Portait: Renate Wagner

Renate Wagner

Renate Wagner Allianz
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Kindheit in Rumänien

Eine Managerin mit beeindruckenden Berufserfahrungen im Versicherungsgeschäft. In der Kindheit geprägt vom Aufwachsen in einer kommunistischen Diktatur. Vater Pastor der deutschen Minderheit in Rumänien. Da bleiben Herausforderungen nicht aus. Etwa die ständig wiederkehrenden Sorgen, ob man gut über den Winter kommt. Oder ob eines Tages der Geheimdienst vor der Tür steht und den Vater abholt. Früh Verantwortung übernommen: In der Kirchengemeinde, auch für die jüngere Schwester. Ein Jahr vor der Wende dann endlich die Ausreisegenehmigung nach Deutschland. Die Familie Wagner endlich in der Freiheit. Mit der Chance, den Töchtern eine gute Ausbildung zu verschaffen. Doch die alte Komfortzone in Siebenbürgen: weggeblasen. Der Neubeginn in Deutschland begann: bei null. „Da lernt man zu kämpfen, um mit einer völlig neuen Situation zurechtzukommen.“

Erste Berufsschritte

Noch im Studium entdeckt Renate Wagner die Freuden der praktischen Anwendung von Mathematik. Beschäftigt sich in Australien mit Lebensversicherung und Sterbetafeln. Theoretische Mathematik, Universitätskarriere? Ade. Sie möchte in einem Unternehmen arbeiten. Erste Station: Risikomanagement bei der Westdeutschen Landesbank. Breites Aufgabenfeld, Freiheiten zum Ausprobieren. Sie möchte die ökonomischen Zusammenhänge besser verstehen. Und erwirbt berufsbegleitend den MBA-Titel in Schottland. 

Es folgen fünf Jahre bei KPMG in München als Beraterin und im Audit. Fokussierung auf Banken. Dann Aufbruch in die „topmoderne“, „innovative“ Welt des Online-Banking. So dachte sie jedenfalls. Es war ein Fehler. Das Unternehmen: zu klein, eher auf Deutschland fokussiert. Nichts für jemanden, den das internationale Parkett reizt.

Eintritt in die Versicherungswelt

Doch wo Du stolperst, liegt der Schatz. Das kurze Online-Abenteuer mündete in ein Engagement bei der Zürich Versicherung. Sieben Jahre lang pendelte das Ehepaar Wagner zwischen München, wo ihr Ehemann arbeitete, und Zürich. Als die Tochter geboren wurde war noch mehr Ausgleich angesagt. „Ich hatte das Glück – und bin noch heute dafür dankbar – , dass meine Chefs mich mehr als üblich darin unterstützten, den Spagat zwischen Mutterschaft und einem anstrengenden Job auszuhalten.“

Erst leitete sie das Change Management, das sie in die ganze Welt führte. Enthusiasmus war gefragt, um einen zentral organisierten Laden in Bewegung zu setzen von Santiago de Chile bis Tokio. Es folgte der Wechsel ins Bilanzmanagement – und eine Feuerprobe: Kaum im Amt, brach Lehman Brothers zusammen und die Finanz- und Bankenkrise aus. Liquiditätsplanung, Kapitalmanagement, Management der Rating Agenturen oder die Einhaltung der Schweizer Regulierungsvorschriften – alles plötzlich im Krisenmodus. „Sehr intensive, bereichernde Zeiten“. Sie zählt ihren damaligen Beitrag zur Stabilisierung der Zürich-Bilanz zu ihren hervorstechenden Berufserfahrungen. 2010 wechselte Renate Wagner ins Geschäft und übernahm die Lebensversicherung. Nun ging es um strategische Finanzplanung, Productpricing, M&A, Finanzreporting.

Wechsel zur Allianz

Irgendwann hatten die Wagners die Pendelei satt. Dieter Wemmer, Finanzvorstand erst bei der Zürich und dann bei der Allianz, holte Frau Wagner nach München. Erst Leiterin seines Büros. Eine operative Aufgabe sollte folgen. Bis Herr Diekmann anrief: „Sind Sie bereit das CEO-Office zu leiten?“

Was für eine Frage! Sie begleitet den Übergang von Herrn Diekmann zu Herrn Bäte. Bereitet mit dem neuen CEO die „Renewal Agenda 1.0“ vor. Und leitet ein Projekt, das empfiehlt, die unrentable Einheit in Südkorea und den Altbestand in Taiwan zu verkaufen. Herr Bäte meint: „Am besten machen Sie das selbst.“

Asien Jahre

Renate Wagner liebt es, Strategien zu entwickeln – und diese dann auch umzusetzen und Ergebnisse zu liefern. Hier nun die Gelegenheit. Sie soll von Singapur aus die Lebens- und Krankenversicherung in Asien-Pazifik auf Vordermann zu bringen. Südkorea und der Altbestand in Taiwan werden abgestoßen, was ein bisschen einer „mission impossible“ glich.

Und es gelingt den Wachstumsmotor in der Region (16 operative Einheiten in 10 Ländern, kurzum: ein komplexes Gebilde) wieder anzuwerfen: mit neuen Initiativen, neuen Kooperationen, neuen Geschäftsmodellen. Nicht nur Umsatz und Profitabilität wachsen. Frau Wagner und ihrem Team gelingt es, sowohl die Kundenzufriedenheit als auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu steigern. Was kein Kinderspiel ist. Drei Jahre in Folge verdoppelte sich die Kundenzufriedenheit. Unter den Allianz Einheiten, die in ihrer Singapur-Zeit eine Top-Position bei der Mitarbeiterzufriedenheit erhielten,  stammten gleich mehrere aus Asien.

