Flexibles Arbeiten:

Ein Gespräch mit Bettina Dietsche über das hybride Arbeitsmodell bei der Allianz

Mit ihrer umfassenden Erfahrung in den Bereichen Personal- und Organisationsentwicklung spielt Bettina Dietsche eine zentrale Rolle bei der Gestaltung und Umsetzung der Personalstrategie des Unternehmens. Ihr Fokus liegt auf der Förderung eines flexiblen und integrativen Arbeitsumfelds, das im Einklang mit dem Engagement der Allianz für das Wohlergehen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und einer Kultur des Vertrauens, der Inklusion und der gegenseitigen Wertschätzung steht.
Was ist der Gedanke hinter dem flexiblen Arbeitsmodell bei der Allianz?
Das Foto von Bettina Dietsche

Als Finanzdienstleister haben wir die Aufgabe, unseren Kunden die bestmöglichen Dienstleistungen und Produkte zu liefern. Das geht nur mit einer gesunden und motivierten Mitarbeiterschaft und herausragenden Talenten. Um diese anzuwerben und auch zu halten, müssen wir, was unsere Arbeitgeberattraktivität angeht, immer am Ball bleiben. Wir sind zum Beispiel in vielen Ländern zertifiziert nach den Vorgaben von Great Place to Work.

Hybride Arbeitsmodelle und moderne Büros sind heute ein wichtiger Faktor für die Arbeitgeberattraktivität. Flexibles Arbeiten fördert außerdem die Mitarbeiterloyalität, das hat kürzlich erst wieder eine Studie der Stanford University belegt. Letztlich sehen wir in unserem flexiblen Arbeitsmodell auch einen Gewinn für unser Unternehmen. Motivierte und engagierte Mitarbeitende sind das A und O für Innovationskraft und Resilienz - Eigenschaften, die in einer immer volatileren Welt immer wichtiger werden.

Unser Leitgedanke beim flexiblen Arbeiten ist: das Richtige am richtigen Ort tun und unsere Beschäftigten und Teams befähigen, diese Entscheidung selbst zu treffen. Wir vertrauen darauf, dass sie bei der Wahl des Arbeitsortes das richtige Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen unserer Kundinnen und Kunden, unserem Geschäft, der jeweiligen Teams und den eigenen finden.

Wie sieht aktuell die Handhabung des Home-Office und der Präsenz im Büro bei der Allianz aus?
Bei der Allianz haben wir für unsere rund 160.000 Beschäftigten einen weltweiten Mindeststandard eingeführt, der es ermöglicht, mindestens 40 Prozent der Arbeitszeit außerhalb des Büros arbeiten zu können. In einigen Ländern oder Gesellschaften gibt es noch flexiblere Regelungen. Im Verbund der Allianz Deutschland und in der Konzernzentrale gibt es eine Richtlinie, die vier Präsenztage im Büro pro Monat vorsieht. Viele Kolleginnen und Kollegen entscheiden sich jedoch freiwillig dafür, zwei oder mehr Tage pro Woche im Büro zu sein, aus unterschiedlichsten Gründen. Persönlich bin ich sehr stolz darauf, dass wir gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und natürlich auch mit unseren Führungskräften immer vertrauensvoll die besten Lösungen finden, die das Wohl unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das Wohl der Allianz als Unternehmen immer im Blick haben.
Was halten Sie von dem Vorstoß von anderen Unternehmen, die Mitarbeitenden wieder zurück ins Büro zu rufen?
Jedes Unternehmen muss seinen eigenen Weg finden – je nach Geschäftsmodell, Kunden und Produkten. Wir bei der Allianz orientieren uns immer daran, was für unsere Kundinnen und Kunden, das Geschäft, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter derzeit am relevantesten ist und welche Formen der Zusammenarbeit unsere Innovationskraft fördern. Uns ist es wichtig, dass wir die Stärken unserer Belegschaft herausarbeiten und, dass wir uns stetig verbessern, in dem, was wir unseren Beschäftigten bieten.
Wie sieht es bei der Allianz mit dem Arbeiten aus dem Ausland aus?

Wir bieten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, 25 Tage im Jahr aus dem Ausland zu arbeiten. Aus unseren Daten wissen wir, dass bei uns im Jahr 2023 rund 50.000 Tage aus privaten Gründen im Ausland gearbeitet wurde. 

Außerdem haben wir mit unserem Mini-Mobility-Konzept seit Ende 2023 ein Angebot geschaffen, mit dem viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis zu drei Monate in einer anderen Allianz Gesellschaft im Ausland arbeiten können. 

Diese Angebote rund um flexibles Arbeiten werden sehr gut angenommen und motivieren unsere Beschäftigten. In unserer jährlichen Mitarbeiterumfrage geben 90 % unserer Beschäftigten weltweit an, mit unseren flexiblen Arbeitsmodellen zufrieden zu sein.

