in dem mit einem Wachstum des realen Exports um knapp 4% zu rechnen ist.

 

Das deutsche Wirtschaftswachstum wird seit 2008 weitgehend vom privaten und öffentlichen Konsum getragen. Von den Investitionen ging bisher nahezu kein Wachstumsbeitrag aus. In diesem Jahr sind die Aussichten aber günstig, dass sowohl von den Bau- als auch den Ausrüstungsinvestitionen deutliche Wachstumsimpulse kommen. Die steigende Kapazitätsauslastung, die gute Liquiditätslage der Unternehmen und die günstigen Finanzierungskonditionen sollten den Ausrüstungsinvestitionen endlich Schwung verleihen.

 

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt wächst 2017 preisbereinigt voraussichtlich um 2,0% (arbeitstäglich bereinigt sogar um 2,2%) und damit noch etwas stärker als in den letzten drei Jahren mit Wachstumsraten von 1,7% bis 1,9%. „Mit Blick auf 2018 dürfte sich die Konjunkturdynamik weitgehend unvermindert fortsetzen. Der reale private Konsum dürfte zwar wegen eines etwas geringeren Realeinkommensanstiegs etwas weniger stark steigen als 2017. Im Jahresdurchschnitt 2018 rechnen wir aber mit einer doppelt so hohen Zuwachsrate der realen Ausrüstungsinvestitionen. Wir schätzen das Wachstum des realen BIP 2018 auf 2.0%“, so Heise.

 

Der Preisauftrieb in Deutschland ist nach wie vor verhalten. Trotz guter Konjunktur und niedriger Arbeitslosigkeit zeichnet sich nach wie vor keine nachhaltige Beschleunigung in der Teuerungsrate ab. Der Phillips-Kurvenzusammenhang, der die negative Korrelation von Arbeitslosenquote und Inflationsrate umschreibt, hat derzeit für Deutschland keine nennenswerte Relevanz.

 

Der hohe Leistungsbilanzüberschuss Deutschlands ist Folge eines Finanzierungsüberschusses der Ersparnisse über die inländischen Nettoinvestitionen. Dabei fällt der hohe Finanzierungsüberschuss der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften besonders ins Gewicht. Während in den neunziger Jahren hohe Finanzierungsdefizite der Unternehmen die Regel waren, traten seit 2009 hohe und steigende Finanzierungsüberschüsse der Unternehmen auf. Offensichtlich investieren die Unternehmen im Inland zu wenig. Wahrscheinlich haben die vielen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten dazu beigetragen. Die moderate konjunkturelle Aufwärtsbewegung der letzten Jahre dürfte allerdings auch einen nur geringen Ausbau der Kapazitäten erforderlich gemacht haben.