Verteilung: Neuer Wohlstand, alte Trennlinien

Bei der weltweiten Wohlstandsentwicklung war über viele Jahre ein Konvergenzprozess zu beobachten, durch den die Kluft zwischen Schwellenländern und reicheren Volkswirtschaften allmählich kleiner wurde. Dieser Prozess ist nicht vorbei, hat sich jedoch drastisch verlangsamt. Die Entwicklung des durchschnittlichen Pro-Kopf-Nettogeldvermögens der Industrieländer relativ zu dem der Schwellenländer macht dies sehr deutlich: Von 2005 bis 2015 sank diese Zahl von 62 auf 21. Das bedeutet, dass das Nettogeldvermögen der reicheren Länder im Jahr 2015 „nur“ noch 21 Mal so hoch war wie das der ärmeren Länder. In den folgenden zehn Jahren ging dieser Wert jedoch nur noch um knapp 4 Punkte auf zuletzt 17 zurück (Abbildung 29).

Ab 2017 kehrte sich die Konvergenz um. Nachdem die Kluft zwischen ärmeren und reicheren Ländern über mehr als zehn Jahre stark geschrumpft war, wurde sie von 2017 bis 2021 wieder größer. Ab 2022 setzte sich die Konvergenz zwar fort, verlor jedoch deutlich an Dynamik: In den vergangenen drei Jahren sank die Quote nur noch von 18,5 auf 17,2. Die globale Vermögenskluft schrumpft zwar weiter, aber nur noch im Schneckentempo.

Das Ende der Globalisierung zu verkünden wäre verfrüht – doch ihr Charakter hat sich eindeutig gewandelt. Geopolitische Spannungen, rückläufige grenzüberschreitende Investitionen und der Umbau globaler Lieferketten setzen die Schwellenländer unter Druck und schmälern die Vorteile, die sie aus ihrer immer tieferen Integration in die globalen Wertschöpfungsketten gezogen haben. Gleichzeitig könnten die grüne Transformation und KI neue Chancen eröffnen, da sie zu einer höheren Nachfrage nach kritischen Ressourcen, Energieinfrastruktur, Datendiensten und digitalen Arbeitsleistungen führen. Ob die Schwellenländer diese Chancen nutzen können, hängt von ihrem Zugang zu Technologie, Kapital und Fachkräften ab. Vorerst vollziehen sich diese Veränderungen in einer stärker fragmentierten Welt. Das verschlechtert die Bedingungen für ärmere Länder, wirtschaftlich aufzuholen.

Ob die Schwellenländer diese Chancen nutzen können, hängt von ihrem Zugang zu Technologie, Kapital und Fachkräften ab. 
Abb. 29: Konvergenz im Schneckentempo
Nettogeldvermögen pro Kopf, Relationen zwischen Industrie- und Schwellenländern
 

Quellen: Eurostat, EZB, nationale Zentralbanken, Finanzaufsichtsbehörden, Finanzverbände und statistische Ämter, IWF, LSEG, World Inequality Database, Allianz Research

Vor diesem Hintergrund war die Zahl der Angehörigen der globalen Vermögensmittelschicht mit rund 866 Millionen gegenüber dem Vorjahresbericht nahezu unverändert.13 Langfristig gesehen bleibt das Wachstum dieser Klasse jedoch beeindruckend: Die Zahl ihrer Angehörigen ist seit 2005 um 81 % gestiegen. Vor allem hat sich ihr Gravitätszentrum verlagert: Über die vergangenen zwei Jahrzehnte hat sich der Anteil der Schwellenländer an der globalen Vermögensmittelschicht von 43,6 % auf 61,9 % erhöht. Im Jahr 2025 entfiel etwas mehr als die Hälfte davon auf China.

