Deutschland

Zeichen weiterhin auf Aufschwung

Eine kräftige Binnenkonjunktur war ökonomisch das Markenzeichen des Jahres 2016. Nur begrenzte Impulse gingen von der außenwirtschaftlichen Seite aus.  Dabei expandierte der deutsche Export mit 2,5% stärker als der Welthandel, der im Jahresdurchschnitt kaum mehr als stagnierte. Zum Jahresende 2016 änderte sich allerdings das Bild. Die Nachfrage aus dem Ausland nahm kräftig zu. Dies ist eine positive Weichenstellung für die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr. Wir erwarten 2017 ein Wirtschaftswachstum von 1,7% nach 1,9% im vergangenen Jahr.

Im dritten Jahr in Folge trugen die Vorratsveränderungen mit einem negativen Wachstumsbeitrag zum realen BIP (-0,4 Prozentpunkte) bei. Ökonomische Gründe hierfür zu finden ist schwierig. Ohne Vorratsänderungen gerechnet hätte das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr 2,3% betragen. Unter den Verwendungskomponenten des Bruttoinlandsprodukts sticht mit 4,2% der hohe Zuwachs des realen staatlichen Konsums hervor. Dies ist die höchste Zuwachsrate seit dem Jahr 1992. Selbst in den Jahren der Wirtschaftskrise 2008/2009 mit ihren Konjunkturprogrammen waren die Steigerungsraten der staatlichen Konsumausgaben nicht ganz so hoch. Die zusätzlichen Ausgaben für Flüchtlinge haben 2016 sicher beträchtlich zu den hohen konsumtiven Ausgabensteigerungen des Staates beigetragen, alleinige Ursache dürften sie aber nicht sein. Vor dem Hintergrund der beträchtlichen staatlichen Ausgabensteigerungen ist es bemerkenswert, dass der Staatssektor insgesamt einen Finanzierungsüberschuss von 19,2 Mrd. Euro erwirtschaften konnte. Dies zeigt aber, wie kräftig die Staatseinnahmen dank einer guten Binnenkonjunktur gesprudelt sind.

Wir rechnen damit, dass sich das Konjunkturbild 2017 leicht ändert. Sowohl der staatliche als auch der private Konsum werden 2017 geringere reale Zuwächse verzeichnen als 2016, dafür werden vom Export wieder etwas stärkere Impulse ausgehen. Die Bauwirtschaft wird 2017 in der Hochkonjunktur verbleiben. Am Arbeitsmarkt werden weiterhin beachtliche Zuwächse bei der Zahl der Beschäftigten einen Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindern.

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Dr. Rolf Schneider

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