HV-Saison 2020: zentrale Konfliktfelder Vergütung und Nachhaltigkeit

Allianz Global Investors (AllianzGI) hat im vergangenen Jahr weltweit auf 10.183 (2019: 9.532) Hauptversammlungen (HV) über mehr als 100.000 Aktionärs- und Managementvorschläge abgestimmt. 

In 72 Prozent der HV stimmte AllianzGI gegen mindestens einen Tagesordnungspunkt oder enthielt sich der Stimme (2019: 77 Prozent). Ähnlich wie in den Vorjahren wurde weltweit knapp ein Viertel aller Vorschläge abgelehnt (23 Prozent, nach 24 Prozent im Jahr 2019). Diese Zahlen sowie die weiter zunehmende Teilnahme an HV spiegelt AllianzGIs aktiven und global einheitlichen Ansatz bei der Stimmrechtsausübung wider. 

Sie unterstreichen die Bereitschaft zur Ablehnung all derjenigen Anträge, die nicht im Interesse der Anleger sind. Dabei wird jeder einzelne Vorschlag kritisch geprüft. 

Dauerkonfliktfeld Vergütung

Wie bereits in den Vorjahren erwiesen sich Vergütungssysteme erneut als konfliktträchtigste HV-Themen. In fast der Hälfte der Fälle, in denen sie weltweit auf der Tagesordnung standen, fielen Vergütungsvorschläge 2020 durch (49 Prozent, nach 48 Prozent im Jahr 2019). AllianzGI senkte immer dann den Daumen, wenn Managementvergütungen unzureichend mit Leistungskennzahlen verknüpft waren oder wenn Anreizsysteme nicht im Einklang mit den wichtigsten Geschäftstreibern standen. 

Für 2021 wurden die Proxy-Voting-Leitlinien erweitert und verschärft: AllianzGI wird die Vergütungsvorschläge bei all denjenigen Unternehmen kritisch überprüfen, die infolge der Covid-19-Pandemie erhebliche staatliche Beihilfen erhalten haben, die signifikant Personal abbauten oder die Dividendenkürzungen vorgenommen haben, ohne dass es hierzu Vorgaben seitens der Aufsichtsbehörden gegeben hätte.

Matt Christensen, Global Head of Sustainable and Impact Investing bei Allianz Global Investors, kommentiert: „Für uns als aktiven Asset Manager ist die treuhänderische Stimmrechtsausübung von grundlegender Bedeutung, sie ist ein Eckpfeiler im sogenannten Stewardship-Prozess – also in der aktiven Interessenwahrnehmung. Sie ermöglicht es uns, den Firmen unseren Ansichten und Erwartungen zu verdeutlichen sowie die Interessen unserer Kunden einzubringen und zu schützen. Angesichts der Covid-19-Pandemie wird 2021 ein Test für die Anwendung der Vergütungsregeln sein, insbesondere mit Blick auf die Kompatibilität von Leistungsvergütung, Unternehmenszielen und verändertem wirtschaftlichen Umfeld.“

allianzGI corporate governance AGM voting
Quelle: AllianzGI

Starke Unterstützung von Aktionärsanträgen

ESG-Themen – also die Umwelt, soziale Aspekte oder die Unternehmensführung betreffende Fragen – sind für AllianzGI ein zentraler Bestandteil des Stewardship-Prozesses. 2020 unterstützte AllianzGI weltweit auf Hauptversammlungen einen Großteil der diesbezüglichen Aktionärsanträge. So stimmte AllianzGI für fast 90 Prozent aller Vorschläge, die eine verbesserte Berichterstattung zu den Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit forderten, für 95 Prozent aller Anträge, die sich auf Menschenrechtsthemen bezogen, und für sämtliche Vorschläge, die ökologische Auswirkungen unternehmerischer Aktivitäten auf das Umfeld betrafen. Beim Themenkomplex Unternehmensführung schloss sich AllianzGI denjenigen Aktionärsvorschlägen an, die darauf abzielten, die Corporate-Governance-Praktiken von Unternehmen zu verbessern und die Aktionärsrechte zu stärken. So wurden sämtliche Vorschläge unterstützt, die die Ernennung eines unabhängigen Aufsichtsratsvorsitzenden forderten.
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Quelle: AllianzGI

Deutschland: Leichte Verbesserung bei den Corporate-Governance-Standards 

In Deutschland war per Saldo eine leichte Verbesserungstendenz bei den Corporate-Governance-Standards zu beobachten. 2020 wurden hierzulande 17 Prozent aller Vorschläge abgelehnt (Vorjahr: 18 Prozent), womit Deutschland unter den 14 ausgewerteten Regionen einen Platz im vorderen Mittelfeld einnimmt. International reicht hierbei die Spannbreite von 5 Prozent in Großbritannien bis zu 41 Prozent in Japan. Deutliche Verbesserungen gab es in Deutschland bei den Themen Vergütungssysteme und Kapitalgenehmigungen, wo die Anzahl der abgelehnten Anträge um jeweils neun Prozentpunkte sank. Mit 26 Prozent bzw. 28 Prozent wurde in beiden Bereichen aber immer noch etwa jedem vierten Antrag abschlägig beschieden. Bei Fragen der Besetzung von Aufsichtsratsposten wurde erneut etwa jeder fünfte Nominierte abgelehnt (19 Prozent, nach 18 Prozent im Vorjahr).

