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Seit dem Überfall Deutschlands auf Polen 1939 prägten die mit dem Krieg verbundenen Risiken das Geschäft der Versicherung. Im Krieg galt die Maxime, die neuartigen Gefahren zu minimieren und neue geschäftliche Potenziale maximal zu nutzen. Kriegseinwirkungen beeinträchtigten das Geschäft insgesamt; bei Kriegsende stand die Allianz vor dem Ruin. Bis 1943 war es dem Unternehmen jedoch gelungen seine Umsätze erheblich zu steigern.

Die wichtigsten Geschäftsfelder waren dabei Transport-, Bauwesen-,  gewerbliche Feuerversicherung und  Lebensversicherung. Um die steigenden Forderungen der Versicherten abzudecken, wurden Versicherungspools gegründet. So wurden kriegsbedingte Großrisiken abgesichert. Sachschäden, die unmittelbar aus Kriegshandlungen resultierten, deckten die Versicherungen nicht ab. Außerdem wurden Zusatzprämien erhoben. Für Lebensversicherungen führten die Gesellschaften ein Umlageverfahren und individuelle Gefahrenzuschläge ein.

Bis etwa 1943 konnte so die Allianz ihre Ertragslage stabil halten, obwohl sich zum Beispiel die Zahl der Kriegstoten, für die Lebensversicherungen ausgezahlt werden mussten, im Zeitraum von 1941 bis 1943 mehr als vervierfachte.
Schülerkalender von Allianz Leben 1940/41
Schülerkalender von Allianz Leben 1940/41
Mit dem Überfall Deutschlands auf Polen am 1. September 1939 löste Deutschland den Zweiten Weltkrieg aus. Polen wurde militärisch und als völkerrechtliche Einheit zerschlagen. Das Territorium des polnischen Staates wurde zwischen Deutschland und der Sowjetunion aufgeteilt. Teile des besetzen Polens wurden direkt annektiert. Aus mehreren Distrikten Zentralpolens wurde das sog. Generalgouvernement, das einer deutschen Zivilverwaltung unterstand, gebildet. Der deutschen Besatzung fielen etwa 6 Millionen Bürger Polens zum Opfer.
  • Deutsche Truppen marschieren in die Tschechoslowakei ein: Das "Reichsprotektorat Böhmen und Mähren" wird errichtet
  • Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der Sowjetunion ("Hitler-Stalin-Pakt")
  • Mit dem Überfall auf Polen beginnt Deutschland den Zweiten Weltkrieg
Die von Deutschland etablierten Besatzungsregimes unterschieden sich in den verschiedenen Regionen Europas grundlegend voneinander: einer zumindest ansatzweise "zivilisierten" Herrschaft im Westen stand eine vielfach barbarische Gewaltherrschaft im Osten gegenüber.

Die Form der Besatzungspolitik und die jeweilige weltanschauliche Einstellung gegenüber den unterjochten Völkern prägten auch die Arbeit der Versicherungsgesellschaften vor Ort. In den besetzten Ländern Westeuropas agierte die Allianz eher zurückhaltend. Im östlichen Europa war dies anders.

In den von Deutschland annektierten Gebieten Polens Oberschlesien, Posen und Danzig wurden die polnischen und britischen Versicherungspolicen auf deutsche Versicherungsunternehmen - darunter auch die Allianz - zur treuhänderischen Verwaltung übertragen.
Titelbild der "Allianz Zeitung" zum Kriegsbeginn 1939 mit einer Karte der vom Deutschen Reich besetzten Gebiete Polens.
Titelbild der "Allianz Zeitung" zum Kriegsbeginn 1939 mit einer Karte der vom Deutschen Reich besetzten Gebiete Polens.
Mit dem Überfall Deutschlands auf Polen am 1. September 1939 löste Deutschland den Zweiten Weltkrieg aus. Polen wurde militärisch und als völkerrechtliche Einheit zerschlagen. Das Territorium des polnischen Staates wurde zwischen Deutschland und der Sowjetunion aufgeteilt. Teile des besetzen Polens wurden direkt annektiert. Aus mehreren Distrikten Zentralpolens wurde das sog. Generalgouvernement, das einer deutschen Zivilverwaltung unterstand, gebildet. Der deutschen Besatzung fielen etwa 6 Millionen Bürger Polens zum Opfer.
  • Deutschland setzt seinen Eroberungskrieg fort: Dänemark, Norwegen, die Niederlande, Belgien, Luxemburg und Frankreich müssen kapitulieren und werden besetzt
  • In Lodz (Polen) wird das erste überwachte jüdische Getto eingerichtet
  • Die deutsche Luftwaffe beginnt den Luftkrieg gegen England
  • Errichtung des Warschauer Gettos
Die NSDAP und ihre Untergliederungen waren aufgrund ihrer Macht, ihrer vielen Millionen Mitglieder und ihres umfangreichen Vermögens ein gewichtiger wirtschaftlicher Faktor in Deutschland. Sie waren für die gesamte Wirtschaft bedeutende Kunden. Dies galt auch für die Allianz.

