Ein besserer Überblick über die Risiken von Naturgefahren

Indem sie einfach ihre Adresse auf einer Webseite eingeben, erhält jeder Nutzer einen sofortigen Überblick über das Risiko für vier häufige Naturgefahren am Standort ihres Hauses: Überschwemmung, Sturm, Flächenbrand und Erdbeben. Diese individuelle Bewertung basiert auf denselben Instrumenten, die die Allianz zur Bewertung und Berechnung von Naturgefahrenrisiken auf der ganzen Welt einsetzt, jedoch in einer Weise, die leicht verständlich ist und auf die man reagieren kann. In einem ersten Schritt soll das Tool ein Bewusstsein dafür schaffen, welchen potenziellen Risiken Hausbesitzer ausgesetzt sind. Darüber hinaus bieten Checklisten und Erklärvideos zu Präventivmaßnahmen Anhaltspunkte dafür, was sie tun können, um sich und ihr Eigentum zu schützen.
Bild aus dem Risiko-Checker für standortabhängige Risiken
Risiko-Checker für standortabhängige Risiken
„Mit Hilfe des Gloria-Tools können sich Allianz Kunden ein eigenes Bild von ihrer Risikosituation in Bezug auf Naturgefahren machen“, sagt Sibylle Steimen, Managing Directory Advisory & Services bei Allianz Re. Sibylle Steimen leitet ein Team von über 40 Wissenschaftlern, die sich dem Verständnis von Naturgefahrenrisiken widmen. Ihre Arbeit bildet die wissenschaftliche Grundlage für das Tool. „Die Forschung hat gezeigt, dass die subjektive Risikowahrnehmung und das tatsächliche Risiko oft nicht deckungsgleich sind. Wir erinnern uns an eine kürzliche Katastrophe, aber nicht an etwas, das vor 100 Jahren passiert ist, oder wir bewerten das Ereignis als weniger schwerwiegend“, erklärt Sibylle Steimen. Das neue Tool, GloRiA, verwendet eine leicht verständliche Risikoskala, um eine objektive Einschätzung der Gefahr am Standort des Nutzers zu geben. Der Nutzer kann dann selbst entscheiden, was für ihn die richtige Wahl ist: das Risiko akzeptieren und bestenfalls Geld für den Katastrophenfall zurücklegen, eine Versicherung abschließen und/oder sich mit den im GloRiA-Tool vorgeschlagenen Resilienzmaßnahmen besser schützen, z. B. durch bauliche Maßnahmen wie Überschwemmungsfenster oder das richtige Verhalten im Katastrophenfall anzupassen.
Abbildung des GloRiA-Tools zur Überprüfung Ihrer Risikosituation
GloRiA-Tool zur Überprüfung Ihrer Risikosituation

Das GloRiA-Tool basiert auf unseren weltweit gültigen Allianz Naturgefahrenkarten. Grundlage für diese Karten sind aufwändig abgeleitete Modelle, die wiederum auf riesigen Datenmengen basieren, die aus Langzeitmessungen stammen. Diese Karten können für jeden Punkt der Erde modellieren, mit welcher Wahrscheinlichkeit und Intensität beispielsweise bestimmte Hochwasserhöhen, Windgeschwindigkeiten oder Erdbebenintensitäten auftreten können. 

„Wir nutzen die Gefahrenkarten als Grundlage, um zu sehen, wie gefährdet eine Immobilie ist, für die wir eine Elementarschadenversicherung anbieten. Die Werte der Gefahrenkarten setzen wir dann in Beziehung zu den Schadenssummen vergangener Naturkatastrophen und können daraus ableiten, wie hoch die Versicherungsprämien sein müssen, um für künftige Schäden aufkommen zu können“, erklärt Sibylle Steimen. Diese Karten sind also sehr eng mit unseren Versicherungsprodukten verknüpft und sind für ein angemessenes Risikomanagement äußerst wichtig.

Zum Glück müssen wir nicht an jedem Punkt der Erde mit den schlimmsten Auswirkungen rechnen. Ein Beben der Stärke, wie wir es im Frühjahr 2023 in der Türkei erlebt haben, ist in Deutschland kaum zu erwarten. Hagelstürme wie in Italien und Bayern in diesem Sommer sind im Vereinigten Königreich nicht so wahrscheinlich - all dieses Wissen ist in unseren Gefahrenkarten gespeichert. „An jedem Punkt der Erde gibt es bestimmte Gefahren, die für einen Versicherungskunden relevant sein können“, sagt Sibylle Steimen, „und darauf möchten wir unsere Kunden und alle potentiellen Kunden mit dem Tool GloRiA hinweisen."

Vielerorts könnte der Klimawandel die Häufigkeit und/oder Intensität bestimmter Naturgefahren wie Überschwemmungen oder tropische Stürme verändern, so dass ein Blick in die Zukunft ebenso wichtig ist wie das Verständnis des heutigen Risikos.  In der nächsten Version von GloRiA wird das Tool zeigen, wie sich das Risiko bestimmter Naturgefahren infolge des Klimawandels verändern kann.

„Um es klar zu sagen: Es wird nicht immer schlimmer werden", sagt Sibylle Steimen. „An manchen Orten wird das Risiko für eine Gefahr gleich bleiben, an anderen kann es sogar etwas abnehmen“. Und bei Erdbeben hat der Klimawandel überhaupt keine Auswirkungen. Sicher ist jedoch, dass die Auswirkungen des Klimawandels die Unsicherheit in Bezug auf die Gefährdung durch Naturgefahren erhöhen werden. Eine Versicherung kann daher eine gute Lösung sein, um sich und sein Eigentum gegen das Unerwartete zu schützen.

