Der Allianz Klima und Energie Monitor 2017

Hotspots der Energiewende

Trotz politischer Unsicherheiten bleiben Großbritannien Vereinigte Königreich und die USA attraktive Märkte für Investitionen in Erneuerbare Energien. Auch Deutschland und China schneiden laut des neuen Allianz Klima- und Energie- Monitors gut ab. Doch Wachstumsmärkte wie Indien und Brasilien sind den Industrieländern auf der Spur und werden für Investoren immer attraktiver als Investitionsziel für Wind- und Solarenergie. 

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2016 war ein Jahr der Überraschungen. Großbritannien stimmte für den Brexit und in den USA siegte mit Donald Trump ein Präsident, der bei Wahlforschern als unwahrscheinlicher Kandidat galt. Auch überraschte die Entscheidung der US-Regierung, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen.

Die von 175 Staaten getroffene Vereinbarung zur Begrenzung der Erderwärmung auf unter 2 Grad gilt als historischer Sieg für den globalen Klimaschutz. Durch die politischen Unsicherheiten ist das Investitionsklima in beiden Ländern zwar geschwächt. Dennoch sind Erneuerbare Energien aufgrund von anderen stabilisierenden Faktoren weiterhin gefragt, so der Allianz Klima- und Energie-Monitor 2017.

Grüne Welle trotz Brexit

Das Vereinigte Königreich bietet in der Gruppe der G20-Staaten immer noch gute makroökonomische Investitionsbedingungen für Erneuerbare Energien. Das Land steht daher im Gesamtranking der attraktivsten Investitionsziele für Erneuerbare Energien auf Platz 2, nach Deutschland an erster und Frankreich an dritter Stelle. Die Klimastrategie auf der Insel wird vom Parlament unterstützt und zielt auf eine Dekarbonisierung des Strommarktes bis 2050. Sie ist damit ambitionierter als die der meisten G20-Staaten.

Es gibt jedoch weiterhin viel zu tun. Die Brexit-Verhandlungen erhöhen die Unsicherheit um die künftige Klima- und Energiepolitik, zudem hat Großbritannien kein Ausbauziel für Erneuerbare Energien über das Jahr 2020 hinaus. Der Ausbau könnte sich sogar verlangsamen, vor allem weil sich Auktionsverfahren für große Anlagen verzögerten.

USA auf Kurs

Interessanterweise wirkt sich die große Unsicherheit rund um die US-amerikanische Klima- und Energiepolitik kaum auf das Investitionsinteresse aus. Die USA steigen in der Attraktivitäts-Rangliste in diesem Jahr um zwei Plätze auf Platz Sieben. Dies lässt sich auf die starke Unterstützung aus einzelnen Bundesstaaten zurückführen. So hat beispielsweise Kalifornien zuletzt ein Abkommen über wachsenden Handel mit Cleantech mit China abgeschlossen.

Verantwortlich für den wachsenden Ausbau von Erneuerbaren Energien sind die Renewable Portfolio Standards in zahlreichen US-Staaten, sinkende Kapitalkosten, eine mehrjährige Verlängerung von Steuergutschriften und die stark steigende Wettbewerbsfähigkeit von Erneuerbaren Energien gegenüber Kohle.

Schwellenländer holen auf

China behauptet seinen vierten Platz in Sachen Investitionsattraktivität aus dem letzten Jahr. Der Markt für Erneuerbare brummt und die Regierung treibt die Entwicklung stark voran. 2016 wurden mehr Photovoltaik-Anlagen installiert als im Rest der G20-Staaten zusammen. Indien hat sich ebenfalls dem Klimaschutz verpflichtet und die politische Unterstützung für den Ausbau von Erneuerbaren Energien, vor allem Photovoltaik, verstärkt. Das Land will bis 2022 60 GW Wind- und 100 GW an Solar-Kapazität ermöglichen.

Südafrika, Brasilien und Indonesien konnten ihre Punktzahl im Attraktivitätsranking ebenfalls verbessern. „Unsere Studie zeigt, dass insbesondere Schwellenländer in eine Führungsrolle bei Erneuerbaren Energien drängen. Sie haben die wirtschaftlichen Chancen entdeckt und entwickeln auch ihre Finanzierungssysteme für grüne Energien weiter“, erläutert Simone Ruiz-Vergote, Geschäftsführerin bei Allianz Climate Solutions. „Diese Wachstumsmärkte haben gute Perspektiven für Erneuerbare Energien, wenn die politische Unterstützung und die Marktaktivität anhalten.“

Auch wenn diese Länder starke Ambitionen für die Umsetzung der Energiewende zeigen, sind ihre Stromnetze doch weiterhin geprägt von fossilen Energien. China bietet gute kurz- und mittelfristige Planungssicherheit durch seine Fünfjahrespläne, muss aber noch eine langfristige Strategie  zur Integration von volatilen Erneuerbaren Energien in das Netz erarbeiten.

In Indien bleiben die Zubauraten pro Einwohner relativ gesehen zu anderen G20-Ländern niedrig. Fossile Energieträger dominierten den Stromsektor: zu 75 Prozent in China, zu 82 Prozent in Indien.

Handlungsbedarf

Bezogen auf den absoluten Investitionsbedarf haben China, die USA und Indien am meisten vor sich. China muss bis 2035 jährlich 208 Millarden US Dollar investieren, die USA um die 140 Millarden. Um den Stromsektor in Richtung des 2-Grad-Ziels- umzubauen, müssen die G20-Länder laut dem Monitor ihre jährlichen Investitionen nahezu verdoppeln. Der absolute Investitionsbedarf der G20-Staaten liegt bei rund 700 Millarden US Dollar jährlich für den Zeitraum von 2014 bis 2035. Dabei können private Investoren wie die Allianz eine Schlüsselrolle einnehmen. Die Allianz hat bis jetzt 4,6 Millarden Euro in Erneuerbare Energien investiert und will ihre Investitionen in den kommenden Jahren weiter intensivieren.

Der Allianz Klima und Energie Monitor

Der Monitor vergleicht die G20-Staaten hinsichtlich ihrer Attraktivität für Investitionen in eine emissionsfreie Energie-Infrastruktur. Zudem berechnet er den momentanen und künftigen Investitionsbedarf - davon ausgehend, dass das 1,5 bis 2-Grad-Limit des Pariser Klimaabkommens eingehalten werden soll. Erstellt wurde der Monitor zum zweiten Mal von Allianz Climate Solutions in Kooperation mit Germanwatch und dem NewClimate Institute.

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Thomas Liesch
Allianz Climate Solutions
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