Global Wealth Report 2026:
Zusammenfassung 

Das weltweite Geldvermögen stieg im Jahr 2025 auf einen Rekordwert von 268,4 Billionen Euro. Damit erhöhte es sich trotz eines schwierigen geopolitischen und wirtschaftlichen Umfelds um 8,6 % gegenüber dem Vorjahr. Die weltweite Vermögensbildung lief dabei auf Autopilot. Den größten Beitrag leisteten die Kapitalmärkte: Wertsteigerungen im Portfolio waren für rund vier von fünf Euro des zusätzlichen Geldvermögens verantwortlich. Dagegen sanken die neuen Spargelder um 5,4 % auf 4,1 Billionen Euro. Inflationsbereinigt fällt der Vermögenszuwachs jedoch deutlich geringer aus: Seit 2019 ist das nominale Geldvermögen um fast 50 % gestiegen, real jedoch nur um 23 %. Gegenüber 2021 stieg die Kaufkraft des Geldvermögens sogar nur um 5 %.
Die Portfoliostruktur entscheidet zunehmend darüber, wer am stärksten von der Vermögensbildung profitiert. Im Jahr 2025 wuchs das Wertpapiervermögen der globalen Privathaushalte mit einem Plus von 12,4 % mehr als doppelt so schnell wie das der beiden anderen Vermögensklassen, Bankeinlagen (+5,7 %) sowie Versicherungen und Altersversorge (+5,0 %). Damit erreichte der Anteil des Wertpapiervermögens am weltweiten Geldvermögen einen Rekordwert von 46,9 %. Der hohe Wertpapieranteil in nordamerikanischen Portfolios (60,7 %) trug dazu bei, dass 51,4 % des weltweiten Vermögenszuwachses auf diese Region entfielen. Das reale Geldvermögen der nordamerikanischen Haushalte liegt jetzt um 21 % über dem Wert von 2019. In Westeuropa hingegen hat sich die Kaufkraft in den letzten sieben Jahren kaum erhöht: Der reale Zuwachs beträgt lediglich 0,5 %. In den vergangenen zehn Jahren waren Wertsteigerungen für 71 % des Wachstums des nordamerikanischen Geldvermögens verantwortlich, in Westeuropa dagegen nur für 36 %. Infolgedessen wuchs das US-Geldvermögen um 3,1 Prozentpunkte schneller als das europäische – obwohl die Europäer gemessen an ihrem bestehenden Vermögen mehr sparten. Das zeigt: Eine höhere Sparleistung führt nicht automatisch auch zu einem höheren Vermögensaufbau.

Im Jahr 2025 stiegen die Vermögenswerte schneller als die Schulden. Dadurch verbesserte sich die finanzielle Gesamtlage der privaten Haushalte. Mit einem Anstieg um 3,4 % auf 56,9 Billionen Euro wuchsen die Schulden der globalen Haushalte deutlich langsamer als ihr Geldvermögen.

Die Schuldenquote der privaten Haushalte (Verbindlichkeiten im Verhältnis zum BIP) ging auf 60,9 % zurück und lag damit fast 13 Prozentpunkte unter dem Höchststand von 2009. Neben einer verhaltenen Kreditaufnahme war dies auch auf das nominale Wirtschaftswachstum zurückzuführen. In der Folge stieg das Nettogeldvermögen um 10,1 % auf 211,5 Billionen Euro. Die Verschuldung beeinflusst auch das Wohlstandsranking der Länder: Gemessen am Bruttogeldvermögen pro Kopf liegen die Schweizer Haushalte weiterhin weltweit an der Spitze. Beim Nettogeldvermögen pro Kopf dagegen haben die USA die Schweiz überholt, da die Pro-Kopf-Verschuldung der Schweizer Haushalte mehr als doppelt so hoch ist wie die der US-Haushalte.

Die weltweite Vermögensbildung lief dabei auf Autopilot. Den größten Beitrag leisteten die Kapitalmärkte: Wertsteigerungen im Portfolio waren für rund vier von fünf Euro des zusätzlichen Geldvermögens verantwortlich. 