Bitte lesen Sie auch das Interview mit Nicola Ranger, Leiterin des Resilience and International Development Program am Environmental Change Institute und Executive Director des Oxford Martin Systemic Resilience Program, und Sibylle Steimen, Managing Director Advisory & Services bei Allianz Re. Beide plädieren dafür, die Klimaresilienz stärker in den Mittelpunkt zu stellen.

Kerstin Reinisch, Leiterin des Bereichs Non-Motor Retail bei der Allianz Versicherungs-AG, erklärt, wie weit die Risikoprüfung in Deutschland bereits eingesetzt wird.
Bild von Kerstin Reinisch, Leiterin Non-Motor Retail, Allianz Versicherungs-AG

Seit wann setzen Sie das Tool "Wohnort-Risikobewertung" in Deutschland ein und wie stark wird es genutzt?

Das Tool ist seit März 2022 im Einsatz. Es wurde schon über 55.000-mal aufgerufen – und das allein in Deutschland. Das Tool wird nun weltweit als Teil der Vorwarn- und Präventionsinitiative eingeführt, die vom Customer Experience Team bei GSMD vorangetrieben wird. Es liefert nicht nur Informationen über das individuelle Risiko vor verschiedenen elementaren Gefahren wie z.B. Hochwasser oder Sturm und Hagel, sondern gibt auch Tipps zu Vorsorgemaßnahmen.

Trägt die Risikobewertung dazu bei, das Bewusstsein für Naturgefahren zu schärfen?

Ja, das Tool ist hierfür hervorragend geeignet. Ich bekomme für meine Adresse oder einen Ort, an dem ich vielleicht ein neues Haus bauen möchte, die individuellen Gefahren grafisch übersichtlich dargestellt. Auf einen Blick sehe ich damit, wie hoch mein Risiko ist und wovor ich mich besonders schützen sollte. Und mit weiteren Klicks erhalte ich interessante Informationen, z.B. was der teuerste Schaden in den letzten Jahren in der direkten Region war. Und mit unseren konkreten Tipps wie Einbau druckdichter Fenster und Türen gegen Überschwemmung oder die regelmäßige Kontrolle von Bäumen in der Umgebung gegen Sturmschäden wollen wir auch für Vorsorge sensibilisieren. Denn mit der Kombination aus versichern, wenn es darauf ankommt, und Prävention fördern, werden wir am besten unserem Purpose „We secure your future“ gerecht.

Die Allianz Gruppe zählt zu den weltweit führenden Versicherern und Asset Managern und betreut mehr als 122 Millionen* Privat- und Unternehmenskunden in mehr als 70 Ländern. Versicherungskunden der Allianz nutzen ein breites Angebot von der Sach-, Lebens- und Krankenversicherung über Assistance-Dienstleistungen und Kreditversicherung bis hin zur Industrieversicherung. Die Allianz ist einer der weltweit größten Investoren und betreut im Auftrag ihrer Versicherungskunden ein Investmentportfolio von etwa 714 Milliarden Euro**. Zudem verwalten unsere Asset Manager PIMCO und Allianz Global Investors etwa 1,7 Billionen Euro** für Dritte. Mit unserer systematischen Integration von ökologischen und sozialen Kriterien in unsere Geschäftsprozesse und Investitionsentscheidungen sind wir unter den führenden Versicherern im Dow Jones Sustainability Index. 2021 erwirtschafteten über 159.000 Mitarbeiter für den Konzern einen Umsatz von 152,7 Milliarden Euro und erzielten ein operatives Ergebnis von 14,2 Milliarden Euro***.
* Einschließlich nicht konsolidierter Einheiten mit Allianz Kunden.
** Stand: 30. Juni 2023
*** Wie angegeben - nicht angepasst, um die Anwendung von IFRS 9 und IFRS 17 widerzuspiegeln.
Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:
Ein besserer Überblick über die Risiken von Naturgefahren

Hagelstürme in der Alpenregion, die Dächer und Autos zertrümmerten, starke Regenfälle in ganz Europa, die Häuser überschwemmen und ein furchtbares Erdbeben in Marokko - in diesem Sommer gab es eine ganze Reihe von Naturkatastrophen, die zu schweren Schäden am Eigentum der Menschen geführt haben. Aber was wäre, wenn wir Hausbesitzern einen individuell zugeschnittenen Blick auf das Risiko von Naturkatastrophen bieten und sie dabei unterstützen könnten, einige der Schäden zu vermeiden, die Überschwemmungen, Stürme, Waldbrände und Erdbeben verursachen können?

"In einem sich wandelnden Klima wird die Rolle der Versicherung eine viel größere Rolle spielen"

Nicola Ranger, Leiterin des Resilience and International Development Program am Environmental Change Institute und Executive Director des Oxford Martin Systemic Resilience Program, und Sibylle Steimen, Managing Director Advisory & Services bei Allianz Re, plädieren dafür, die Klimaresilienz stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Ihrer Ansicht nach muss sich die öffentliche Diskussion stärker auf Investitionen in Anpassungsmaßnahmen konzentrieren, um das physische Risiko des Klimawandels zu verringern.

Klimaziele: Allianz verkündet Zwischenziele für die Dekarbonisierung bis 2030

Die Allianz hat sich konkrete Zwischenziele bis zum Jahr 2030 gesetzt und heute ihren Netto-Null-Plan verkündet. Günther Thallinger, im Vorstand der Allianz SE verantwortlich für Kapitalanlagemanagement und Nachhaltigkeit, erläutert den Plan.