Economic ResearchPublikationenResearch PapersBankenmärkteZinsen - eine fundamentale Erklärung und Prognose

Zinsen - eine fundamentale Erklärung und Prognose

Service & Kontakte

Dr. Lorenz Weimann

Allianz SE
Tel. +49.69.24431-3737
Fax +49.69.24431-6791

E-Mail senden

Wir informieren Sie zeitnah über News und Termine der Allianz Gruppe.

Abonnieren

Folgen Sie uns auf Twitter.

Mehr

  • Kontakt

  • Newsletter

  • Social Media

Die Tiefstände, die die Renditen von amerikanischen und europäischen Staatsanleihen Ende 2008/Anfang 2009 verzeichneten, sind Vergangenheit auch wenn sich die Rentenmärkte zuletzt etwas erholt haben. 10jährige US-Staatsanleihen rentieren derzeit um über 100 Basispunkte, deutsche um 40 Basispunkte höher als Ende 2008. Im Einklang mit der realen Ökonomie steht das auf den ersten Blick nicht. Immerhin erlitten die meisten größeren Industrieländer im ersten Quartal 2009 den stärksten Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Produktion seit dem Zweiten Weltkrieg und es ist im zweiten Quartal 2009 trotz zunehmender konjunktureller Lichtblicke von einem Aufholen der eingetretenen Produktionsverluste allenfalls in Ansätzen auszugehen. Weshalb also dieser markante Renditeanstieg? Mehrere Thesen dazu sind in der Diskussion.


, 03.07.2009

Die durch die expansive Finanzpolitik stark steigende Staatsverschuldung wird durch die Emission von Staatsanleihen finanziert. Ein Überangebot an Staatsanleihen führt zu dem Zinsauftrieb.

Das Fluten der Banken mit Liquidität und die keynesianische Finanzpolitik werden über kurz oder lang zu mehr Inflation führen. Die Märkte antizipieren dies und fordern eine höhere Inflationskomponente im Zins.

Die steigenden Zinsen drücken lediglich eine Rückkehr zur Normalität aus. Die Finanzmarktkrise hatte zu einer übertriebenen Nachfrage nach Staatsanleihen geführt, mit dem Schwinden der Risikoaversion sinkt die Nachfrage nach Staatspapieren. Die Renditen nähern sich wieder ihrem normalen Niveau.

Durch den Anstieg der Langfristzinsen bei weiterhin sehr niedrigen Kurzfristzinsen versteilert sich die Zinsstrukturkurve. Eine steile Zinskurve ist ein guter Frühindikator für die Konjunktur, da sie häufig einem kräftigen Konjunkturaufschwung vorausging. Steigende Langfristzinsen sind Ausdruck sich aufhellender Ertragserwartungen von Investoren. Sofern die Kurzfristzinsen niedrig bleiben, eröffnen diese gute Refinanzierungsbedingungen.