Noch bemerkenswerter ist die Gewichtsverschiebung innerhalb der globalen Vermögensoberklasse. Diese wuchs zwischen 2005 und 2025 um 37 % auf rund 584 Millionen Menschen an. Auf die Schwellenländer entfielen 32,1 % dieser Gruppe, verglichen mit weniger als 2 % im Jahr 2005. Damit war das Wachstum der globalen Vermögensoberklasse ausschließlich auf die Schwellenländer zurückzuführen – in den Industrieländern ging die Zahl der sehr vermögenden Privatpersonen leicht zurück. Haupttreiber dieser Entwicklung war China, auf das mehr als drei Viertel des Wachstums der Vermögensoberklasse in den Schwellenländern entfielen.

Auch das Wachstum der globalen Vermögensmittelschicht geht größtenteils auf die Schwellenländer zurück. Insgesamt waren sie in den vergangenen zwei Jahrzehnten für mehr als 90 % des Wachstums der mittleren und oberen Vermögensklassen verantwortlich. Dadurch ist die globale Vermögenslandschaft wesentlich heterogener geworden, auch wenn das Gefälle beim durchschnittlichen Vermögen zwischen Industrie- und Schwellenländern nach wie vor groß ist.

Die Zahl der Personen mit geringem Vermögen ist um rund 7 % auf 4,3 Milliarden gestiegen, bei einem Gesamtbevölkerungswachstum von knapp 17 % in den untersuchten Ländern. Damit ist ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung von 2005 bis 2025 von 81,7 % auf 74,8 % gesunken.

Die Schwellenländer stellten zuletzt weiterhin 92,0 % dieser Gruppe, was etwas weniger war als vor zwei Jahrzehnten, als ihr Anteil bei 92,9 % lag. In den Industrieländern stieg die Zahl der Menschen mit geringem Vermögen jedoch um rund 21 % auf 346 Millionen. Der weltweite Aufstieg in höhere Wohlstandsklassen ist unverkennbar – doch längst nicht alle haben davon profitiert.

Die Entstehung einer größeren und geografisch heterogeneren Vermögensoberklasse ändert nichts daran, dass die Vermögenskonzentration auf globaler Ebene immer noch extrem hoch ist. Eine Aufteilung der Gesamtbevölkerung der analysierten Länder in Vermögensdezile macht das sehr deutlich.

Sie zeigt, dass die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung mit einem durchschnittlichen Nettogeldvermögen von 312.590 Euro im Jahr 2025 zusammen 85,4 % des globalen Nettofinanzvermögens hielten. Ihr Anteil ist zwar gegenüber 91,5 % im Jahr 2005 zurückgegangen, liegt aber immer noch weit über dem durchschnittlichen Anteil des obersten Dezils auf nationaler Ebene von 60,9 % (Abbildung 30). Beim Fortschrittstempo der letzten zwei Jahrzehnte würde es noch fast 80 Jahre dauern, bis die weltweite Vermögenskonzentration ein ähnliches Niveau erreicht wie innerhalb einzelner Länder.

Die Kluft zwischen dem reichsten Dezil und allen anderen ist enorm. Das zweitreichste Dezil besaß zuletzt lediglich 8,7 % des globalen Nettogeldvermögens, mit durchschnittlich rund 34.060 Euro pro Person. Auf jede Person im reichsten Dezil entfiel damit neun Mal so viel Vermögen wie auf jede Person in der nächstniedrigeren Vermögensgruppe.

Die untere Hälfte der im Bericht erfassten Bevölkerung, knapp 3 Milliarden Menschen, besaß fast nichts. Ihr Gesamtanteil am weltweiten Nettofinanzvermögen lag bei praktisch null. Das unterste Dezil wies ein negatives Nettogeldvermögen von rund 2.680 Euro pro Person auf, da die Schulden das Finanzvermögen überstiegen. Selbst in den zwei Dezilen in der Mitte der globalen Vermögensverteilung belief sich das durchschnittliche Nettofinanzvermögen auf lediglich rund 3.170 Euro beziehungsweise 1.810 Euro pro Person. Die globale Vermögenslandschaft ist geografisch heterogener geworden, aber der Wohlstand ist kaum breiter verteilt.

