Rückschläge in Stärken verwandeln: Der Weg der Allianz Commercial zum nachhaltigen Turn-around

Hier setzt die Idee von „Build Back Better“ an. Anstatt nur das wieder aufzubauen, was verloren gegangen ist, wird der Wiederaufbau zu einer Chance, mit stärkeren, saubereren und effizienteren Materialien und Systemen neu zu bauen. Allianz Commercial integriert diese Denkweise in ihre Produkte und hilft ihren Kunden, Verbesserungen vorzunehmen, wenn sie diese am dringendsten benötigen.

Um mehr darüber zu erfahren, sprachen wir mit Funké Adeosun, Global Head of Sustainability Solutions bei Allianz Commercial, dem Geschäftsbereich der Allianz, der mittlere und große Unternehmen sowie Spezialkunden betreut. Sie erklärt, wie „Build Back Better“ in verschiedenen Geschäftsbereichen umgesetzt wird, wie Kunden darauf reagieren und warum Fortschritte von der Zusammenarbeit zwischen privaten Versicherern und öffentlichen Institutionen abhängen.

Der Ausdruck „Build Back Better“ wird häufig in Diskussionen über Politik und Nachhaltigkeit verwendet. Was bedeutet er in der Versicherungswelt?

Vielen Dank für die Gelegenheit, über diese spannende Initiative zu sprechen. Die Idee zu „Build Back Better“ gibt es schon lange. Im Kern geht es darum, aus dem Wiederaufbau eine Chance zu machen. Wenn ein Unternehmen einen Schaden erleidet - sei es an einem Gebäude, einem Schiff oder einem anderen Vermögenswert - muss es diesen natürlich reparieren oder ersetzen. Dies ist eine Gelegenheit zur Modernisierung: zur Wahl von Materialien mit geringerem Kohlenstoffgehalt, energieeffizienteren Technologien oder widerstandsfähigeren Lösungen.

Für Allianz Commercial stellt sich die Frage: Kann der Schadenregulierungsprozess selbst ein Anreiz für die Kunden sein, ihr Vermögen zu verbessern? Wir wollen, dass unsere Kunden finanziell wieder auf die Beine kommen, aber auch gestärkt aus der Situation hervorgehen. Wenn wir ihnen helfen können, ihre Vermögenswerte nicht nur „gleichwertig“, sondern „besser“ zu ersetzen, leisten wir mehr als nur die Auszahlung einer Versicherungssumme - wir helfen ihnen, über die Zukunft nachzudenken, ihre Vermögenswerte zu dekarbonisieren und ein nachhaltigeres Geschäft aufzubauen. So wird aus einem negativen Ereignis eine Chance - und die Allianz positioniert sich als Partner, der Kunden unterstützt, die sich für die Zukunft vorbereiten wollen.

Allianz Commercial ist das erste Unternehmen, das „Build Back Better“-Zusatzversicherungen in verschiedenen Branchen einführt, zum Beispiel in der Kaskoversicherung für Schiffe und Maschinen. Warum verfolgen Sie einen branchenspezifischen Ansatz?

Wir führen „Build Back Better“ sektorweise ein, da Versicherungen sehr technisch und branchenspezifisch sind. Was in der Seeversicherung funktioniert, muss nicht n der Bauversicherung funktionieren. Die Risiken, Technologien und Richtlinien unterscheiden sich erheblich, ebenso wie die Möglichkeiten zur Verbesserung. Deshalb passen wir die Zusatzversicherung an die Technologien und Risikoprofile der jeweiligen Branche an.

Ein Beispiel ist die Seeversicherung. Für Schiffseigner ergeben sich Effizienzsteigerungen aus dem Energiesystem, den Antriebssystemen oder auch der Beschichtung des Schiffsrumpfes. Verbesserungen in diesen Bereichen reduzieren den Treibstoffverbrauch, was wiederum zu einer Verringerung der Treibhausgasemissionen führt, insbesondere von CO₂. Sie eignen sich daher gut für ein „Build Back Better“-Produkt.

Können Sie uns erklären, wie die Seefahrt-Ergänzung in der Praxis funktioniert?

Natürlich. Das Marine Build Back Better Endorsement bietet eine zusätzliche Deckung von bis zu 1 Million Euro/US-Dollar für die Reparatur oder den Ersatz beschädigter Teile durch kohlenstoffärmere Alternativen. Die Zahlung erfolgt in Form eines Sublimits, das auf 25 % des ursprünglichen Schadens oder der zusätzlichen Kosten begrenzt ist, je nachdem, welcher Betrag niedriger ist.

