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Inflation und Wechselkurs: Günstige Vorlage für Tapering

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Die heutigen Inflationsdaten gehen langsam in die richtige Richtung. Auch wenn die EZB nächste Woche ihre monatlichen Anleihekäufe von 80 Mrd. Euro noch um einige Monate verlängern dürfte, spricht aus unserer Sicht viel dafür, dass sie zugleich für die Zeit danach eine Rückführung des Kaufvolumens ankündigt.

Allianz SE
München, 30.11.2016

Die EWU-Inflationsrate ist der heutigen Schnellschätzung für November zufolge leicht auf 0,6% gestiegen (Oktober: 0,5%). Die Kerninflation (ohne Energie und unverarbeitete Lebensmittel) entwickelt sich mit 0,8% Vorjahresabstand weiter verhalten. Zwar sind diese Werte noch weit vom 2%-Richtwert der EZB entfernt, doch die Tendenz stimmt und wird sich weiter fortsetzen. Im Durchschnitt nächsten Jahres sehen wir die EWU-Inflationsrate bei etwa 1,5%. Zudem haben sich seit dem US-Wahlausgang nicht nur jenseits sondern auch diesseits des Atlantiks die marktbasierten Inflationserwartungen erheblich nach oben bewegt.

Nicht zuletzt aufgrund der Erwartung auseinanderdriftender Geldpolitik von Fed und EZB hat der Euro gegenüber dem Dollar an Wert verloren. Dies wirkt günstig sowohl auf die Konjunktur als auch die Inflation im Euroraum. Unseres Erachtens ist die Zeit (mehr als) reif, sich von der ultralockeren EZB-Geldpolitik zu verabschieden. Auch wenn die EZB nächste Woche wahrscheinlich noch keine Rückführung ihrer Anleihekäufe ab April beschließen wird, sollte sie in einem Atemzug mit der Verlängerung des monatlichen Kaufvolumens von 80 Mrd. Euro ein Tapering für das dritte oder vierte Quartal 2017 ankündigen (naturgemäß unter dem Vorbehalt, dass keine unprognostizierbaren Schocks eintreten).  Dies würde helfen, die Marktakteure auf den Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik vorzubereiten und zu starke Reaktionen insbesondere am Rentenmarkt zu vermeiden.

Allerdings wird sich die EZB hinsichtlich der Ausgestaltung des Tapering sehr wahrscheinlich ein Maximum an Flexibilität bewahren, u.a. da in naher Zukunft wichtige Wahlen in Europa anstehen, durch die sich die ohnehin schon hohe wirtschaftliche Unsicherheit zusätzlich erhöht. Das heißt hinsichtlich genauem Ausmaß und konkreter zeitlicher Abfolge der schrittweisen Reduzierung des Anleihekaufvolumens wird sich die EZB wohl nicht lange im Voraus festlegen.

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Claudia Broyer

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