Allianz stärkt ihr Engagement für ihre Netto-Null-Klimastrategie

Die Allianz Gruppe beschleunigt die Umsetzung ihrer Klimastrategie und hat neue ehrgeizige Ziele für ihr Kerngeschäft und den Geschäftsbetrieb angekündigt. Das Unternehmen wird die Treibhausgasemissionen (THG) seiner Standorte und Geschäftsaktivitäten in über 70 Märkten bis 2030 auf null reduzieren, anstatt wie ursprünglich geplant bis 2050. In der Kapitalanlage von Versichertengeldern und der Schaden- und Unfallversicherung wird die Allianz ab dem 1. Januar 2023 keine Einzelprojekte für neue Öl- und Gasfelder,  Öl- und Gasaktivitäten in der Arktis und Antarktis sowie Schwerstöl- und Ultra-Tiefseerisiken finanzieren oder diese versichern. Ab Anfang 2025 erwartet die Allianz von den größten Öl- und Gasproduzenten eine solide "Netto-Null-Verpflichtung bis 2050" als Bedingung für Versicherungsschutz und Investitionen auf Unternehmensebene. 

„Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage muss die zuverlässige Energieversorgung von Haushalten und Unternehmen kurzfristig neu priorisiert werden. Die Politik muss jetzt mit der Wirtschaft zusammenarbeiten, um Rahmenbedingungen für die langfristige Planung zu definieren und den Ausbau der erneuerbaren Energien weltweit zu beschleunigen“, sagt Günther Thallinger, Mitglied des Vorstands der Allianz SE, Investment Management and Sustainability. „Wir sollten jedoch die schwerwiegenden Folgen des Klimawandels nicht aus den Augen verlieren. Mit ihren neuen Richtlinien bekräftigen wir als Allianz unser Versprechen, zu einer geordneten Dekarbonisierung der Wirtschaft beizutragen.“  

Die Allianz will den Übergang zu erneuerbaren Energien aktiv vorantreiben. Sie stellt relevante Versicherungs- und Investitionskapazitäten bereit, um sich stärker in diesem Bereich zu engagieren. Daher sind grüne Energieprojekte von Öl- und Gasunternehmen in keiner Weise beschränkt.  

Mittelfristige Dekarbonisierung des Energiesektors unterstützen

Die Allianz hat bereits seit 2015 die Finanzierung kohlebasierter Geschäftsmodelle eingeschränkt, 2018 folgten Beschränkungen im Versicherungsbereich. Bis zum Jahr 2040 will sich das Unternehmen vollständig aus kohlebasierten Geschäftsmodellen zurückziehen. Um die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen, muss die Weltwirtschaft ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen schneller beenden. In einem kürzlich veröffentlichten Bericht stellte der Weltklimarat fest, dass die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber 2020 halbiert werden müssen. Nachdem die thermische Kohle als Hauptverursacher von Treibhausgasemissionen ins Visier genommen wurde, müssen Unternehmen und Regierungen nun auch handeln, um die Treibhausgasemissionen aus der Verbrennung von Öl und Gas zu reduzieren. Daher hat die Allianz unter sorgfältiger Berücksichtigung der geopolitischen Entwicklungen beschlossen, ihre Investitions- und Versicherungsstrategie für die globale Öl- und Gasindustrie anzupassen. Die neue Richtlinie ergänzt dabei den bestehenden ESG-Ansatz der Allianz, der eine Einzelfallprüfung in besonders sensitiven Industrien beinhaltet.  
- Günther Thallinger, Mitglied des Vorstands, Allianz SE

Die Öl- und Gas-Richtline im Detail

1. Ab dem 1. Januar 2023 wird die Allianz keine neuen Sachversicherungspolicen für Einzelrisiken ausstellen (und ab 1. Juli 2023 bestehende Verträge nicht erneuern) sowie keine neuen Finanzierung für Projekte bereitstellen in folgenden Bereichen :

  • Exploration und Erschließung neuer Öl- und Gasfelder  (Upstream)
  • Bau neuer Midstream-Infrastrukturen im Zusammenhang mit Erdöl
  • Bau von neuen Ölkraftwerken
  • Praktiken im Zusammenhang mit der Arktis (gemäß der AMAP-Definition, mit Ausnahme von Operationen in norwegischen Gebieten) und der Antarktis, Kohleflözmethan, Schwerstöl und Ölsand sowie der ultratiefen See. Dies gilt sowohl für neue als auch für bestehende Projekte/Betriebe.

