Zweite Frau im Allianz Vorstand

Verjüngungskur an der Spitze: Jacqueline Hunt (47), bis vor kurzem für das Versicherungsgeschäft von Prudential in Großbritannien, Europa und Afrika zuständig, und Günter Thallinger (44), Chef von Allianz Investment Management (AIM), sind in den Vorstand der Allianz SE berufen worden. Hunt, nach Helga Jung die zweite Frau in dem Führungsgremium, folgt im Juli Jay Ralph (57) nach, Thallinger übernimmt ab 1. Januar 2017 den Bereich von Maximilian Zimmerer (57).

 

Jackie Hunt

Es gibt in der Versicherungsindustrie nicht viele von ihrem Kaliber. Jackie Hunt hat sich über die letzten 25 Jahren in der Branche als herausragende Finanzexpertin einen Namen gemacht. Kein Wunder, dass sie nach ihrem Weggang von Prudential im vergangenen November von vielen Seiten umworben wurde. Am Ende entschied sich die gebürtige Südafrikanerin für die Allianz, wo sie ab Juli für das Asset Management und das Lebensversicherungsgeschäft in den USA zuständig sein wird.
 
Hunt, die in Johannesburg Wirtschaft studierte und ihre berufliche Karriere bei Deloitte & Touche begann, kennt die Finanz- und Versicherungsbranche von Grund auf. Sie hat in Südafrika, Neuseeland, den USA und Europa gearbeitet, war Finanzchefin bei Aviva, bei Norwich Union und Standard Life, und hat bei Prudential zwei Jahre lang erfolgreich das Versicherungsgeschäft in Großbritannien, Europa und Afrika geleitet.
 
Mitarbeiter und Geschäftspartner heben ihre ruhige, zurückhaltende Art hervor, in der einige Kommentatoren zu Beginn ihrer Karriere mangelnde Durchsetzungsfähigkeit erkennen wollten. Sie wurden bald eines Besseren belehrt. „Ich liefere lieber Ergebnisse, als dass ich für große Ankündigungen bekannt bin, die ich dann nicht erfüllen kann“, sagt Hunt, die ursprünglich eigentlich Geologin hatte werden wollen.
 
Sie weiß, was es heißt, als Frau in einer Männerdomäne zu bestehen. „Ich kenne das Gefühl, wenn man sich als eine von vielleicht drei Frauen in einem Versammlungssaal mit Hunderten von Männern befindet“, sagt die 47-Jährige. Und sie kennt auch den Druck, den diese Position unweigerlich mit sich bringt, die Erwartungen, die damit verbunden sind, die besondere Aufmerksamkeit, die sie, die Frau im Vorstand, durch die Medien erfährt. „Einerseits ist es eine Ehre, eine Art Vorreiterrolle für Frauen zu übernehmen“, sagt sie, „aber man steht auch viel stärker unter Beobachtung. Es ist eine große Verantwortung.“
 
Die Opernliebhaberin, die mit ihrer Familie gern auf Reisen geht, hat sich ihren Erfolg mit Können und Ausdauer hart erarbeitet. Die, die sie kennen, bescheinigen ihr eine „stille Unnachgiebigkeit“, wenn es darum geht, ein Ziel zu verfolgen. Sie selbst beschreibt sich als rational, zielorientiert und überlegt. „Doch rational bedeutet nicht, dass man kein Einfühlungsvermögen besitzt“, sagt sie, und wer mit ihr redet, merkt sehr schnell, dass sie beides auf überzeugende Weise miteinander verbindet.
 
Zum Beispiel, wenn sie auf die Probleme zu sprechen kommt, mit denen berufstätige Mütter im Alltag zu kämpfen haben. „Ich habe das alles selbst mitgemacht“, sagt die Mutter eines 17jährigen Sohns und einer 14jährigen Tochter. Dass sie trotz Kindern Karriere gemacht hat, lag neben ihrer herausragenden Qualifikation auch an der Unterstützung durch Mann und Schwiegereltern. Doch sie weiß: Nicht immer können berufstätige Frauen auf solche Hilfe bauen. Ihre Sache liegt Hunt besonders am Herzen.
 