13 Die Klassifizierung der Vermögensklassen basiert auf dem durchschnittlichen globalen Pro-Kopf-Nettogeldvermögen, das sich 2025 auf 36.690 Euro belief. Die globale Vermögensmittelschicht („Medium Wealth“, MW) umfasst alle Personen mit einem Nettogeldvermögen zwischen 30 % und 180 % des globalen Durchschnitts. Damit liegen die gerundeten Grenzwerte für die Zugehörigkeit zur globalen Vermögensmittelschicht im Jahr 2025 bei 11.000 Euro und 66.000 Euro. Die „Low Wealth“ (LW)-Kategorie der Menschen mit geringem Vermögen umfasst Personen mit einem Nettogeldvermögen von unter 11.000 Euro, während der Begriff „High Wealth“ (HW) für Personen mit einem Nettofinanzvermögen von mehr als 66.000 Euro gilt (Einzelheiten zur Festlegung der Grenzwerte finden Sie in Anhang A).
Abb. 30: Globale Vermögenskonzentrationn
Nettogeldvermögen, Anteil nach Dezilen 2005 und 2025 in % (zum Euro-Wechselkurs Ende 2025)  
 

Quellen: Eurostat, EZB, nationale Zentralbanken, Finanzaufsichtsbehörden, Finanzverbände und statistische Ämter, IWF, LSEG, World Inequality Database, Allianz Research

Dadurch ist die globale Vermögenslandschaft wesentlich heterogener geworden, auch wenn das Gefälle beim durchschnittlichen Vermögen zwischen Industrie- und Schwellenländern nach wie vor groß ist.

Die hohe globale Vermögenskonzentration zeigt sich auch in der großen Kluft zwischen den Median- und Durchschnittswerten für das globale Nettofinanzvermögen. Während der Medianwert des Nettofinanzvermögens im Jahr 2025 bei rund 2.490 Euro pro Kopf lag, war der Durchschnittswert fast 15 Mal höher (36.690 Euro). Allerdings hat sich das Gefälle in den letzten 20 Jahren deutlich verringert: 2005 war der Durchschnittswert noch fast 33 Mal so hoch wie der Medianwert. Damit hat die Person in der Mitte der Vermögensverteilung gegenüber dem globalen Durchschnitt aufgeholt. Der Durchschnitt vermittelt jedoch nach wie vor ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Vermögensverhältnisse.

Auf den ersten Blick scheint es ermutigend, dass das durchschnittliche Nettovermögen in den meisten unteren Vermögensdezilen viel schneller gewachsen ist (Abbildung 31). Diese hohen Wachstumsraten spiegeln jedoch vor allem ein extrem niedriges Ausgangsniveau wider. Selbst kräftige prozentuale Zuwächse schlagen sich nur in vergleichsweise geringen absoluten Vermögensgewinnen nieder, während die Reichsten weiter deutlich größere Vermögen anhäufen. Eine gleichmäßigere Verteilung des Wohlstands auf globaler Ebene bleibt daher ein fernes Ziel.

Damit hat die Person in der Mitte der Vermögensverteilung gegenüber dem globalen Durchschnitt aufgeholt. Der Durchschnitt vermittelt jedoch nach wie vor ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Vermögensverhältnisse.
Abb. 31: Aufholprozess im Gange?
Wachstum des durchschnittlichen Pro-Kopf-Nettogeldvermögens nach Dezilen, 2025/2005 in %

Quellen: Eurostat, EZB, nationale Zentralbanken, Finanzaufsichtsbehörden, Finanzverbände und statistische Ämter, IWF, LSEG, World Inequality Database, Allianz Research
Im Jahr 2025 besaßen die reichsten zehn Prozent in den 57 untersuchten Ländern durchschnittlich 60,9 % des nationalen Nettofinanzvermögens (ungewichteter Durchschnitt), verglichen mit 85,4 % auf globaler Ebene. 

