Global Wealth Report 2026:
Zusammenfassung
Globale Vermögen auf Rekordniveau – aber Inflation dämpft
Portfoliostruktur ist entscheidend für Wachstumstempo
Das Vermögen wächst schneller als die Schulden
Im Jahr 2025 stiegen die Vermögenswerte schneller als die Schulden. Dadurch verbesserte sich die finanzielle Gesamtlage der privaten Haushalte. Mit einem Anstieg um 3,4 % auf 56,9 Billionen Euro wuchsen die Schulden der globalen Haushalte deutlich langsamer als ihr Geldvermögen.
Die Schuldenquote der privaten Haushalte (Verbindlichkeiten im Verhältnis zum BIP) ging auf 60,9 % zurück und lag damit fast 13 Prozentpunkte unter dem Höchststand von 2009. Neben einer verhaltenen Kreditaufnahme war dies auch auf das nominale Wirtschaftswachstum zurückzuführen. In der Folge stieg das Nettogeldvermögen um 10,1 % auf 211,5 Billionen Euro. Die Verschuldung beeinflusst auch das Wohlstandsranking der Länder: Gemessen am Bruttogeldvermögen pro Kopf liegen die Schweizer Haushalte weiterhin weltweit an der Spitze. Beim Nettogeldvermögen pro Kopf dagegen haben die USA die Schweiz überholt, da die Pro-Kopf-Verschuldung der Schweizer Haushalte mehr als doppelt so hoch ist wie die der US-Haushalte.
Die reichsten 10 % der privaten Haushalte besitzen 85,4 % des weltweiten Nettogeldvermögens.
Das Aufholtempo lässt nach
Hartnäckige Ungleichheit
KI vergrößert die Kluft
Chancen und Risiken der KI
Die Aussichten für den weltweiten Wohlstand bleiben grundsätzlich positiv. Doch mit dem Aufstieg der KI entstehen neue Chancen und Risiken, die seine künftige Entwicklung maßgeblich beeinflussen könnten. Für 2026 wird ein Wachstum des weltweiten Geldvermögens von rund 9 % erwartet, was erneut deutlich über der langfristigen Wachstumsrate von 6 % läge. Weitere Zugewinne hängen zunehmend davon ab, dass die Unternehmensgewinne die hohen Erwartungen erfüllen, insbesondere im Zusammenhang mit KI. Eine höhere Produktivität und höhere Unternehmensgewinne könnten für einen anhaltenden Aufwärtstrend sorgen. Sollten die Erwartungen jedoch der wirtschaftlichen Realität vorausgeeilt sein, könnte eine anschließende Korrektur weit mehr als nur Technologieaktien in Mitleidenschaft ziehen. In einem Negativszenario könnte ein Rückgang des S&P 500 um 25 % das Vermögen der US-Haushalte um rund 27 Billionen US-Dollar reduzieren – was fast 14 % ihres gesamten Nettovermögens entspräche. In der Folge könnten eine Stimmungseintrübung und sinkende Konsumausgaben die US-Wirtschaft in eine Rezession führen. Mittelfristig dürfte sich KI als wichtiger Treiber des weltweiten Wohlstands erweisen. Der Weg dorthin könnte jedoch von stärkeren Schwankungen geprägt sein. Globale Fragmentierung, anhaltende Inflation und hohe staatliche Schulden werden die Renditen dämpfen. Gleichzeitig sind Umfang und Zeitpunkt der KI-bedingten Produktivitätssteigerungen weiterhin ungewiss. Daher dürfte sich das jährliche Wachstum des Geldvermögens mittelfristig bei etwa 5 % bis 6 % einpendeln.
KI birgt großes Potenzial, doch es wird Zeit brauchen, bis die technologischen Möglichkeiten zu nachhaltigen und breit verteilten Wohlstandsgewinnen führen.