Airlander 10: Auf zu neuen Horizonten

Entwicklung und Herstellung des Airlander 10 liegen in den Händen der britischen Firma Hybrid Air Vehicles (HAV). Was dabei entstanden ist, erinnert zwar auf den ersten Blick an einen Zeppelin, hat aber mehr zu bieten. Es handelt sich um eine Mischung aus Luftschiff, Flugzeug, Hubschrauber und Hovercraft – und dieses „Hybrid-Luftschiff“ könnte alle vergleichbaren Ansätze in Bezug auf Innovationsfreude, Praxistauglichkeit und sein kommerzielles Anwendungspotenzial weit hinter sich lassen.

 

Das kolossale Fluggerät basiert auf einer Konstruktion, die so einfach wie richtungsweisend ist und ohne tragende Elemente aus Metall auskommt. Helium sorgt für bis zu 60 Prozent des Auftriebs, der Rest entsteht durch die Vorwärtsbewegung über einen aerodynamischen „Flügel“, an dem sich vier separat konfigurierte Antriebe befinden, die eine Vektorsteuerung ermöglichen. „Leichter als Luft“ ist der Airlander 10 zwar sicher nicht, aber was seine CO2-Bilanz betrifft, ist er allen anderen Luftfahrzeugen der Gegenwart weit voraus.
 
Der Airlander kann zu den verschiedensten Zwecken eingesetzt werden und Personen oder Güter bis zu fünf Tage ohne Zwischenlandung transportieren. Auch ganz ohne Besatzung kann er fliegen und bleibt dann für bis zu 20 Tage in der Luft. Eine Landung ist überall möglich, auch auf Eis, auf dem Wasser oder auf Sand. Bei einem Seitenwind von 35 Knoten hebt er senkrecht wie ein Hubschrauber ab. Alles, was zusätzlich zum eigenen Platzbedarf des Airlanders zum Starten und Landen noch benötigt wird, ist eine freie Fläche in Form eines Rechtecks mit einer Länge von 100 Metern.
 
In nur wenigen Branchen verläuft die technische Entwicklung so schnell wie in der Luftfahrt. Auf der Suche nach einer ganzheitlichen Versicherungslösung für das Mammutprojekt hat sich HAV an die Allianz gewandt – Tom Grundy, Operations and Risk Manager bei HAV, erklärt, warum: „Was wir brauchen, ist ein Versicherer, der sich in unserer Branche auskennt und seinen Versicherungsansatz an den Reifegrad unseres Produkts anpassen kann.“ Mit der Allianz hat HAV eine gute Wahl getroffen – schließlich hat die Gruppe die Luftfahrtindustrie schon versichert, als vor mehr als 100 Jahren erstmals ein gewerblicher Flug abhob.
 
„Hintergrund des Interesses der Allianz an der Versicherung von HAV ist unsere Überzeugung, dass es hier um eine bahnbrechende Technologie geht. Sie vereint die Vorteile von Starr- und Drehflüglern mit denen der Leichter-als-Luft-Technologie. Es geht zudem um mehr als nur um ein beeindruckendes Fluggerät: Laut unabhängiger Branchenexperten wird der Markt für Hybrid-Luftschiffe in den nächsten 20 Jahren ein Volumen von bis zu 50 Mrd. USD (44 Mrd. EUR) erreichen. Man rechnet damit, dass in dem Zeitraum mehr als 600 neue Luftschiffe dieser Art ihren Erstflug absolvieren werden“, so AGCS Experte Craig Armitage.
 
Was kommt als nächstes? Auf großes Interesse ist HAV insbesondere bei Reiseveranstaltern gestoßen, die Luxusreisen oder Safaris anbieten oder in verschiedenen anderen Bereichen des Tourismus-Flugverkehrs aktiv sind. „Wir finden, das wäre ein ganz wundervolles Erlebnis – ein langsamer Flug, Fenster vom Boden bis zum Dach und die Möglichkeit, einfach über den Dingen zu schweben und sich von oben anzusehen, was passiert“, schwärmt Chris Daniels von HAV. Und was zeichnet sich am Horizont ab? Der große Bruder des Airlander 10, genannt Airlander 50, mit einer Ladekapazität von 50 Tonnen.

Der Airlander 10 kann überall landen, auch auf Eis, auf dem Wasser oder auf Sand.
Der Airlander 10 kann überall landen, auch auf Eis, auf dem Wasser oder auf Sand.

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