Insgesamt ist die Vermögensungleichheit innerhalb der Länder weniger ausgeprägt als auf globaler Ebene. Im Jahr 2025 besaßen die reichsten zehn Prozent in den 57 untersuchten Ländern durchschnittlich 60,9 % des nationalen Nettofinanzvermögens (ungewichteter Durchschnitt), verglichen mit 85,4 % auf globaler Ebene. Der Abstand zwischen Durchschnitts- und Medianvermögen war ebenfalls deutlich kleiner: Auf nationaler Ebene war das Pro-Kopf-Vermögen (ungewichteter Durchschnitt) nur etwa drei Mal so hoch wie das Medianvermögen (Verhältnis 3,12).

In einer Hinsicht ist das Bild auf nationaler Ebene jedoch besonders enttäuschend: Obwohl Ungleichheit seit Jahren ein großes politisches Thema ist, hat es praktisch keine Fortschritte in Richtung einer ausgewogeneren Vermögensverteilung gegeben. Im Jahr 2005 besaßen die reichsten zehn Prozent der Haushalte 60,4 % des nationalen Geldvermögens und das durchschnittliche private Vermögen lag beim Dreifachen des Medianwerts (Verhältnis 3,11). Zwei Jahrzehnte später sind beide Kennzahlen praktisch unverändert. Der Wohlstand ist deutlich gewachsen, doch an seiner Verteilung innerhalb der einzelnen Länder hat sich erstaunlich wenig geändert.

Hinter dieser oberflächlichen Stabilität verbergen sich deutlichere Verschiebungen auf Länderebene. In 32 der 57 untersuchten Länder hat sich der Anteil der reichsten zehn Prozent von 2005 bis 2025 um weniger als 2 Prozentpunkte verändert (Abbildung 32). Wo es hingegen zu größeren Veränderungen kam, war der Trend eindeutig: Die Ungleichheit nahm zu. Eine Verschlechterung war fast doppelt so häufig wie eine Verbesserung.

In 16 Ländern hat die Vermögenskonzentration zugenommen. Nur in neun hat sie abgenommen. Unter den Ländern, in denen sich die Vermögensverteilung verbessert hat, verzeichnete Kambodscha den stärksten Rückgang des Vermögensanteils der reichsten zehn Prozent, gefolgt von Portugal und der Slowakei. Auch Lettland, Ungarn, Belgien, Irland, Malaysia und die Niederlande verzeichneten deutliche Rückgänge. Dabei starteten sie von unterschiedlichen Ausgangspunkten: einer relativ hohen Vermögenskonzentration in Portugal, Lettland und Irland und einer bereits ausgewogeneren Vermögensverteilung in der Slowakei, Ungarn und den Niederlanden. In den Niederlanden ging der Anteil der reichsten zehn Prozent um 2,4 Prozentpunkte auf 56,1 % zurück.

Am anderen Ende des Spektrums verzeichnete China die bei weitem höchste Zunahme der Vermögenskonzentration. Der Anteil der reichsten zehn Prozent stieg hier von 2005 bis 2025 um 15,7 Prozentpunkte auf 68,0 % und lag damit deutlich über dem globalen Durchschnitt von 60,9 %. Diese Entwicklung ist eine Begleiterscheinung der tiefgreifenden wirtschaftlichen und sozialen Transformation des Landes in den letzten 20 Jahren, die zu einer breiteren Verteilung des Wohlstands und der Entstehung einer bedeutenden Oberschicht geführt hat. Das Beispiel China zeigt, wie schwierig es ist, einen rasanten Vermögensaufbau mit einer ebenso schnellen Verteilung der daraus entstehenden Wohlstandsgewinne in Einklang zu bringen. Zu einer Zunahme der Ungleichheit führte hier vor allem das ungebremste Wachstum der „wilden“ 2000er Jahre, als der Privatsektor nur wenigen Beschränkungen unterlag. Im krassen Gegensatz dazu ist die Vermögenskonzentration in den letzten fünf Jahren unverändert geblieben.