Die reichsten 10 % der privaten Haushalte besitzen 85,4 % des weltweiten Nettogeldvermögens.
Die Globalisierung hat die weltweite Wohlstandsverteilung verändert. Der Aufholprozess der ärmeren Volkswirtschaften verliert jedoch an Dynamik. Nachdem sich das Verhältnis des durchschnittlichen Nettogeldvermögens pro Kopf zwischen Industrie- und Schwellenländern von 2005 bis 2015 von 62:1 auf 21:1 verringert hatte, ging es bis 2025 nur noch auf 17:1 zurück. Dennoch stellen die Schwellenländer inzwischen 61,9 % der weltweiten Vermögensmittelschicht und 32,1 % der Vermögensoberklasse. 2005 lag ihr Anteil an Letzterer noch bei weniger als 2 %. Der Wohlstand ist also heute geografisch deutlich breiter verteilt. Die Dynamik des Aufholprozesses hat jedoch spürbar nachgelassen. Die zunehmende Fragmentierung des Welthandels, sinkende grenzüberschreitende Investitionen und der Umbau globaler Lieferketten bremsen die Annäherung. Digitale Dienstleistungen und die Energiewende eröffnen neue Chancen. Ob diese genutzt werden können, hängt jedoch vom Zugang zu Kapital, Technologie und qualifizierten Arbeitskräften ab – Ressourcen, die nach wie vor ungleich verteilt sind.
Während die globale Vermögenskonzentration zurückgegangen ist, hat sich an der Vermögensungleichheit auf nationaler Ebene in den vergangenen zwei Jahrzehnten wenig geändert. Die reichsten 10 % der privaten Haushalte besitzen 85,4 % des weltweiten Nettogeldvermögens. Das ist ein Rückgang gegenüber 91,5 % im Jahr 2005 – bei gleichbleibendem Fortschrittstempo würde es jedoch noch fast 80 Jahre dauern, bis weltweit ein Niveau der Vermögenskonzentration erreicht wäre, das mit dem innerhalb einzelner Länder vergleichbar wäre. Unterdessen verfügt die untere Hälfte der in diesem Bericht erfassten Weltbevölkerung – fast drei Milliarden Menschen – über fast kein Nettofinanzvermögen. Auf nationaler Ebene hat sich an der Vermögensverteilung dagegen kaum etwas verändert: Im Jahr 2025 lag der Anteil des obersten Vermögensdezils bei durchschnittlich 60,9 %, gegenüber 60,4 % im Jahr 2005.Auch das Verhältnis von Durchschnittswert zu Medianwert hat sich kaum verändert – es ist von 3,11 auf 3,12 nur minimal gestiegen. Dennoch: Vermögensverhältnisse sind kein unabänderliches Schicksal. Einige Länder zeigen, dass sich die Vermögensverteilung verbessern lässt: In den Niederlanden ist der Anteil des obersten Dezils um 2,4 Prozentpunkte auf 56,1 % gesunken. In Irland hat sich das Verhältnis von Durchschnitts- zu Medianvermögen von 4,87 auf 3,42 verringert. Diese Ausnahmen haben jedoch nicht zu einem allgemeinen Rückgang der Vermögensungleichheit auf nationaler Ebene geführt.
KI könnte die bislang weitgehend stabile Vermögensverteilung verändern, wenn sich die Wertschöpfung durch KI stärker von der Arbeit zum Kapital verschiebt. Dadurch könnte die Kluft zwischen Arbeitnehmern und Kapitaleignern noch größer werden. Allianz Research schätzt, dass KI in den nächsten drei Jahren fast jeden vierten Arbeitsplatz in den großen Volkswirtschaften betreffen könnte, vor allem durch Umstrukturierungen. Die Verdrängung von Arbeitsplätzen könnte vorübergehend schneller voranschreiten als die Schaffung neuer Stellen, wenn Unternehmen neue Technologien schneller einsetzen können, als sich Beschäftigte umschulen lassen. Wenn Produktivitätsgewinne vor allem zu steigenden Unternehmensgewinnen führen und sich nicht in höheren Löhnen niederschlagen, könnten diejenigen, die Vermögenswerte besitzen, überproportional profitieren. Die Politik steht damit vor der Aufgabe, Arbeitnehmer in diesem Anpassungsprozess zu unterstützen, steuerliche Anreize für eine Substitution von Arbeit zu vermeiden und breiteren Bevölkerungsschichten die Teilhabe an Kapitalerträgen zu ermöglichen. Andernfalls könnte KI zwar erheblichen Wohlstand schaffen, die Vorteile jedoch in den Händen einiger weniger konzentrieren und zu Umwälzungen führen, die den sozialen Zusammenhalt gefährden könnten.
Allianz Research schätzt, dass KI in den nächsten drei Jahren fast jeden vierten Arbeitsplatz in den großen Volkswirtschaften betreffen könnte, vor allem durch Umstrukturierungen. 

Die Aussichten für den weltweiten Wohlstand bleiben grundsätzlich positiv. Doch mit dem Aufstieg der KI entstehen neue Chancen und Risiken, die seine künftige Entwicklung maßgeblich beeinflussen könnten. Für 2026 wird ein Wachstum des weltweiten Geldvermögens von rund 9 % erwartet, was erneut deutlich über der langfristigen Wachstumsrate von 6 % läge. Weitere Zugewinne hängen zunehmend davon ab, dass die Unternehmensgewinne die hohen Erwartungen erfüllen, insbesondere im Zusammenhang mit KI. Eine höhere Produktivität und höhere Unternehmensgewinne könnten für einen anhaltenden Aufwärtstrend sorgen. Sollten die Erwartungen jedoch der wirtschaftlichen Realität vorausgeeilt sein, könnte eine anschließende Korrektur weit mehr als nur Technologieaktien in Mitleidenschaft ziehen. In einem Negativszenario könnte ein Rückgang des S&P 500 um 25 % das Vermögen der US-Haushalte um rund 27 Billionen US-Dollar reduzieren – was fast 14 % ihres gesamten Nettovermögens entspräche. In der Folge könnten eine Stimmungseintrübung und sinkende Konsumausgaben die US-Wirtschaft in eine Rezession führen. Mittelfristig dürfte sich KI als wichtiger Treiber des weltweiten Wohlstands erweisen. Der Weg dorthin könnte jedoch von stärkeren Schwankungen geprägt sein. Globale Fragmentierung, anhaltende Inflation und hohe staatliche Schulden werden die Renditen dämpfen. Gleichzeitig sind Umfang und Zeitpunkt der KI-bedingten Produktivitätssteigerungen weiterhin ungewiss. Daher dürfte sich das jährliche Wachstum des Geldvermögens mittelfristig bei etwa 5 % bis 6 % einpendeln.

KI birgt großes Potenzial, doch es wird Zeit brauchen, bis die technologischen Möglichkeiten zu nachhaltigen und breit verteilten Wohlstandsgewinnen führen.

Gleichzeitig sind Umfang und Zeitpunkt der KI-bedingten Produktivitätssteigerungen weiterhin ungewiss.