Last updated: August 7, 2026
Sicherheit, Vertrauen und Haftung: Die Grundlagen der autonomen Mobilität
Sicherheit ist das Versprechen
Automatisierung bietet das Potenzial, die Straßen sicherer zu machen, indem sie häufige menschliche Fehler beseitigt. Die neuesten Forschungsergebnisse der Allianz untermauern diesen Punkt: Eine Analyse des Allianz Center for Technology (AZT) zeigt, dass Automatisierung Unfälle, die auf menschliche Faktoren wie Ablenkung, Müdigkeit und Fehleinschätzungen zurückzuführen sind, deutlich verringern könnte.
Die Sicherheitsgewinne sind jedoch nicht einheitlich. Sie hängen davon ab, in welchem Umfang die Technologie eingesetzt wird und unter welchen Bedingungen. So können autonome Systeme beispielsweise auf Autobahnen gut funktionieren, stehen in dicht bebauten städtischen Umgebungen jedoch vor größeren Herausforderungen. Diese Variabilität unterstreicht die Bedeutung strenger Tests und auf spezifische Kontexte zugeschnittener Einsatzstrategien.
Vertrauen ist die Voraussetzung
Während Sicherheit die Grundlage autonomer Mobilität ist, ist Vertrauen die Voraussetzung, die darüber entscheidet, ob die Menschen diese Technologie annehmen. „Es reicht nicht aus, dass autonome Fahrzeuge sicher sind; die Menschen müssen auch verstehen, warum sie sicher sind“, sagt Stefan Sellschopp, Experte für autonome Fahrzeuge bei Allianz Partners.
Der Vergleich zwischen autonomen Systemen und menschlichen Fahrern wird oft vereinfacht dargestellt – beispielsweise, dass autonome Fahrzeuge „zehnmal sicherer“ seien als Menschen. Die Realität ist jedoch differenzierter. Ein System, das auf der Autobahn gut funktioniert, verhält sich in einem dicht bebauten Stadtzentrum möglicherweise anders. Vertrauen muss Situation für Situation und Kontext für Kontext aufgebaut werden.
Vertrauen aufzubauen erfordert zudem Transparenz. Die Menschen müssen wissen, wie autonome Systeme Entscheidungen treffen, mit unerwarteten Situationen umgehen und Risiken bewältigen. Ohne dieses Verständnis könnten selbst die sichersten Systeme Schwierigkeiten haben, öffentliche Akzeptanz zu erlangen.
Die Rolle der Versicherer
Hier nehmen Versicherer eine Position ein, die kein anderer Akteur im Ökosystem der autonomen Fahrzeuge ganz so gut ausfüllen kann. Die Allianz arbeitet mit einer stetig wachsenden Zahl führender Unternehmen im Bereich der autonomen Mobilität zusammen, um jahrzehntelange Unfalldaten aus dem konventionellen Straßenverkehr mit neuen Vorfalldaten aus autonomen Systemen zu vergleichen.
„Wir können historische Unfalldaten aus dem konventionellen Straßenverkehr mit Vorfalldaten aus dem autonomen Fahren vergleichen und so viel präzisere Fragen dazu stellen, wo, wann und unter welchen Bedingungen Risiken tatsächlich auftreten“, sagt Sellschopp.
Dieser datenbasierte Ansatz trägt dazu bei, die Debatte über abstrakte Behauptungen zur Sicherheit hinaus zu einem detaillierteren Verständnis von Risiken zu führen. Ebenso zentral ist die Haftung. Da Fahrzeuge immer mehr Fahraufgaben übernehmen, verschiebt sich die Verantwortung – sie darf jedoch nicht undurchsichtig werden.
Haftung: Klare Regeln für ein komplexes Ökosystem
Ein „Führerschein“ für autonome Systeme in Europa
Das eigentliche Rennen
Beim Wettlauf um die autonome Mobilität geht es nicht mehr darum, zu beweisen, dass die Technologie funktioniert. In vielen Bereichen tut sie das bereits. Der eigentliche Wettstreit dreht sich um etwas Schwierigeres: die Skalierung dieser Technologie auf eine Weise, die sicher, vertrauenswürdig und gesellschaftlich nützlich ist.
Sellschopp erklärt: „Letztendlich wird autonome Mobilität nicht daran gemessen, wie beeindruckend die Technologie ist – sondern daran, ob die Menschen ihr genug vertrauen, um sie zu nutzen.“
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