Immobilien: Eine zaghafte Erholung

Nach einer vorübergehenden Beschleunigung auf 4,7 % im Jahr 2024 verlangsamte sich das Wachstum des weltweiten Immobilienvermögens12 im Jahr 2025 wieder auf 3,5 %. Noch schwächer war das Wachstum – mit Ausnahme des Jahres 2023 – nur im Jahr 2012 nach der globalen Finanzkrise. Anhaltend hohe Baukosten und steigende Hypothekenzinsen sorgten dafür, dass Wohnraum weiterhin weniger erschwinglich blieb, und dämpften die Immobilientransaktionen und die Neubautätigkeit. Insgesamt belief sich der Wert des Immobilienvermögens in den hier untersuchten Ländern auf 155,0 Billionen Euro (Abbildung 25).
12 Aufgrund begrenzter Datenverfügbarkeit umfasst die Analyse nur etwa die Hälfte der Länder, die in der Umfrage zum Geldvermögen erfasst sind. Die Regionen Asien und Lateinamerika sind daher nicht vertreten. Für Westeuropa fehlen Daten für Griechenland, Portugal, Malta und Irland. Die Gesamtzahl für Osteuropa umfasst nicht Kroatien, Kasachstan, Lettland, Rumänien, Russland, Serbien und die Türkei.
Abb. 25: Die Puste geht aus
Immobilienvermögen, in Billionen Euro und Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % (zum Euro-Wechselkurs Ende 2025)
 
Quellen: Eurostat, nationale Zentralbanken, Finanzaufsichtsbehörden, Finanzverbände und statistische Ämter, OECD, Allianz Research
Der weltweite Abschwung war daher vor allem auf die Entwicklung am größten Immobilienmarkt der Welt zurückzuführen.

Die regionalen Entwicklungen waren sehr unterschiedlich (Abbildung 26). Osteuropa verzeichnete mit 10,6 % den stärksten Anstieg, gefolgt von Australien und Neuseeland mit 8,5 %. Beide übertrafen ihre langfristigen Wachstumsraten trotz des Drucks durch höhere Finanzierungskosten deutlich. Auch Japan stach hervor: Hier stiegen die Immobilienwerte um 5,0 %, verglichen mit einem langfristigen Durchschnitt von lediglich 0,7 %. Zusammen mit dem jüngsten Anstieg der Kreditaufnahme der privaten Haushalte liefert dies weitere Anzeichen dafür, dass Japan seine lange Deflationsphase endlich überwunden haben könnte.

In Westeuropa wuchs das Immobilienvermögen um 4,1 % und damit etwas schneller als im langfristigen Durchschnitt (+3,5 %). Nordamerika bildete eine klare Ausnahme: Hier verlangsamte sich das Wachstum des Immobilienvermögens deutlich von 4,9 % im Jahr 2024 auf lediglich 1,8 %. Damit fiel es im Jahr 2025 nicht einmal halb so stark aus wie im langfristigen Durchschnitt (+3,9 %). Der weltweite Abschwung war daher vor allem auf die Entwicklung am größten Immobilienmarkt der Welt zurückzuführen.

Abb. 26: Immobilienmärkte mit unterschiedlicher Dynamik
Immobilienvermögen, CAGR* 2006-2025 und Wachstum 2025/2024, in %
 

Quellen: Eurostat, nationale Zentralbanken, Finanzaufsichtsbehörden, Finanzverbände und statistische Ämter, IWF, LSEG, Allianz Research
In Australien und Neuseeland, Nordamerika und Westeuropa waren die realen Zuwächse positiv, fielen jedoch insgesamt eher bescheiden aus.

Wie beim Finanzvermögen ergibt sich auch beim Immobilienvermögen ein klareres Bild, wenn dieses pro Kopf gemessen und inflationsbereinigt wird (Abbildung 27). So zeigt sich, dass der japanische Immobiliencrash immer noch lange Schatten wirft: Trotz der jüngsten Erholung ist das reale Pro-Kopf-Immobilienvermögen hier in den vergangenen zwei Jahrzehnten weitgehend unverändert geblieben.

In Australien und Neuseeland, Nordamerika und Westeuropa waren die realen Zuwächse positiv, fielen jedoch insgesamt eher bescheiden aus. Der Unterschied zur Entwicklung des Finanzvermögens war mit Abstand in Nordamerika besonders ausgeprägt: Dort fiel das jährliche Wachstum des realen Pro-Kopf-Geldvermögens um rund 2 Prozentpunkte stärker aus, während die Differenz in Japan bei rund 1,3 Prozentpunkten lag. In Australien, Neuseeland und Westeuropa betrug der Unterschied dagegen nur etwa 0,2 Prozentpunkte pro Jahr. Immobilien bieten zwar Stabilität, Wohnraum und Diversifizierung, doch steigende Kapitalwerte allein haben sich meist als weniger wirkungsvoller Vermögenstreiber erwiesen als ein Engagement am Kapitalmarkt.

Abb. 27: Immobilien mit bescheidenen realen Renditen
Immobilienvermögen pro Kopf, nominales und reales Wachstum (CAGR) 2006-2025, in %
 

Quellen: Eurostat, nationale Zentralbanken, Finanzaufsichtsbehörden, Finanzverbände und statistische Ämter, OECD, Allianz Research
Die Länderrangliste der Immobilienvermögen zeigt jedoch, wie stark Wohneigentum das Gesamtbild beeinflussen kann.
Die Länderrangliste der Immobilienvermögen zeigt jedoch, wie stark Wohneigentum das Gesamtbild beeinflussen kann. Die Schweiz wies mit 350.450 Euro das höchste Immobilienvermögen pro Kopf auf, gefolgt von Australien mit 279.310 Euro, während die USA mit 174.030 Euro den siebten Platz belegten. Wie aber sieht das Ranking aus, wenn das Nettofinanzvermögen und das Immobilienvermögen zusammen dargestellt werden? Abbildung 28 liefert die Antwort. Die Schweiz verdrängt die USA mit einem Gesamtvermögen von rund 626.430 Euro pro Kopf von Platz 1. Der größte Gewinner ist Australien: Werden Immobilien berücksichtigt, verbessert sich das Land im Ranking des bereinigten Nettofinanzvermögens um sieben Plätze von Platz 10 auf Platz 3. Schweden und Japan fallen jeweils um sechs Plätze zurück, während Italien vier Plätze verliert. Deutschland rückt um einen Platz auf Rang 10 vor. Diese Entwicklungen offenbaren zwei grundlegend unterschiedliche Muster beim Vermögensaufbau privater Haushalte: Während in einigen Ländern die Finanzmärkte die wichtigste Rolle spielen, entfällt in anderen ein deutlich größerer Vermögensanteil auf Immobilien.
Abb. 28: Immobilien bringen die Schweiz wieder an die Spitze
Nettogeldvermögen und Immobilienvermögen pro Kopf in Euro (zum Euro-Wechselkurs Ende 2025)  
 

In Klammern: Einstufung nach dem Pro-Kopf-Geldvermögen (bereinigt um die fehlenden Top 20-Märkte Taiwan, Malta und Irland).
Quellen: Eurostat, nationale Zentralbanken, Finanzaufsichtsbehörden, Finanzverbände und statistische Ämter, IWF, OECD, LSEG, Allianz Research