Um sich zu qualifizieren, muss das Upgrade eine Verbesserung von mindestens 2,5 % erzielen - entweder in Bezug auf die Treibstoffeffizienz, die Emissionsreduzierung oder eine Kombination aus beidem. Konkret kann dies den Einbau eines effizienteren Antriebssystems, die Aufrüstung eines Kühlsystems oder die Verwendung fortschrittlicher Rumpfbeschichtungen zur Verringerung des Luftwiderstands und des Treibstoffverbrauchs bedeuten.

Wir haben uns für diese Bereiche entschieden, weil die Verbesserungen messbar sind. Das ist in der Versicherungsbranche wichtig - Verträge müssen klar regeln, was versichert ist und was nicht. Indem wir uns auf nachweisbare Verbesserungen beschränken, stellen wir sicher, dass die Zusatzversicherung für unsere Kunden praktisch und transparent ist.

Und wie sieht es im Bauwesen aus – warum haben Sie sich zunächst für eine „Build Back Better“-Zertifizierung für grünen Stahl entschieden?

Grüner Stahl ist eine praktische Win-Win-Situation. Grüner Stahl reduziert den CO2-Fußabdruck im Vergleich zu konventionellem Stahl um mindestens 25 %, während das Endprodukt selbst unverändert bleibt - es wird lediglich sauberer hergestellt. Unter Risikogesichtspunkten ist dies eine klare Entscheidung.

Andere Materialien wie experimenteller kohlenstoffarmer Beton oder Massivholz sind interessant, stellen aber eine Herausforderung dar, da sie neu sind und die Eigenschaften der endgültigen Struktur verändern. Als Versicherer benötigen wir mehr Daten, bevor wir diese Materialien zuverlässig versichern können. Grüner Stahl bedeutet große CO2-Einsparungen ohne neue Risiken für Versicherer oder Bauherren. Es geht darum, Lösungen zu finden, die sowohl effizient als auch versicherbar sind und es uns ermöglichen, unsere Kunden sofort zu unterstützen, ohne unbekannte Risiken einzugehen.

Wie war die Resonanz der Kunden? Und was haben Sie aus der Zusammenarbeit mit ihnen gelernt?

Sobald die Kunden die Idee verstanden haben, ist das Interesse groß. Die größte Herausforderung ist, mit wem wir sprechen. Unsere täglichen Ansprechpartner sind die Risikomanager, aber die Entscheidungen über Nachhaltigkeit werden oft von anderen Personen im Unternehmen getroffen. Das führt zu einer Kluft.

Deshalb arbeiten wir daran, die richtigen Leute zusammenzubringen und zu zeigen, warum diese Empfehlungen wichtig sind – in finanzieller, praktischer Sicht, aber auch für die Reputation. Und wenn wir das tun, erkennen die Kunden den Wert. So wächst die Akzeptanz eher langsam als schnell, denn so ist die Versicherungswelt nun einmal aufgebaut. Unsere Aufgabe ist es, den Prozess zu optimieren, um ihn zugänglicher zu machen.

Wie hängt das mit Naturkatastrophen zusammen, die immer häufiger und heftiger auftreten?

Naturkatastrophen zerstören Sachwerte: Gebäude, Fabriken, Infrastruktur, Schiffe. Genau hier kann „Build Back Better“ einen Unterschied machen.

Nehmen Sie unsere Zusatzversicherung für Immobilien in Nordamerika. Wenn ein Kunde durch eine Naturkatastrophe geschädigt wird, fördert die Zusatzversicherung den Wiederaufbau nach höheren Effizienzstandards. Wir prüfen auch, wie wir Resilienzmaßnahmen wie einen besseren Hochwasserschutz unterstützen können.

Die Herausforderung besteht darin, ein Gleichgewicht zwischen gerechter Entschädigung und Wertsteigerung zu finden. Eine Versicherung soll wiederherstellen, was verloren gegangen ist, und nicht für eine vom Kunden bereits geplante Wertsteigerung zahlen Wir wollen dazu beitragen, die Resilienz zu stärken, aber wir müssen dies auf eine Art und Weise tun, die für alle im Risikopool fair ist.

In diesem Bereich sind häufig staatliche Maßnahmen erforderlich. Im Vereinigten Königreich beispielsweise gewährleistet das Flood Re-Programm, dass Haushalte in Hochrisikogebieten Zugang zu Hochwasserversicherungen haben, deren Kosten auf den gesamten Markt verteilt werden. In Deutschland wird derzeit eine ähnliche Diskussion über eine obligatorische Hochwasserversicherung geführt. Diese Ansätze tragen der Tatsache Rechnung, dass bestimmte Risiken so systemisch sind, dass die Gesellschaft als Ganzes die Last tragen muss.

