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Globale Wiedereröffnung: neue Chancen, alte Risiken

Der Fortschritt der Impfkampagnen wird die große Wiederöffnung prägen.  Einige Länder sind mit ihren Impfkampagnen anderen weit voraus. Die Tatsache, dass in Asien und in Schwellenländern kaum geimpft wird und daher nur ein Bruchteil der Bevölkerung immunisiert ist, kann zu einer sehr unterschiedlichen Wachstumsentwicklung führen.

Der Aufschwung ist facettenreich: stark in den USA, mäßig in Europa. Wir erwarten ein globales BIP-Wachstum von +5,5 % im Jahr 2021, wobei die USA ein klarer Outperformer sind. In Europa wird die Rückkehr zum Vorkrisenniveau im Vergleich zu den USA ein Jahr länger dauern (Q1 2022) und die Rückkehr zum Wachstumspfad vor der Krise vier weitere Jahre - wenn sie überhaupt stattfindet.

Die Ausgaben werden steigen und teilweise den Stillstand in den vergangenen Monaten kompensieren, aber die verbleibenden Ersparnisse belaufen sich immerhin noch auf 500 Mrd. EUR in Europa und eine Billion USD in den USA. Der private Konsum wird der Haupttreiber des Aufschwungs und  wir erwarten, dass der Nachholbedarf in den USA und Großbritannien 3 % des BIP und in Europa etwa 1,5 % des BIP erreichen wird.

Wird es Inflation geben? Engpässe auf der Angebotsseite (Rohstoffe, Transportkapazitäten, Arbeitskräfte) werden die Kosteninflation wahrscheinlich bis Ende 2021 auf einem Fünfjahreshoch halten. Die Preismacht von Unternehmen bleibt allerdings begrenzt, vor allem in Europa. Die Kaufkraft der privaten Haushalte ist eingeschränkt, da die Beschäftigungslücke (4 Millionen Arbeitsplätze in der Eurozone und mehr als 7 Millionen in den USA) die Lohninflation in Schach halten wird. Eine monetäre Inflation ist nicht zu erwarten, da die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes auf einem Rekordtief liegt.

Der faustische Pakt zwischen expansiver Fiskal- und Geldpolitik bleibt bestehen. Die Zentralbanken werden abwarten, bevor sie die Zinsen im Jahr 2023 anheben (einige Ausnahmen wird es geben: Norwegen, Neuseeland, Großbritannien werden bis September 2022 die Zinsen anheben). Die globale Gesamtverschuldung stieg 2020 um mehr als USD 24 Billionen, davon USD 12 Billionen öffentliche Schulden und USD 12 Billionen private Schulden.

Europa steht vor einem politischen Scheideweg, aber es wird keine Wiederholung der Krise von 2012 im Jahr 2022 geben. In der Eurozone werden der Wiederaufbaufonds und die EZB die Erholung unterstützen, während die deutsch-französischen Wahlen für politische Überraschungen sorgen könnten.

Der Bericht ist nur auf Englisch verfügbar.

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Ludovic Subran
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