Parteigliederungen wie die NS-Frauenschaft, die NS-Kriegsopferversorgung, der Kameradschaftsbund Deutscher Polizeibeamten und der NS-Lehrerbund schlossen mit der Allianz Unfall-, Sterbegeld oder Lebensversicherungen ab. Dies waren meist Gruppenversicherungen zwischen den Organisationen, die für ihre Mitglieder oder Bediensteten als Vertreter auftraten, und der Allianz. Das Unternehmen erweiterte auf diese Art seinen Kundenkreis.
Gruppen-Risiko-Sterbegeldversicherung mit dem Kameradschaftsbund Deutscher Polizeibeamten
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei war die Partei Adolf Hitlers. Sie wurde 1920 gegründet und nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten die einzige zugelassene Partei in Deutschland. Zentrale Kennzeichen ihrer Ideologie waren Rassismus und Antisemitismus, Demokratiefeindlichkeit und ein aggressiver Expansionsdrang. Sie wuchs von einer Splitterpartei bis zur Massenpartei mit 8,5 Millionen Mitgliedern.
Gruppenversicherungen sind Verträge, die ein Versicherungsunternehmen mit einer Organisation oder einer Firma abschloss. Der Vertrag regelte für Angehörige der Organisation oder Mitarbeiter der Firma die einheitlichen Konditionen der Versicherung. Die Allianz schloss derartige Verträge z. B. mit dem NS-Lehrerbund und der NS-Kriegsopferversorgung.
Seit 1940 entwickelte die Allianz Geschäftsbeziehungen zu Wirtschaftsunternehmen der SS. Einzelnen Personen wie z. B. Max Beier (1889-1945) kam dabei eine wichtige Funktion zu. Beier war ein geschäftlich erfolgreicher Subdirektor der Allianz in Berlin und unterhielt enge Beziehungen zur SS. Er akquirierte umfangreiche Aufträge für Versicherungen von Werkstätten der Deutschen Ausrüstungswerke (DAW). Die DAW war ein Bestandteil  der SS-Wirtschaftsbetriebe.

Für Gebäude und Güter dieser Werkstätten in Konzentrationslagern schloss die Allianz Feuer- und Transportversicherungspolicen mit den SS-Wirtschaftsbetrieben ab. Sie war dabei meist als ein Mitglied eines Konsortiums mehrerer Versicherer tätig.

Mitarbeiter der Versicherungsgesellschaft erhielten in Einzelfällen die Möglichkeit zur Besichtigung der Werkstätten. Zur Festlegung der Vertragsbedingungen für eine Feuerversicherung gestatteten beispielsweise 1940 die DAW Max Beier Zugang zum KZ Dachau, um die dortigen Werkstätten zu inspizieren.
Max Beier (1889-1945), Subdirektor der Allianz Zweigniederlassung Berlin
Max Beier (1889-1945), Subdirektor der Allianz Zweigniederlassung Berlin
Paramilitärische Kampftruppe der NSDAP. Die SS verstand sich selbst als Eliteformation. Unter ihrem Leiter Heinrich Himmler wurde sie zum zentralen Macht- und Terrorinstrument des NS-Regimes. Sie eignete sich Kompetenzen der Polizei an, übernahm die alleinige Zuständigkeit für das System der Konzentrationslager und wurde zur Schaltstelle für den Völkermord an den europäischen Juden. Bei den Nürnberger Prozessen wurde die SS als "verbrecherische Organisation" klassifiziert.
Die DAW waren ein Bestandteil der Wirtschaftunternehmen der SS. Die Werkstätten befanden sich u. a. in den Konzentrationslagern Dachau, Buchenwald, Lublin und Sachsenhausen. Dort mussten Häftlinge nach einer Reorganisation der Aufgaben der DAW während des Krieges vor allem Holz- und Schmiedearbeiten ausführen.
Subdirektor der Allianz Zweigniederlassung Berlin, unterhielt enge Beziehungen zur SS. Er aquirierte umfangreiche Aufträge für Versicherungen von Einrichtungen der Deutschen Ausrüstungswerke (DAW). Diese waren Bestandteil der SS-Wirtschaftsbetriebe.

Anja Rechenberg
Spokesperson Corporate Responsibility

Tel. +49 89 3800 4511
Fax +49 89 3800 84511

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