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Familienunternehmen – Hoffnungsträger einer soliden Wirtschaftsentwicklung

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Die deutschen Familienunternehmen erwirtschaften mehr als die Hälfe des hiesigen Bruttoinlandsprodukts und beschäftigen 70 % aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer. Viele dieser Unternehmen sind Gewinner des Globalisierungsprozesses und haben sich zu unerkannten Weltmarktführern („Hidden Champions“) gemausert. Begünstigt werden Familienunternehmen dabei durch den Trend zur Mass Customization. Offenkundig verfügen sie auch über die Möglichkeit, Strukturen hervorzubringen, die gerade im Hinblick auf das rasante Tempo, mit dem sich das heutige wirtschaftliche Umfeld verändert, besondere Vorteile bieten. Äußerst krisenanfällig sind Familienunternehmen bei der Übergabe an die nächste Generation.


, 05.12.2008

Hierzulande sind etwa 1.200 mittelständische Familienunternehmen Weltmarktführer in ihrem Bereich. Typisch für diese „Hidden Champions“ sind eine klare Zielorientierung und eine langfristige Planung. Basis für ihre Wachstumsstrategie bilden innovative Produkte von hervorragender Qualität bei gleichzeitig starker Kundenorientierung.

Begünstigt werden Familienunternehmen durch den Trend zur Mass Customization, also die Individualisierung von Gütern und Leistungen für eine große Zahl von Abnehmern. Dabei verlagert sich die Wertschöpfung mehr und mehr auf intelligente Dienstleistungen. Auch die sich anbahnende Organisation von Wertschöpfungsprozessen in einer Art „Projektwirtschaft“ bietet vielen mittelgroßen Familienunternehmen aufgrund ihrer Flexibilität günstige Perspektiven. Dabei kommt ihnen auch ihre gewachsene, oft regionale Vernetzung zugute. 

Der Erfolg von Familienunternehmen lässt sich dadurch erklären, dass bei ihnen durch das Zusammenfallen von Eigentum und Kontrolle Zielkonflikte und Kontrollkosten in weit geringerem Maße entstehen als bei Publikumsgesellschaften. Ein weiterer Erfolgsfaktor liegt in der langfristig ausgerichteten Strategie. Dabei hat das Unternehmen in der Regel Vorrang vor den Eigentümerinteressen.

Bei der Übergabe an die nächste Generation sind Familienunternehmen allerdings äußerst krisenanfällig. Um die damit verbundenen Risiken zu senken, ist eine sorgfältige Planung frühzeitig in Angriff zu nehmen. Grundsätzlich kommen folgende Formen der Nachfolgeregelung in Frage: die familieninterne Nachfolge, das Fremdmanagement, der Verkauf an eigene oder fremde Manager, ein Börsengang sowie der Verkauf an andere Unternehmen (strategischer Verkauf) oder Finanzinvestoren.

Der oftmals hohe Kapitalbedarf bei der Übergabe eines Unternehmens, aber auch andere vielfältige Herausforderungen, mit denen sich Familienunternehmen inzwischen konfrontiert sehen, wecken deren Interesse an alternativen Finanzierungsformen. Dabei ist das Thema „Beteiligungskapital“ (Private Equity) mittlerweile nicht mehr tabu.

Eine Analyse des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, welche die Standortbedingungen für Familienunternehmen näher untersucht hat, lässt den Schluss zu, dass diese hierzulande nicht unter Idealbedingungen arbeiten. In der Gesamtbetrachtung erreicht Deutschland nur Rang 12 von insgesamt 18 Ländern. Hier ist die Wirtschaftspolitik zur Förderung dieser Unternehmen gefordert.