Reparaturen neu denken: 

Gut für‘s Geschäft, die Kunden und den Planeten

In einer Welt, die von zunehmender Umweltverschmutzung, Inflation und angespannten Lieferketten geprägt ist, hat sich die Allianz dazu verpflichtet, die Schadenbearbeitung nachhaltiger zu gestalten. Durch Reparatur statt Erneuerung stärkt die Allianz ihre Widerstandsfähigkeit, reduziert Abfall, senkt Kosten und Emissionen. Diese intelligente Umstellung kommt den Kunden zugute, sichert qualifizierte Arbeitsplätze und macht Nachhaltigkeit zu einem festen Bestandteil der täglichen Schadenbearbeitung.

Nicht alle Klimalösungen erfordern Ladestationen oder Solarzellen. Manchmal geht es einfach darum, eine verbeulte Tür zu reparieren und neu zu lackieren. Allianz überdenkt die Kfz-Versicherung aus der Perspektive einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft, um intelligentere, umweltfreundlichere Lösungen anzubieten, die unseren Kunden und unserem Planeten zugutekommen.

Ob wir eine verbeulte Stoßstange reparieren oder zertifizierte Gebrauchtteile anstelle von neuen verwenden—die Wiederverwendung vorhandener Teile spart CO₂, vermeidet unnötigen Abfall und macht Versicherungen für Kunden widerstandsfähiger und erschwinglicher.

In Großbritannien bietet Allianz in seinen Flottenreparaturrichtlinien die Verwendung von „grünen Teilen“ an – zertifizierte Karosserieteile, Spiegel, Stoßstangen und andere Teile, die aus Fahrzeugen ausgebaut wurden. Diese sehen vor, dass grüne Teile automatisch für nicht sicherheitsrelevante Reparaturen verwendet werden, sofern sie verfügbar sind. Diese Teile stammen vom gleichen Hersteller, verfügen über die Originalgarantie und sind genauso alt oder neuer als die Teile, die sie ersetzen. Allianz stellt sicher, dass diese Teile zertifizierte Konformitätsstandards erfüllen.

Kunden, die sich für eine Reparatur ihres Fahrzeugs innerhalb des Allianz-Netzwerks zugelassener Werkstätten (Approved Repairer Network - APN) entscheiden, profitieren von reduzierten Selbstbeteiligungen und einer Garantie auf die Reparatur, solange sie das Fahrzeug besitzen. Dies reduziert Reparaturzeiten und -kosten, minimiert Abfall und CO2-Emissionen.

Darüber hinaus hat Allianz UK solche nachhaltigen Praktiken durch die Einführung einer digitalen Plattform für umweltfreundliche Ersatzteile in die Reparaturprozesse integriert. Im Jahr 2021 hat Allianz in Zusammenarbeit mit SYNETIQ die Plattform „mygreenparts“  gestartet. Diese digitale Lösung optimiert die Beschaffung von 200.000 hochwertigen, recycelten und nicht sicherheitskritischen Fahrzeugkomponenten – wie Türen, Karosserieteile und Scheinwerfer – für Reparaturbetriebe.

Diese Initiativen bieten sowohl Kunden als auch Reparaturbetrieben Kosteneinsparungen und Effizienzvorteile und sind mit den Zielen der ökologischen Nachhaltigkeit vereinbar. Nur wenige Versicherer in Europa bieten eine vergleichbare Kombination aus digitaler Beschaffung, garantierter Qualität und ökologischer Transparenz in großem Umfang.

Die Allianz ist auch stolzer Unterstützer von AutoRaise, einer britischen Wohltätigkeitsorganisation, die sich dafür einsetzt, die Qualifikationslücke in der Kfz-Reparaturbranche durch hochwertige Ausbildungsplätze für die nächste Generation zu schließen. Michael Golding, Network Manager – Motor bei Allianz UK und Trustee von AutoRaise, betont: „Die Kfz-Reparaturbranche leidet derzeit unter einem erheblichen Mangel an qualifizierten Fachkräften, der durch eine alternde Belegschaft, rasante technologische Entwicklungen im Fahrzeugbau und einen Mangel an Nachwuchskräften verursacht wird. Um dieses Problem anzugehen, muss die Branche in spezielle Ausbildungsprogramme investieren, Lehrlingsausbildungen fördern und mit Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten, um die attraktiven Karrierechancen in der Kfz-Reparatur hervorzuheben. Aus diesem Grund arbeitet die Allianz mit AutoRaise zusammen, denn wir sind uns der entscheidenden Rolle bewusst, die die Aufrechterhaltung von Reparaturlösungen mit unseren Netzwerkwerkstätten jetzt und in Zukunft für die langfristige Nachhaltigkeit spielt.“

