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Deutschlandprognose 2017: Aufschwung mit Schwächen

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Die deutsche Wirtschaft wächst 2017 um 1,5% nach 1,9% 2016. Der Konsum bleibt die treibende Kraft. Die globale Wirtschaftsaktivität wird etwas zulegen. Der Konjunkturausblick in den USA mit erhöhter Unsicherheit behaftet.


München, 16.11.2016

Die deutsche Wirtschaft befindet sich seit 2013 in einem kontinuierlichen, allerdings verhaltenen Aufschwung. Auf der positiven Seite der wirtschaftlichen Bilanz stehen das kräftige Beschäftigungswachstum, die rückläufige Arbeitslosigkeit, die steigenden Realeinkommen und der wachsende Konsum sowie der robuste Export. Zu den positiven Rahmendaten kann man auch die abnehmenden und im internationalen Vergleich sehr niedrigen Verschuldungsquoten von Haushalten und Unternehmen zählen. Negativ zu werten sind aber das geringe Produktivitätswachstum und die verhaltene Investitionsnachfrage. Alles in allem wächst die deutsche Wirtschaft 2016 voraussichtlich um 1,9% und damit etwas stärker als in den vergangenen zwei Jahren. Mit Blick auf 2017 dürften aber die konjunkturellen Impulse tendenziell abnehmen. Der Verfall der Rohstoffpreise, der die Kaufkraft der Einkommen erheblich gestärkt hat, ist zu Ende gegangen. Inflationsraten bei null gehören der Vergangenheit an. Der Konsum als treibende Kraft der Binnenkonjunktur wird deshalb etwas an Schwung verlieren.

Die mäßige Investitionstätigkeit über Jahre hinweg hat dem Ausbau der Produktionskapazitäten Grenzen gesetzt. Kräftige Nachfragesteigerungen würden so rasch an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Der Staat weitet 2017 zwar voraussichtlich seine Investitionen aus, doch ist dies angesichts langer Planungsfristen und Kapazitätsengpässen in der Bauwirtschaft ein begrenzter Konjunkturanstoß. Das mäßige Wachstum des Welthandels dürfte sich 2017 zwar leicht beschleunigen, eine wechselkursbedingt weitere Verbesserung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Exporteure ist aber wenig wahrscheinlich. Insgesamt rechnen wir für 2017 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5%.

Weltwirtschaft: Wirtschaftsaktivität weitet sich stärker aus

Die moderate Aufwärtsbewegung der Weltwirtschaft hat sich bis in den Herbst dieses Jahres fortgesetzt. Die globale reale Wirtschaftsleistung 2016 dürfte mit einer Zuwachsrate von 2,4% etwas schwächer expandieren als im vergangenen Jahr, als das Plus bei 2,7% lag. Dies liegt im Wesentlichen am niedrigeren Wachstumstempo im Aggregat der Industrieländer, das insbesondere durch das verhaltene Wachstum in den USA gedämpft wurde. Für das kommende Jahr rechnen wir trotz der erhöhten politischen Unsicherheit insbesondere nach dem US-Wahlausgang mit einer wieder etwas stärkeren Ausweitung der Wirtschaftsaktivität, die globale Wertschöpfung dürfte um 2,6% zulegen. Hierzu dürfte nicht zuletzt die konjunkturelle Stabilisierung in den Emerging Market-Schwergewichten Brasilien und Russland beitragen.

USA: Erhöhte Unsicherheit nach den Wahlen

In den USA hat sich nach einer Phase nur mäßigen Wachstums die Wirtschaftsaktivität zuletzt wieder belebt. Der Quartalszuwachs der gesamtwirtschaftlichen Leistung war im dritten Quartal mit 2,9% (Jahresrate) gut doppelt so hoch wie im zweiten Vierteljahr. Erfreulich war dabei, dass das Wachstum nicht mehr maßgeblich von den Konsumausgaben abhing, sondern mit positiven Wachstumsbeiträgen des Außenhandels und der Lagerinvestitionen wieder auf einer etwas breiteren Basis stand. Zuletzt gab es auch Anzeichen für eine Erholung der Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen. Allerdings ist der Konjunkturausblick angesichts des überraschenden Wahlsiegs Donald Trumps mit erhöhter Unsicherheit behaftet, da das Wahlprogramm Trumps sowohl stimulierende als auch belastende Faktoren enthält. Überdies sind wichtige Vorhaben erst noch im Zuge von Beratungen mit dem Kongress zu konkretisieren. Fiskalpolitische Impulse dürften aber im Verlauf des kommenden Jahres angekündigt werden und die harten Positionen in der Handelspolitik werden möglicherweise abgeschwächt. Die US-Wirtschaft wird 2016 voraussichtlich um 1,5% wachsen. Für das kommende Jahr gehen wir bisher weiter von einem BIP-Zuwachs von 2,1% aus.

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Dr. Rolf Schneider

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