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Szenarien zur Staatsverschuldung in Europa

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Die Risikoprämien, die eine Reihe EWU-Länder am Kapitalmarkt zu zahlen hat, bleiben hartnäckig hoch. Dies ist Ausdruck des fehlenden Vertrauens, dass diese Länder ihre Verschuldungsprobleme ohne Umschuldung meistern können. Aber nicht nur die Finanzmärkte, auch die Politik scheint zunehmend die Notwendigkeit einer Umschuldung zu sehen. Es gibt Hinweise, dass eine Umschuldung Griechenlands von Seiten der EU und wichtiger nationaler Regierungen in Erwägung gezogen wird.


, 25.02.2011

Bislang mangelt es  jedoch an allgemein gültigen Kriterien für eine staatliche Umschuldung. Anhand welcher Kriterien kann festgestellt werden, wann eine staatliche Umschuldung sinnvoll oder gar unumgänglich ist? Griechenlands Schuldenstandsquote lag im vergangenen Jahr zwar bei 140% des BIP, Japans jedoch bei 200%. Wie das Beispiel Japan zeigt muss ein hoher Schuldenstand noch nicht zwangsläufig zu einer hohen Zinsbelastung für den Staatshaushalt führen, solange die Anleger am Kapitalmarkt bereit sind, dem Staat das Geld zu einem niedrigen Zinssatz zu leihen. Die griechischen Zinsausgaben im Jahr 2010 beliefen sich auf rund 6% des BIP – im Jahr 1995 hatten sie noch rund 11% des BIP betragen. Diese Beispiele zeigen, dass die Festlegung allgemein gültiger Kriterien für eine Umschuldung herausfordernd ist. Auch dem IWF ist dies seit seinem Bestehen nicht gelungen.

Dr. Michael Heise

e-mail: michael.heise@allianz.com