2. Ab  1. Januar 2025 werden wir nur noch solche Öl- und Gasunternehmen versichern und finanzieren, die sich verpflichten, bis 2050 Netto-Null-Treibhausgasemissionen  in Übereinstimmung mit wissenschaftlich fundierten 1,5°C-Pfaden und in allen drei Bereichen (Scopes) von  Treibhausgasemissionen zu erreichen. Dies gilt für große Öl- und Gasunternehmen mit einer Produktion von mehr als 60 Millionen Barrel Öläquivalent im Jahr 2020, die schätzungsweise 85 % der Kohlenwasserstoffproduktion der Öl- und Gasindustrie insgesamt ausmachen. Darüber hinaus sollten die Unternehmen idealerweise ihre Tätigkeiten und Angaben mit den Anforderungen der Climate Action 100+ Net-Zero Company Benchmark in Einklang bringen. 

3. Ab dem 1. Januar 2025 werden wir unseren Ölsand-Ansatz verschärfen und keine Versicherung, fakultative Rückversicherung oder Finanzierung für Unternehmen mit mehr als 10 % (zuvor 

20 %) der Einnahmen aus Ölsand über alle Geschäftsbereiche hinweg anbieten.  

4. Die Allianz wird auch weiterhin zweckgebundene und eigenständige Bau- und Betriebsversicherungen sowie Projektinvestitionen in grüne und kohlenstoffarme Energien (einschließlich On-/Offshore-Windenergie, Solarenergie, grünem und blauem Wasserstoff, wenn die Lebenszyklusemissionen dieser Projekte nachweislich mit denen von grünem Wasserstoff vergleichbar sind) unterstützen, um die schnelle Einführung dieser Technologien zu erleichtern. 

- Christopher Townsend, Mitglied des Vorstands, Allianz SE
„Wir werden unsere Kunden bei ihrem Wandel hin zu klimaneutralen Geschäftsmodellen voll und ganz unterstützen, bis die Änderungen in zwei Jahren in vollem Umfang in Kraft treten. Der Energiesektor verändert sich derzeit sehr dynamisch und wird von technologischen Innovationen vorangetrieben. Dies schafft auch enorme Geschäftsmöglichkeiten für neue Risikotransferlösungen und Dienstleistungen im Bereich der erneuerbaren Energien", sagt Christopher Townsend, Mitglied des Vorstands der Allianz SE,  Global Insurance Lines & Anglo Markets, Reinsurance, Middle East and Africa. 

