Immobilien: Eine zaghafte Erholung
Immobilienvermögen, in Billionen Euro und Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % (zum Euro-Wechselkurs Ende 2025)
Die regionalen Entwicklungen waren sehr unterschiedlich (Abbildung 26). Osteuropa verzeichnete mit 10,6 % den stärksten Anstieg, gefolgt von Australien und Neuseeland mit 8,5 %. Beide übertrafen ihre langfristigen Wachstumsraten trotz des Drucks durch höhere Finanzierungskosten deutlich. Auch Japan stach hervor: Hier stiegen die Immobilienwerte um 5,0 %, verglichen mit einem langfristigen Durchschnitt von lediglich 0,7 %. Zusammen mit dem jüngsten Anstieg der Kreditaufnahme der privaten Haushalte liefert dies weitere Anzeichen dafür, dass Japan seine lange Deflationsphase endlich überwunden haben könnte.
In Westeuropa wuchs das Immobilienvermögen um 4,1 % und damit etwas schneller als im langfristigen Durchschnitt (+3,5 %). Nordamerika bildete eine klare Ausnahme: Hier verlangsamte sich das Wachstum des Immobilienvermögens deutlich von 4,9 % im Jahr 2024 auf lediglich 1,8 %. Damit fiel es im Jahr 2025 nicht einmal halb so stark aus wie im langfristigen Durchschnitt (+3,9 %). Der weltweite Abschwung war daher vor allem auf die Entwicklung am größten Immobilienmarkt der Welt zurückzuführen.
Immobilienvermögen, CAGR* 2006-2025 und Wachstum 2025/2024, in %
Quellen: Eurostat, nationale Zentralbanken, Finanzaufsichtsbehörden, Finanzverbände und statistische Ämter, IWF, LSEG, Allianz Research
Wie beim Finanzvermögen ergibt sich auch beim Immobilienvermögen ein klareres Bild, wenn dieses pro Kopf gemessen und inflationsbereinigt wird (Abbildung 27). So zeigt sich, dass der japanische Immobiliencrash immer noch lange Schatten wirft: Trotz der jüngsten Erholung ist das reale Pro-Kopf-Immobilienvermögen hier in den vergangenen zwei Jahrzehnten weitgehend unverändert geblieben.
In Australien und Neuseeland, Nordamerika und Westeuropa waren die realen Zuwächse positiv, fielen jedoch insgesamt eher bescheiden aus. Der Unterschied zur Entwicklung des Finanzvermögens war mit Abstand in Nordamerika besonders ausgeprägt: Dort fiel das jährliche Wachstum des realen Pro-Kopf-Geldvermögens um rund 2 Prozentpunkte stärker aus, während die Differenz in Japan bei rund 1,3 Prozentpunkten lag. In Australien, Neuseeland und Westeuropa betrug der Unterschied dagegen nur etwa 0,2 Prozentpunkte pro Jahr. Immobilien bieten zwar Stabilität, Wohnraum und Diversifizierung, doch steigende Kapitalwerte allein haben sich meist als weniger wirkungsvoller Vermögenstreiber erwiesen als ein Engagement am Kapitalmarkt.
Immobilienvermögen pro Kopf, nominales und reales Wachstum (CAGR) 2006-2025, in %
Quellen: Eurostat, nationale Zentralbanken, Finanzaufsichtsbehörden, Finanzverbände und statistische Ämter, OECD, Allianz Research
Nettogeldvermögen und Immobilienvermögen pro Kopf in Euro (zum Euro-Wechselkurs Ende 2025)
In Klammern: Einstufung nach dem Pro-Kopf-Geldvermögen (bereinigt um die fehlenden Top 20-Märkte Taiwan, Malta und Irland).
Quellen: Eurostat, nationale Zentralbanken, Finanzaufsichtsbehörden, Finanzverbände und statistische Ämter, IWF, OECD, LSEG, Allianz Research