„Aber es geht nicht nur um Frauen“, setzt sie hinzu. „Es geht auch um Männer, die mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen. Es geht um Menschen, die ihre Angehörigen pflegen. Wir müssen das Thema von Beruf und Familie viel weiter fassen.“
 
Mit Jackie Hunt, die künftig für Asset Management und das Lebensversicherungsgeschäft in den USA zuständig sein wird, holt sich die Allianz eine ausgewiesene Fachfrau ins Unternehmen. Und wie es aussieht, nicht nur eine, die in der Vermögensverwaltung etwas bewegen kann. 

Jacqueline Hunt (47), bis vor kurzem für das Versicherungsgeschäft von Prudential in Großbritannien, Europa und Afrika zuständig, ist in den Vorstand der Allianz SE berufen worden.
Jacqueline Hunt (47), bis vor kurzem für das Versicherungsgeschäft von Prudential in Großbritannien, Europa und Afrika zuständig, ist in den Vorstand der Allianz SE berufen worden.

Günther Thallinger

Dafür, dass Günther Thallinger für 640 Milliarden Euro verantwortlich zeichnet – mehr als doppelt so viel wie der Bundeshauhalt ausmacht –, ist er bemerkenswert wenigen Leuten ein Begriff. Das dürfte sich bald ändern: Der Chef der Allianz Investment Management SE (AIM) tritt zum 1. Januar nächsten Jahres die Nachfolge von Maximilian Zimmerer an und wird dann mit knapp 45 Jahren das jüngste Mitglied im Allianz Vorstand sein.
 
Thallinger kam 2009 von McKinsey zur Allianz – die beste Entscheidung, die er bisher in seinem beruflichen Leben getroffen hat, wie er sagt. Seit 2012 ist der Steirer als Chef von AIM für die Anlage sämtlicher Versicherungsgelder der Allianz Gruppe zuständig. Doch er mag die in den Medien so beliebte Verkürzung auf den Mann an der Spitze nicht sonderlich. „Wir sind eine Mannschaft, die von sechs Standorten in Europa, Asien und den USA aus operiert“, unterstreicht er. „Das Portfolio wird nicht nur von einer Person gesteuert.“
 
Der promovierte Mathematiker – in seiner Dissertation befasste er sich mit nichtlinearen Gleichungen – hat in den letzten Jahren etliche Krisen an den Finanzmärkten miterlebt. Auch das aktuelle Zinstief hat seine Aufgabe nicht eben leichter gemacht. Doch wie die Berufung in den Vorstand zeigt, ist er auch unter erschwerten Bedingungen in der Lage, hervorragende Ergebnisse zu liefern. „Was aber nur gelingt, weil wir zehn Leute sind, die sich jede Woche zusammensetzen und intensiv diskutieren, welche Strategie am erfolgversprechendsten ist“, sagt Thallinger.
 
Dass er und seine Kollegen auf die richtige setzen, darauf vertrauen Millionen Versicherungskunden in aller Welt. Der dreifache Vater ist sich der damit verbundenen Verantwortung sehr bewusst. „Unser Anlagevolumen von 640 Milliarden Euro ist für uns keine abstrakte Größe“, sagt er. „Dahinter stehen Menschen, die für sich und ihre Familien vorsorgen wollen.“ Wer sich das immer wieder vor Augen halte, der verliere nicht so leicht die Bodenhaftung. Als einer, der am Berg aufgewachsen ist, wie er sagt, und der gern wandert, Klettern geht und Ski fährt, kennt er sich mit Bodenhaftung aus.
 
Entgegen dem hartnäckigen Mathematiker-Klischee ist er nicht nur versiert im Umgang mit Zahlen. Er kann auch gut mit Menschen, stürzt sich gern in Diskussionen und setzt auf Teamarbeit. „Anders“, sagt er, „hat man in dem Job keinen Erfolg. Keiner steuert ein Portfolio von 640 Milliarden allein.“ Thallinger ist gut vorbereitet, wenn er im Januar nächsten Jahres von Maximilian Zimmerer die Bereiche Investment Management und Global Life and Health (Globales Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft) übernimmt. „Ich hatte das Glück, dass ich bei der Allianz von vielen lernen konnte“, sagt er. „Und Maximilian Zimmerer war sicher einer meiner besten Lehrer.“

Günter Thallinger (44), Chef von Allianz Investment Management (AIM), ist in den Vorstand der Allianz SE berufen worden.
Günter Thallinger (44), Chef von Allianz Investment Management (AIM), ist in den Vorstand der Allianz SE berufen worden.

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