China war mit seiner Entwicklung nicht allein: Auch in Russland und Indien, wo sich der Anteil der reichsten zehn Prozent um 10,5 beziehungsweise 6,8 Prozentpunkte erhöht hat, ist die zunehmende Wohlstandskonzentration eine „Nebenwirkung“ raschen Wachstums. In mehreren Industrieländern hat die Vermögenskonzentration ebenfalls zugenommen. In den USA haben die reichsten zehn Prozent ihren Anteil am Gesamtvermögen um 4,0 Prozentpunkte auf 68,2 % ausgebaut. Das ist eine der höchsten Vermögenskonzentrationen unter den Industrieländern – und eine Verbesserung ist nicht in Sicht.

Auch in Schweden und der Schweiz ist der Anteil des obersten Vermögensdezils um mehr als 4 Prozentpunkte gestiegen. In Frankreich, das einen etwas geringeren Anstieg um 3,1 Prozentpunkte verzeichnete, blieb der Vermögensanteil der reichsten zehn Prozent mit 54,8 % trotzdem noch unter dem Wert im benachbarten Deutschland (59,5 %). Diese Zahlen zeigen, dass eine zunehmende Vermögenskonzentration kein auf Schwellenländer beschränktes Phänomen ist und auch keine automatische Folge eines rasanten Entwicklungsprozesses.

Abb. 32: Alte Trennlinien, neue Extreme
Anteil der Top 10 % am gesamten Nettofinanzvermögen, Veränderung von 2005 bis 2025 in Prozentpunkten


Quellen: Eurostat, EZB, nationale Zentralbanken, Finanzaufsichtsbehörden, Finanzverbände und statistische Ämter, IWF, LSEG, World Inequality Database, Allianz Research

Das Verhältnis von Durchschnitts- zu Medianvermögen bietet eine wichtige ergänzende Perspektive: Es zeigt, inwieweit der Anstieg des durchschnittlichen Geldvermögens auch beim typischen Haushalt ankommt. Unter den 57 untersuchten Ländern blieb dieser Wert praktisch unverändert, mit einem minimalen Anstieg von 3,11 im Jahr 2005 auf 3,12 im Jahr 2025. Dies bestätigt das Gesamtbild eines anhaltenden nationalen Wohlstandsgefälles.

Die deutlichste Verbesserung wurde in den Niederlanden verzeichnet, wo das Verhältnis von Durchschnitts- zu Medianvermögen von 4,04 auf 2,48 zurückging, sowie in Irland, wo es von 4,87 auf 3,42 sank. In beiden Ländern deutet die schrumpfende Kluft darauf hin, dass die Mitte der Verteilungskurve gegenüber dem Durchschnittsvermögen aufgeholt hat.

Die größten Verschlechterungen wurden in Russland, Schweden und China verzeichnet. In Russland erhöhte sich das Verhältnis von Durchschnitts- zu Medianvermögen von 2,99 auf 4,77, in Schweden von 3,77 auf 5,25 und in China von 2,03 auf 3,33. Das Medianvermögen der chinesischen Bevölkerung stieg deutlich, das Durchschnittsvermögen jedoch noch stärker. Damit verdeutlicht das Beispiel China einen zentralen Widerspruch rascher Vermögensbildung: Der Wohlstand kann breiter verteilt werden, während zugleich die Ungleichheit zunimmt.

Insgesamt deuten die geringen Veränderungen bei beiden Verteilungsmaßen in den meisten Ländern auf eine strukturell verankerte Vermögensungleichheit hin. Zwei Jahrzehnte Wirtschaftswachstum, Krisen und politische Debatten haben an den grundlegenden Vermögensverhältnissen kaum etwas verändert.

Damit verdeutlicht das Beispiel China einen zentralen Widerspruch rascher Vermögensbildung: Der Wohlstand kann breiter verteilt werden, während zugleich die Ungleichheit zunimmt.

Abb. 33: Die Mitte tut sich schwer
Relation zwischen dem Mittel- und Medianwert des Nettogeldvermögens, Veränderung 2005-2025 in Punkten
  

 


Quellen: Eurostat, EZB, nationale Zentralbanken, Finanzaufsichtsbehörden, Finanzverbände und statistische Ämter, IWF, LSEG, World Inequality Database, Allianz Research