EWU

PMIs signalisieren Konjunkturbeschleunigung

Die heutigen Umfrageergebnisse belegen, dass die EWU-Konjunktur  im Schlussquartal 2016 noch einmal einen Gang hochgeschaltet hat. Vieles spricht außerdem dafür, dass das Wachstumstempo auch in den ersten Monaten 2017 nicht nur beibehalten wird, sondern sich sogar noch weiter beschleunigen könnte.

Der zusammengefasste Einkaufsmanagerindex für den Industrie- und Dienstleistungsbereich im Euroraum ist im November noch einmal leicht angestiegen um 0,8 Punkte und erreichte mit 54,1 den höchsten Stand seit Dezember letzten Jahres. Die Verbesserung kam unter anderem aus Frankreich, während sich der deutsche Index leicht verschlechterte. In den anderen von der Umfrage erfassten EWU-Ländern erholten sich die Stimmungsbarometer etwas deutlicher und notierten dank kräftigem Zuwachs beim Auftragseingang und starkem Jobaufbau auf dem höchsten Stand seit Januar.

In Deutschland verzeichnete der Sammelindex einen leichten Rückgang von 55,1 auf 54,9 Punkte. Das hohe Niveau – im November konnte der bisherige Jahresdurchschnitt von 54,2 Punkten noch einmal leicht übertroffen werden – spricht für kräftiges Wachstum im Schlussquartal 2016. Während das Stimmungsbarometer für den Dienstleistungssektor die rasante Erholung der letzten Monate fortsetzte und 55 Punkte erreichte, ist der Index für den Industriesektor leicht gefallen um 0,6 Punkte auf 54,4. Die heutigen Umfrageergebnisse stützen unsere Prognose von knapp 2% deutschem Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr. Die robusten Auftragseingänge, die anhaltend starke Auslandsnachfrage und das kräftige Beschäftigungswachstum sprechen zudem auch für einen guten Start der deutschen Wirtschaft ins Jahr 2017. Die Umfrage lieferte auch Hinweise auf einen sich beschleunigenden Preisauftrieb.

Der französische Einkaufsmanagerindex für den Industrie- und Dienstleistungsbereich hat im November leicht zugelegt von 51,6 auf 52,3 Punkte. Der Anstieg war bedingt durch eine verbesserte Lageeinschätzung im Dienstleistungssektor, wo der Index zum fünften Mal in Folge im expansiven Bereich liegt und auf 52,6 Punkte kletterte. Demgegenüber fiel der PMI für die Industrie deutlich von 52,5 auf 50,9 Punkte. Die Zuwachsrate bei den Auftragseingängen war im November so kräftig wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Für das laufende Jahr erwarten wir ein Wirtschaftswachstum von 1,2%.

Die EWU-Konjunktur hat sich im Jahr 2016 ziemlich widerstandsfähig gezeigt. Unbeeindruckt von Brexit-Votum, wiederaufflammenden Sorgen über den Bankensektor in einigen Euro-Mitgliedsstaaten und einer schwächelnden Exportnachfrage hat das Euroraum-BIP wahrscheinlich um rund 1,6% zugelegt. Von einem Boom kann zwar keine Rede sein, aber Anlass für Trübsal gibt es auch keinen, zumal wir damit rechnen, dass das Wachstumstempo auch im kommenden Jahr beibehalten wird. Die heutigen Umfrageergebnisse versprechen angesichts der erfreulichen Entwicklung des Neugeschäfts und der Beschäftigung einen guten Jahresstart 2017 für die EWU-Konjunktur.

Die positiven Impulse ausgehend von temporären konjunkturstützenden Faktoren – insbesondere dem niedrigen Ölpreis und der Mini-Inflation – dürften im Verlauf von 2017 zwar immer weiter abnehmen, aber die EWU-Konjunktur kann mittlerweile gut auf eigenen Füßen stehen. Konjunkturmotor bleibt die Binnennachfrage. Der kräftige private Konsum profitiert von der allmählich sinkenden Arbeitslosigkeit, die schon bald erstmals seit gut sechs Jahren wieder unter die 10%-Marke fallen dürfte. Die Investitionen dürften nochmals um knapp 3% zulegen, damit liegen sie allerdings immer noch rund 10% unter ihrem Vorkrisenniveau. Für das Jahr 2017 rechnen wir mit einem BIP-Wachstum von 1,6% im Euroraum.

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Katharina Utermöhl

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