Dr. Antje Stobbe, Senior ESG-Analystin und Corporate-Governance-Expertin für Deutschland, kommentiert: „Zielorientierte und nachvollziehbare Vergütungssysteme, ausgewogen und fachkundig besetzte Gremien mit hinreichend unabhängigen Vertretern sowie transparente Informationen über die Verwendung beantragter Kapitalmaßnahmen – dies sind einige unserer zentralen Anforderungen. Hauptversammlungen sind ein wichtiger, bei weitem aber nicht der einzige Weg, dies zu kommunizieren. Vielmehr suchen wir auch unterjährig den kritisch-konstruktiven Dialog mit den Unternehmen, in die wir investieren, um sie über unsere Absichten und Erwartungen zu informieren und – wo nötig – Verbesserungen anzustoßen.“

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Quelle: AllianzGI

Allianz Global Investors ist ein führender aktiver Vermögensverwalter mit mehr als 700 Investment Professionals an über 21 Standorten weltweit und verwaltet ein Vermögen von 580 Milliarden Euro. Wir glauben, dass jede Veränderung auch eine Chance ist. Unser Ziel ist es, die Zukunft des Investierens für alle unsere Kunden aktiv zu gestalten, unabhängig von ihrem Standort und ihren Zielen. Bei allem, was wir tun, sind wir neugierig und aktiv und streben danach, eine Wirkung zu erzielen, die über das Alpha hinausgeht, indem wir das Vermögen unserer Kunden zur richtigen Zeit an den richtigen Ort lenken und Lösungen entwickeln, die sich auf die Fähigkeiten der öffentlichen und privaten Märkte stützen.

Unser Fokus auf den Schutz und die Vermehrung der Vermögenswerte unserer Kunden ermöglicht es uns, vertrauensvolle Partnerschaften zu schaffen, die durch unser Engagement für Nachhaltigkeit und die Förderung positiver Veränderungen untermauert werden. 

Daten per 30. September 2025. Das gesamte verwaltete Vermögen ist das zum aktuellen Marktwert bewertete Vermögen oder Wertpapierportfolio, für das die Gesellschaften von Allianz Global Investors gegenüber den Kunden für diskretionäre Anlageentscheidungen und das Portfoliomanagement verantwortlich sind, entweder direkt oder über einen Unterberater (dies schließt das Vermögen von Allianz Global Investors ein, das seit dem 25. Juli 2022 von Voya IM als Unterberater betreut wird). Davon ausgenommen sind Vermögenswerte, für die die Gesellschaften von Allianz Global Investors in erster Linie nur für Verwaltungsdienstleistungen zuständig sind. Das verwaltete Vermögen wird sowohl im Auftrag Dritter als auch im Auftrag der Allianz Gruppe verwaltet.

Die Allianz Gruppe zählt zu den weltweit führenden Versicherern und Asset Managern und betreut Privat- und Unternehmenskunden in knapp 70 Ländern. Versicherungskunden der Allianz nutzen ein breites Angebot von der Sach-, Lebens- und Krankenversicherung über Assistance-Dienstleistungen und Kreditversicherung bis hin zur Industrieversicherung. Die Allianz ist einer der weltweit größten Investoren und betreut im Auftrag ihrer Versicherungskunden ein Investmentportfolio von etwa 761 Milliarden Euro*. Zudem verwalten unsere Asset Manager PIMCO und Allianz Global Investors etwa 1,9 Billionen Euro* für Dritte. Mit unserer systematischen Integration von ökologischen und sozialen Kriterien in unsere Geschäftsprozesse und Investitionsentscheidungen sind wir unter den führenden Versicherern im Dow Jones Sustainability Index. 2024 erwirtschafteten über 156.000 Mitarbeiter für den Konzern einen Umsatz von 179,8 Milliarden Euro und erzielten ein operatives Ergebnis von 16,0 Milliarden Euro.

* Stand: 30. September 2025.

Pressekontakte

Stefan Lutz
Allianz Global Investors
Klaus Papenbrock
Allianz Global Investors
Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:

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