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Konjunkturprognose 2011

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Die Allianz rechnet in Deutschland nach dem starken Wirtschaftswachstum im Jahr 2010 mit einer Verlangsamung des Aufschwungs im Jahr 2011. Für 2010 prognostiziert die Allianz ein Wachstum von 3,3 Prozent, für das Jahr 2011 nur noch von 2,0 Prozent. „Deutschland ist derzeit wirtschaftlich sehr stark. Die Bäume werden aber auch hierzulande nicht in den Himmel wachsen. Weltweit muss in den nächsten Jahren gespart werden. Das gilt auch für Deutschland mit Blick auf die Staatsfinanzen. Ein Konjunkturboom mit anhaltend hohem Wachstum ist nicht in Sicht“, sagte Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz.


, 05.10.2010

Die weltweite konjunkturelle Entwicklung der letzten Quartale war kein selbsttragender Aufschwung, sondern wurde maßgeblich durch die staatlichen Konjunkturprogramme gestützt, die nun nach und nach auslaufen. Zusätzlich belasten Konsolidierungszwänge bei den öffentlichen und privaten Haushalten. Trotz der weiterhin hohen Wachstumsdynamik in den Schwellenländern steht die Weltwirtschaft wegen dieser Belastungsfaktoren vor einer länger andauernden Phase mit global niedrigerem Wirtschaftswachstum als vor der Krise.

Die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen lassen erwarten, dass sich das Wachstum des Welthandels ab dem zweiten Halbjahr 2010 verlangsamt. Die deutsche Ausfuhr, die im ersten Halbjahr 2010 mit einer Jahresrate von über 20% gewachsen ist, wird im zweiten Halbjahr nur noch moderate Zuwächse erzielen können. Auf der anderen Seite hat der Aufschwung in Deutschland 2010 deutlich an Breite gewonnen. Mittlerweile weisen alle größeren Wirtschaftsbereiche mit Ausnahme der Landwirtschaft Zuwächse bei der Wertschöpfung auf. Dies hat sich bereits sehr positiv am Arbeitsmarkt ausgewirkt. Seit gut einem Jahr sinkt die Arbeitslosenzahl und seit Anfang 2010 nimmt auch wieder die Zahl der Erwerbstätigen zu. „Ab Oktober rechnen wir mit einer Arbeitslosenzahl unter 3 Millionen bis zum Jahresende. Auch im Jahresdurchschnitt 2011 dürfte die Arbeitslosigkeit unter 3 Millionen bleiben, im Herbst 2011 könnte die Zahl der Arbeitslosen auf 2,7 Millionen sinken“, sagte Heise.

Die verbesserte Situation am Arbeitsmarkt trägt entscheidend dazu bei, dass die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte 2010 um voraussichtlich 2,3 Prozent und 2011 um 2,7 Prozent zunehmen, nachdem sie 2009 noch um 1,0 Prozent sanken. Wegen des nur geringen Preisauftriebs steigen damit die Realeinkommen 2010 um rund 1 Prozent und 2011 um mehr als 1 Prozent. Zusammen mit einer erwarteten tendenziellen Zunahme der Konsumneigung wegen niedriger Zinsen und zunehmenden Verbrauchervertrauens führt dies voraussichtlich zu einer Zunahme des realen privaten Konsums von 1,3 Prozent im Jahr 2011. Dies wäre die beste Entwicklung seit 2006.

Die Ökonomen der Allianz gehen davon aus, dass das Ziel der Bundesregierung, die Neuverschuldung bis zum Jahr 2013 wieder unter 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu verringern, bereits 2011 erreicht wird. Heise: „Bei konsequenter Haushaltsdisziplin ist auch bei einem moderaten Wirtschaftswachstum möglich, bereits ab 2015 Überschüsse im deutschen Staatshaushalt zu erzielen.“