Motivationsmotor Vertrauen

Wenn Renate Wagner über die Prägung durch ihre vielen und sehr unterschiedlichen Chefs nachdenkt, erkennt sie ein einigendes Band: Alle haben viel Vertrauen in ihre Fähigkeiten gesetzt und ihr Aufgaben übertragen, die eigentlich zu groß erschienen. „Das hat mich sehr geprägt“. Es gehört heute zu ihrem Management-Stil.  

„Ich bin jemand, der sehr stark auf die Stärken abzielt. Jeder hat Stärken. Wenn wir die vielen komplementären Stärken zusammenführen, entsteht eine unglaubliche Kraft.“ Und tatsächlich ist es Wagner oft gelungen, auch in schwierigen Situationen Mitarbeiter mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Persönlichkeiten anzuziehen und zu leistungsfähigen Teams zusammenzuschweißen.

Prioritäten setzten, dann Tempo

Und sie hat tief verinnerlicht: Details sind wichtig, aber auch das Tempo zählt. Sonst wird man nolens-volens irrelevant. Deshalb hält sie die Lehre ihres ersten Chefs hoch: 80:20-Lösungen sind oft gut genug. Seid pragmatisch und bringt den Ball schnell ins Tor! Die erste Frage muss immer lauten: Lohnt sich der Einsatz? Wenn ja, was ist in einer bestimmten Konstellation oder Geschäftslage möglich? Nicht jeder Kampf ist aussichtsreich. „You have to pick your fights“ hat ein weiterer Chef ihr einst geraten.

Leadership Grundsätze

Was sind ihre drei Grundsätze für erfolgreiches Leadership? Ein Leader muss sich und das Geschäftsmodell täglich hinterfragen. Sind wir noch gut genug? Er muss bereit sein, die Vergangenheit zurückzulassen, wenn sie nicht mehr trägt. Und er darf die Kraft diverser Teams nicht unterschätzen. „Da haben wir in der Allianz dank unserer Internationalität noch viel Aufwärtspotenzial.“

Renate Wagner privat

Strategie spielt auch außerhalb des Büros eine Rolle. „Ich liebe Gesellschaftsspiele.“ Reisen, Lesen und Sport wie Badminton, Tennis, Ski, Schwimmen oder Eiskunstlauf sind ihre Hobbys, bei denen sie entspannt. Und ja: Wenn in der Stadt ein Pop-Konzert stattfindet, versucht sie dafür den Kalender freizumachen. Zuletzt verbrachte sie ein paar vergnügliche Stunden auf dem Phil-Collins-Konzert mit einem weiteren Fan: Ihrer Assistentin Monika Heinz. Sie pflegt mit Ihrem Mann einen großen Freundeskreis und es gibt nichts Größeres als die Zeit mit Ehemann und Tochter.

Ihr Motto für Beruf und Leben ist annähernd gleich. „Nutze jede Gelegenheit etwas Neues auszuprobieren und daran zu wachsen.“

Weitere Informationen

Die Allianz Gruppe zählt zu den weltweit führenden Versicherern und Asset Managern und betreut mehr als 92 Millionen Privat- und Unternehmenskunden. Versicherungskunden der Allianz nutzen ein breites Angebot von der Sach-, Lebens- und Krankenversicherung über Assistance-Dienstleistungen und Kreditversicherung bis hin zur Industrieversicherung. Die Allianz ist einer der weltweit größten Investoren und betreut im Auftrag ihrer Versicherungskunden ein Investmentportfolio von rund 673 Milliarden Euro. Zudem verwalten unsere Asset Manager PIMCO und Allianz Global Investors mehr als 1,4 Billionen Euro für Dritte. Mit unserer systematischen Integration von ökologischen und sozialen Kriterien in unsere Geschäftsprozesse und Investitionsentscheidungen sind wir der führende Versicherer im Dow Jones Sustainability Index. 2018 erwirtschafteten über 142.000 Mitarbeiter in mehr als 70 Ländern für die Gruppe einen Umsatz von 131 Milliarden Euro und erzielten ein operatives Ergebnis von 11,5 Milliarden Euro.

Die Einschätzungen stehen wie immer unter den nachfolgend angegebenen Vorbehalten.

Pressekontakte

 

Christian Kroos
Allianz SE

 

Holger Klotz
Allianz SE

 

Petra Brandes
Allianz SE

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:
Disclaimer
Portrait: Renate Wagner

Sie sprüht. Der Redefluss: Ein Wasserfall. Farbig, anschaulich, einnehmend. Wohlgeordnete Gedanken, immer mit Substanz. Theoretische Mathematik war ihr Studienfach. Kaum zu glauben, wenn man ihre Extrovertiertheit erlebt.

Wechsel im Vorstand der Allianz SE

Helga Jung, Mitglied des Vorstands der Allianz SE, tritt zum 31. Dezember 2019 in den Ruhestand. Sie wird nach 26 Jahren bei der Allianz und acht Jahren als Mitglied des Vorstands aus dem Unternehmen ausscheiden. Renate Wagner, derzeit Chief Human Resources Officer der Allianz SE, wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2020 vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung zu ihrer Nachfolgerin ernannt.

Wechsel in der Führung von Allianz Group Economic Research

Ludovic Subran wird ab 1. Oktober 2019 als Chefvolkwirt die Leitung von Allianz Group Economic Research übernehmen. Er folgt auf Michael Heise, der nach 17 Jahren bei der Allianz in den Ruhestand geht.