Geschäftsbetrieb mit Netto-Null GHG Emissionen bis 2030

Die Allianz hat ihre Klimaziele für ihre Geschäftsaktivitäten verschärft und plant, ihre Treibhausgasemissionen bis 2025 um 50 % gegenüber 2019 zu reduzieren. Um das Netto-Null-Ziel bis 2030 zu erreichen, sollen einerseits die Emissionen um 70 % gegenüber 2019 gesenkt werden. Dies soll über verstärkte Umweltmanagementmaßnahmen und 100 % Grünstrom bis 2023 erreicht werden. Die wichtigsten Hebel sind die Umstellung auf eine vollelektrische Fahrzeugflotte bis spätestens 2030 und die Reduzierung der Treibhausgasemissionen aus Geschäftsreisen um 40 % bis 2025. Um die verbleibenden Emissionen zu reduzieren, wird die Allianz andererseits hochwertige Lösungen zur Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre, sogenannte atmospheric carbon removal solutions, einsetzen.  
- Barbara Karuth-Zelle, Mitglied des Vorstands, Allianz SE
Darüber hinaus wird die Allianz von 100% ihrer globalen Zulieferer eine öffentliche Verpflichtung zu Netto-Null-Emissionen in Übereinstimmung mit dem 1,5°C-Grad-Pfad bis 2025 fordern. Barbara Karuth-Zelle, Mitglied des Vorstands der Allianz SE,  Operations und IT, fügt hinzu: „Seit einigen Jahren nutzen wir bereits zwei wichtige Hebel zur Reduzierung der internen Treibhausgasemissionen der Allianz. Erstens das starke Engagement unserer 155.000 Mitarbeiter, die wir mit Hilfe interner Kampagnen sensibilisieren, ihren persönlichen CO2-Fußabdruck zu verringern. Zweitens nutzen wir im Betrieb, unserer IT und unserem Fuhrparkmanagement immer mehr erneuerbare Energien und verringern kontinuierlich unsere Geschäftsreisen, Abfall sowie den Strom- und Wasserverbrauch. Und nun setzen wir mit der Einbindung unserer Zulieferer einen weiteren starken Hebel an. Indem wir gemeinsam ehrgeizige Emissionsziele festlegen, werden wir einen großen Schritt in Richtung Netto-Null-Emissionen machen."

Nachhaltigkeitsbericht zeigt weitere Fortschritte

Die Allianz Gruppe hat heute ihren 21. Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, der die kontinuierlichen Fortschritte der Gruppe bei der Bewältigung drängender Herausforderungen wie Klimawandel, Ungleichheit und Ausgrenzung zeigt. Das Unternehmen hat die Nachhaltigkeit weiter in die Kerngeschäftsprozesse integriert, von der Schaffung eines vielfältigen Arbeitsplatzes über die Verringerung der Umweltbelastung bis hin zur Berücksichtigung von Kundenwünschen. Im Jahr 2021 ist die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit der Unternehmenskultur (Inclusive Meritocracy Index) auf 84 von 100 Punkten gestiegen (2020: 78). Auch die Kunden gaben der Allianz im Jahr 2021 gute Noten: 78 Prozent der Allianz Einheiten hatten einen Net Promoter Score (NPS), der über dem Marktdurchschnitt oder der Loyalitätsführerschaft im jeweiligen Markt lag.

Die Allianz Gruppe zählt zu den weltweit führenden Versicherern und Asset Managern und betreut 126 Millionen* Privat- und Unternehmenskunden in mehr als 70 Ländern. Versicherungskunden der Allianz nutzen ein breites Angebot von der Sach-, Lebens- und Krankenversicherung über Assistance-Dienstleistungen und Kreditversicherung bis hin zur Industrieversicherung. Die Allianz ist einer der weltweit größten Investoren und betreut im Auftrag ihrer Versicherungskunden ein Investmentportfolio von etwa 716 Milliarden Euro**. Zudem verwalten unsere Asset Manager PIMCO und Allianz Global Investors 1,8 Billionen Euro** für Dritte. Mit unserer systematischen Integration von ökologischen und sozialen Kriterien in unsere Geschäftsprozesse und Investitionsentscheidungen sind wir unter den führenden Versicherern im Dow Jones Sustainability Index. 2021 erwirtschafteten über 155.000 Mitarbeiter für die Gruppe einen Umsatz von 148,5 Milliarden Euro und erzielten ein operatives Ergebnis von 13,4 Milliarden Euro.

Die Einschätzungen stehen wie immer unter den nachfolgend angegebenen Vorbehalten.

*Einschließlich nicht konsolidierter Einheiten mit Allianz Kunden.
**Stand: 30. Juni 2022

Pressekontakte

Christiane Hach
Allianz SE
Anja Rechenberg
Allianz SE
Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:
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