Die Finanzierungslücke schließt sich

Dies ist auf die Rekordtiefstände bei den Bankdarlehenszinsen und die höhere Kreditverfügbarkeit dank der Unterstützung der EZB zurückzuführen, die das Kreditangebot vor allem in den Kernländern (Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden), aber auch auf höhere Finanzierungsquellen abseits des Bankensektors.

Gleichzeitig ist der Rückgang der Finanzierungslücke auch mit einer deutlichen Anpassung der Kreditnachfrage in südeuropäischen Ländern wie Italien und Spanien verbunden. Eine verzögerte Erholung der Anlageinvestitionen und eine stärkere Selbstfinanzierung, insbesondere seit 2015, erklären den Trend teilweise.

Die Ergebnisse zwischen den Ländern bleiben heterogen. Die größten Finanzierungslücken bei KMU-Darlehen bestehen in den Niederlanden (22% des BIP), Belgien (14%), Frankreich (9%) und Italien (4%). In den ersten drei Ländern ist die Lücke im Wesentlichen auf den hohen Schuldenstand der KMU, aber auch auf eine höhere Wirtschaftstätigkeit zurückzuführen, obwohl das Wachstum der Verschuldung höher war als das der Wirtschaft. In Italien wird die Lücke hauptsächlich durch Angebotsengpässe erklärt.

Da europäische KMU bei 70% ihrer Fremdfinanzierung von Banken abhängig sind (gegenüber rund 40% in den USA), könnte jede Lücke zwischen Kreditnachfrage und -angebot zu einem geringeren Investitionswachstum führen, wenn Unternehmen nicht über die Mittel zur Eigenfinanzierung ihrer Investitionen verfügen. Dies könnte ein Hindernis für das allgemeine Wirtschaftswachstum sein.

Der Bericht ist nur auf Englisch verfügbar.

Pressekontakt

Lorenz Weimann
Allianz SE