Flutwarnung für Megacities

Die Vorboten sind da. Die schwersten Niederschläge seit 100 Jahren überschwemmten während der vergangenen Wochen die indische Küstenmetropole Chennai. Mit dem Abebben des Hochwassers wird das Ausmaß der Zerstörung langsam ersichtlich. Die Fluten hinterlassen über 300 Tote und geschätzte drei Milliarden Dollar Sachschaden. 


 

An Küstenstreifen gelegene Städte sind laut einer gemeinsamen Studie von Weltbank und OECD zunehmend der Gefahr von lebensbedrohenden und kostspieligen Überschwemmungen ausgesetzt. Als Gründe werden Klimawandel, rasche Verstädterung und die Landabsenkung genannt. Wenn die Städte keine entsprechenden Abwehrmaßnahmen ergreifen, könnten die durchschnittlichen Verluste durch Überschwemmungen weltweit von 6 Milliarden Dollar 2005 auf eine Billion Dollar jährlich in 2050 ansteigen.Besonders gefährdet sind küstennahe Megacitys in Südostasien und im Osten der USA.
 
In ihrer alle zwei Jahre erscheinenden Studie „Revision of the World Urbanization Prospect“ rechneten die Vereinten Nationen 2011 mit insgesamt 890 Millionen Stadtbewohnern, die derzeit von Naturkatastrophen bedroht sind.
 
Für die Versicherungsindustrie hat sich eine völlig neue Risikolandschaft entwickelt, erklärt Axel Theis, Mitglied des Vorstands der Allianz SE: „Häufigkeit und Intensität klimatischer Ereignisse haben in den letzten 50 Jahren weltweit zugenommen – und gleichzeitig die Konzentration der versicherten Werte. Dazu kommt, dass die Expansion der Infrastruktur nicht mit den steigenden Bedürfnissen der Bevölkerung Schritt halten kann. Dieses Missverhältnis macht die Städte extrem anfällig für Naturkatastrophen, insbesondere in Asien.“
 

Asien am stärksten betroffen 
 

Bereits jetzt sind Städte wie Peking, Delhi, Jakarta, Manila, Mumbai, Shanghai und Taipei alle hochwasser- und wirbelsturmgefährdet. So ist das Risiko für Überschwemmungen und tropische Wirbelstürme in Asien verglichen mit den USA 62 bzw. 40 Mal höher.
 
Asien läuft Gefahr, noch größere Verluste bei Naturkatastrophen zu erleiden. Gleichzeitig ist der Versicherungsschutz gegen Risiken aus Naturkatastrophen immer noch lückenhaft Katastrophen, wie die Überschwemmung in Bangkok 2011 mit Schäden von 45 Milliarden Dollar zeigen, dass die Kumulrisiken exponentiell steigen. Dabei fallen sogenannte ‘versteckte Risiken’ wie Betriebsunterbrechungsschäden immer stärker ins Gewicht.
 
Der Klimawandel wird die Situation in Asien noch verschärfen. Ohne entsprechende Maßnahmen – dazu zählen vorrangig Versicherungslösungen sowie Anpassung und Risikominderungs-Strategien – werden das potenzielle Ausmaß der Schäden und die Auswirkungen auf die Bevölkerung in den urbanen Zentren Asiens erheblich sein.
 

Wachsendes Gefahrenpotenzial
 

Während die Versicherungsdichte Dank größeren Wohlstands weiter steigt, nimmt die Unsicherheit in der Assekuranz zu, weil es an Daten zur Risikobewertung mangelt.
 
„Um mit der rasant zunehmenden Risikokonzentration Schritt zu halten, nutzen wir modernste Technologien und Modelle. Mittels Satellitentechnologie und 3D-Imaging beispielsweise können wir Risiken passgenau – bis auf die Ebene einzelner Gebäude – verorten “ erklärt Theis. „Doch das beste mathematische Modell der Welt wird nur dann funktionieren, wenn die verwendeten Daten korrekt sind und das Risiko eindeutig identifizierbar ist.“
 
Theis setzt fort: „Die Überschwemmung in Thailand war ein solcher Großschaden, der nicht im Vorfeld simuliert werden konnte. Die Liegenschaften zahlreicher Unternehmen standen unter Wasser, was zu einer weltweiten Unterbrechung der Lieferkette führte. Um die Risiken in Zukunft noch besser einschätzen zu können, sind zum Beispiel Geocoding, aber auch der direkte Dialog mit dem Kunden elementar.”

Flutwarnung für Megacities

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