Das klingt sehr technisch und langfristig. Wie messen Sie den Fortschritt?

Wir sehen das als Marathon, nicht als Sprint. Versicherungen arbeiten normalerweise in Jahreszyklen, aber Klimarisiken passen immer weniger in diesen Rhythmus. Wir sind dabei, die Grundlagen zu schaffen - Daten zu sammeln, Preismodelle zu verfeinern, Produkte zu testen. In zehn Jahren werden diese Anstrengungen zu besseren Lösungen führen.

Entscheidend ist, dass der Klimawandel die Risiken erhöht: mehr Sachschäden, mehr Betriebsunterbrechungen, mehr Schadensfälle. Für Versicherer ist das ein klares Signal. Wir können den Klimawandel nicht alleine lösen, aber wir können unsere Kunden dabei unterstützen, kleine, aber sinnvolle Schritte zu gehen, um gemeinsam Risiken und Emissionen zu reduzieren.

Mit Blick auf die Zukunft: Wie sieht Ihre Vision für „Build Back Better“ aus?

Ich sehe es als Teil eines größeren Systems, in dem Unternehmen, Regierungen und Versicherer Hand in Hand arbeiten. Einige Risiken, wie Überschwemmungen, sind zu groß, als dass der Privatsektor sie alleine bewältigen könnte. Staatliche Absicherungen, wie beispielsweise in Großbritannien, werden unerlässlich sein.

Build Back Better ist ein Instrument dieses Systems. Es sorgt dafür, dass die Bewältigung von Katastrophen nicht nur eine Notlösung ist, sondern die Zukunftsfähigkeit stärkt. In gewisser Weise ist es so, als würde man Eichen pflanzen, unter denen man selbst nie sitzen wird. Wir legen heute den Grundstein dafür, dass die Arten von Unternehmen, die zur wirtschaftlichen Stabilität beitragen und die viele von uns heute für selbstverständlich halten, auch für künftige Generationen florieren.

Wie die Unterstützung der Marine für einen besseren Wiederaufbau funktioniert
  • Deckt zusätzliche Kosten von bis zu 1 Mio. EUR/USD.
  • Gilt für die Reparatur oder den Austausch von Schiffskomponenten wie Antriebssysteme, Energiesysteme oder Rumpfbeschichtungen.
  • Upgrades müssen eine Effizienzsteigerung oder Emissionsreduzierung von mindestens 2,5% bewirken.
  • Nur verfügbar, wenn Allianz der Hauptversicherer ist, zusätzlich zu einer bestehenden Kasko- und Maschinenversicherung.
  • Wird ohne zusätzliche Kosten angeboten, jedoch wirken sich Schadensfälle bei der Vertragsverlängerung auf den Preis aus.
Schnelle Fakten – Grüner Stahl im Bauwesen
  • Der Bausektor ist weltweit einer der größten Verursacher von CO2-Emissionen.
  • Grüner Stahl reduziert die Emissionen um mindestens 25 % im Vergleich zu herkömmlichem Stahl.
  • Strukturell identisch mit normalem Stahl, daher kein zusätzliches Sicherheitsrisiko.
  • Allianz deckt Kosten bis zu 2,5 Millionen Euro pro Schadensfall.
  • Gilt gemäß CAR/EAR-Richtlinien für Einzelprojekte oder als Dauerversicherungsschutz.
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The Allianz Group is one of the world’s leading insurers and asset managers with around 97 million customers* in nearly 70 countries. Allianz customers benefit from a broad range of personal and corporate insurance services, ranging from property, life and health insurance to assistance services to credit insurance and global business insurance. Allianz is one of the world’s largest investors, managing around 764 billion euros** on behalf of its insurance customers. Furthermore, our asset managers PIMCO and Allianz Global Investors manage about 2.0 trillion euros** of third-party assets. Thanks to our systematic integration of ecological and social criteria in our business processes and investment decisions, we are among the leaders in the insurance industry in the Dow Jones Sustainability Index. In 2025, over 156,000 employees achieved total business volume of 186.9 billion euros and an operating profit of 17.4 billion euros for the Group.

* Customer count reflects Allianz customers in consolidated entities that are part of the customer reporting scope only.

** As of December 31, 2025.

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