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Höchste Zeit für die EZB ihre Signale zu ändern

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Die heutigen Stimmungsindikatoren sind ein weiterer Beleg dafür, dass der „Easing bias“ der EZB nicht mehr angemessen ist. Bei anhaltend positiven Konjunkturindikatoren und einem EWU-Wirtschaftswachstum von über 2% sollte eine gewisse Euro-Aufwertung kein Problem darstellen, zumal sie angesichts weiterer Fed-Zinserhöhungen nur kurzlebig sein dürfte.

Allianz SE
München, 24.01.2018

Der zusammengefasste Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Industrie- und Dienstleistungsbereich im Euroraum ist im Januar auf 58,6 Punkte geklettert – das heißt Rekordstand seit Juni 2006. Während sich die PMIs für Deutschland und Frankreich annähernd seitwärts bewegten, kam die Verbesserung aus den restlichen von der Umfrage erfassten Ländern. Die ausgesprochen positiven Befragungsergebnisse zum Beschäftigungsaufbau sprechen dafür, dass das Beschäftigungswachstum im Euroraum von zuletzt 1,7% gegenüber dem Vorjahr weiter anzieht.


In Deutschland behauptete der Sammelindex mit 58,8 Punkten sein hohes Niveau und liegt damit über dem Durchschnitt des vierten Quartals 2017 von 57,6 Punkten. Dass der PMI für den Industriesektor von 63,3 auf 61,2 Punkte zurück-ging, ist angesichts seines Levels nicht negativ zu sehen. Die deutsche Industrie ist zunehmend durch Kapazitätsengpässe gekennzeichnet, die sich unter anderem in rekordlangen Lieferzeiten niederschlagen (zweithöchster Wert seit Umfragebeginn).


Auch der französische Einkaufsmanagerindex für den Industrie- und Dienstleistungsbereich konnte sich im Januar mit 59,7 Punkten auf hohem Niveau halten. Insbesondere die Kombination aus zunehmenden Neuaufträgen und steigenden noch nicht abgearbeiteten Aufträgen (beide Indikatoren verzeichneten ihren Höchststand seit April 2011) ist vielversprechend für die weitere Entwicklung.


Für den Euroraum rechnen wir sowohl im Schlussquartal 2017 als auch im erste Viertel dieses Jahres mit einer BIP-Verlaufsrate von mindestens 0,6%. Für 2018 insgesamt erwarten wir ein Wirtschaftswachstum von 2,2% nach 2,5% im letzten Jahr, wobei wir mehr Auf- als Abwärtsrisiken sehen. Angesichts dessen erscheint die von der EZB nach wie vor einseitig signalisierte Bereitschaft zur Lockerung ihrer Geldpolitik nicht mehr zeitgemäß – i.e. im Falle eines sich eintrübenden Ausblicks Umfang und/oder Dauer des Anleihekaufprogramms auszuweiten. Unseres Erachtens ist es angebracht, die „Forward guidance“ besser früher als später zu ändern. Die Anleihekäufe sollten ab Oktober von 30 Mrd. EUR auf null zurückgefahren werden. Zu große Aufwärtsrisiken beim Euro-Außenwert fürchten wir nicht, vor allem weil die US-Geldpolitik weiter straffen wird. Außerdem ist abzusehen, dass die EWU-Inflationsraten nach dem aktuellen Basiseffekt leicht ansteigen werden und längerfristig dürften die geschilderten Beschäftigungsperspektiven zu mehr Lohnauftrieb führen.           

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Claudia Broyer

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