Wie entwickelt sich die Produktivität bei dem flexiblen Arbeitsmodell?
Produktivität hat unterschiedliche Einflussfaktoren. Wenn wir uns die Produktivität hinsichtlich mobiler Arbeit ansehen, können wir keinerlei Nachteile feststellen. Wir überprüfen kontinuierlich, wie sich die Produktivität entwickelt, denn wir wollen sicherstellen, dass unsere Mitarbeitenden gesund, effektiv und effizient arbeiten können. Dabei stellen wir fest: Unser Arbeitsmodell motiviert unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – und Motivation ist einer der Hauptfaktoren für hohe Produktivität.
Welche Rolle spielt Führung bei einem hybriden Arbeitsmodell?
Hybrides Arbeiten ist kein Selbstläufer, wir arbeiten laufend daran, unser Modell weiterzuentwickeln. Drei Bereiche sind dabei besonders wichtig: Führung, Onboarding neuer Kolleginnen und Kollegen und eine gute Unternehmenskultur. Gute Führung ist in einem hybriden Arbeitsumfeld also besonders wichtig. Wir haben dazu spezielle Trainingsprogramme aufgesetzt, wie man in einem hybriden Umfeld effektiv und motivierend führt.
In welchen Situationen empfehlen Sie Ihren Mitarbeitenden dennoch ins Büro zu kommen?
Wir sehen beim Berufseinstieg oder beim Jobwechsel ganz klar den Mehrwert, viel Zeit im Büro zu verbringen. Vor Ort fällt es oft leichter, an neuen Lösungen oder Projekten zu arbeiten sowie sich in einer neuen Arbeitskultur einzufinden. Uns ist es aber auch allgemein wichtig, das Zusammengehörigkeitsgefühl und eine gemeinsame, inklusive Unternehmenskultur zu stärken. Dazu eignen sich Teamtage oder gemeinsame Teamaktivitäten.
Wie gestalten Sie das Büro als Arbeitsplatz so attraktiv wie möglich?

Grundsätzlich ist es uns sehr wichtig, unsere Arbeitsbereiche kontinuierlich weiterzuentwickeln und auf dem neuesten Stand zu bleiben. An den meisten unserer Standorte haben wir offene Büroflächen mit Desk-Sharing, kleine Telefonzellen und diverse Meetingräume. Wir haben Ruhebereiche für konzentriertes Arbeiten sowie Loungeinseln mit Sofas, Kaffeebars oder Küchen, in denen man sich auch informell austauschen kann. Zahlreiche Meetingbereiche und agile Zonen laden zu Teamwork ein.

Die richtige Technologie im Hybrid-Büro ist natürlich entscheidend, um eine kollaborative und produktive Arbeitsatmosphäre zu schaffen – zwischen denen, die im Büro arbeiten und denen, die mobil arbeiten. Dazu zählen Videokonferenzen, aber auch moderne Tools wie Microsoft Teams, die Besprechungen, Chats und Anrufe in einem anbieten. Wir investieren laufend in Trainings, damit unsere Beschäftigten diese Technologien optimal zu nutzen wissen.

Wir sind besonders stolz, auch zusätzliche Dienstleistungen anbieten zu können, die das Leben unserer Mitarbeitenden so einfach wie möglich machen. Dazu gehören etwa Fitnessangebote oder Reinigungsservices. Nicht zu vergessen ist auch ein kulinarisches Angebot, das unsere Menschen begeistert. Viele unserer Mitarbeiterrestaurants bieten hier täglich frische, gesunde Mahlzeiten mit größtenteils regionalen Erzeugnissen an.

Wie oft kommen ihre Beschäftigten denn durchschnittlich ins Büro?
In der Allianz Gruppe haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2023 durchschnittlich 51% ihrer Arbeitszeit mobil gearbeitet. In den Einheiten des Allianz Deutschland Verbunds lag die Quote des mobilen Arbeitens im Jahr 2023 durchschnittlich bei 62%. Das heißt in der Praxis: Die meisten unserer Mitarbeiter sind im Schnitt 2 bis 3 Tage pro Woche im Office, manche weniger, andere dafür sogar täglich.
Was denken Sie über die Arbeitsweise der Zukunft?
Für uns steht immer das Wohlbefinden unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Vordergrund. Daher werden wir uns auch künftig immer wieder fragen: Welche Flexibilität braucht es, um unseren Geschäftserfolg, unsere Kultur und auch unsere Bemühungen im Bereich Nachhaltigkeit zu stärken? Wir wollen in diesem Bereich Vorreiter sein und als Leuchtturm agieren.

Der Allianz Konzern ist einer der weltweit führenden Versicherer und Vermögensverwalter, aktiv in fast 70 Ländern, mit rund 97 Millionen Kundinnen und Kunden*. Versicherungskunden der Allianz nutzen ein breites Angebot von der Sach-, Lebens- und Krankenversicherung über Assistance-Dienstleistungen und Kreditversicherung bis hin zur Industrieversicherung. Die Allianz ist einer der weltweit größten Investoren und betreut im Auftrag ihrer Versicherungskunden ein Investmentportfolio von etwa 764 Milliarden Euro**. Zudem verwalten unsere Asset Manager PIMCO und Allianz Global Investors etwa 2,0 Billionen Euro** für Dritte. Mit unserer systematischen Integration von ökologischen und sozialen Kriterien in unsere Geschäftsprozesse und Investitionsentscheidungen sind wir unter den führenden Versicherern im Dow Jones Sustainability Index. 2025 erwirtschafteten über 156.000 Mitarbeiter für den Konzern einen Umsatz von 186,9 Milliarden Euro und erzielten ein operatives Ergebnis von 17,4 Milliarden Euro.

* Die Kundenanzahl spiegelt nur die Allianz Kundinnen und Kunden in konsolidierten Unternehmen wider, die zum Umfang der Kundenberichtserstattung gehören.

** Stand: 31. Dezember 2025.

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:
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