Seit April 2024 bietet unter anderem die Allianz Versicherung in Deutschland geeignete Gebrauchtteile aus Totalschäden auf dem lokalen Markt an und erhöht so deren Verfügbarkeit über Plattformen wie ClaimParts und Recyclingbörsen wie green.casion.  „Nach schweren Verkehrsunfällen sind Fahrzeuge ein Totalschaden. In vielen Fällen sind jedoch zahlreiche Teile unbeschädigt und können wiederverwertet werden“, sagt Frank Sommerfeld, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG in Deutschland. „Warum sollten unbeschädigte Türen und Kotflügel nicht in ein anderes Unfallfahrzeug eingebaut werden?“

Derzeit bieten über 1.400 Allianz-Partnerwerkstätten Reparaturen mit zertifizierten Gebrauchtteilen an, die von Türen und Heckklappen bis hin zu Spiegeln und Scheinwerfern reichen. Aus Sicherheitsgründen sind kritische Komponenten wie Lenksysteme und Felgen davon ausgenommen.

Das Allianz Center for Technology (AZT) hat in Zusammenarbeit mit Oakdene Hollins/Metsims die CO₂-Emissionen und finanziellen Auswirkungen von Reparaturen im Vergleich zum Austausch von Teilen analysiert. Dabei wurden die Optionen Reparatur, Austausch durch gebrauchte Teile und Austausch durch neue Teile berücksichtigt. Dr. Christian Sahr, Geschäftsführer des AZT, bezeichnet die Zahlen als beeindruckend: „Das Prinzip ‚Reparieren vor Ersetzen‘ ist umweltfreundlich und in den meisten Fällen kostengünstiger. Wenn ein Austausch jedoch unvermeidbar ist, sollten gebrauchte Ersatzteile bevorzugt werden, um die Umweltbilanz zu verbessern und gleichzeitig eine energieeffiziente Mobilität zu gewährleisten.“ [Abb. 1]  So lassen sich beispielsweise durch die Reparatur eines defekten LED-Scheinwerfers oder einer gesprungenen Windschutzscheibe - anstelle des Austauschs durch ein neues Teil - die Treibhausgasemissionen um rund 99 % reduzieren.

Er weist auch darauf hin, dass die finanziellein Einsparungen erheblich sein können. Die Reparatur einer Seitenverkleidung eines Ford Fiesta spart beispielsweise rund 1.700 US-Dollar. Weitere Vorteile ergeben sich beim Austausch durch ein gebrauchtes Teil. „Der Einbau einer gebrauchten Fahrertür aus einem VW Golf VII würde 89 Prozent oder 81,6 kg CO₂ einsparen.“ [Abb. 2]

Laut Sommerfeld könnten in Deutschland unter idealen Bedingungen 420.000 Tonnen* CO2 eingespart werden, wenn man dies auf alle Reparaturen hochrechnet. Dies entspricht in etwa der jährlichen Absorptionskapazität des Bayerischen Waldes. „Die Wiederverwendung dieser Teile für andere Reparaturen macht aus einem Problem eine Lösung.“

Aus diesem Grund hat die Allianz in Deutschland diese wegweisende Initiative ins Leben gerufen, die beweist, dass die Kreislaufwirtschaft auch für gebrauchte Autoteile funktioniert. Auch die Kunden sind mit dabei: Laut einer Umfrage der Allianz sind 89 % offen für Reparaturen mit zertifizierten Gebrauchtteilen. Konkret entscheidet sich jeder zweite in Frage kommende Kunde für eine nachhaltige Reparatur, wenn ihm diese Option angeboten wird.

Die AZT geht davon aus, dass der Handel mit Gebrauchtteilen in Deutschland in etwa drei Jahren in vollem Gange sein wird und neben einer Reduzierung der CO2-Emissionen auch das Potenzial für eine Senkung der Reparaturkosten um bis zu 10 % besteht. Allerdings sind die Marktzahlen noch zu begrenzt, um eine verlässliche Prognose abzugeben.

Allianz Partners bietet in Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern Endkunden Versicherungs- und Garantieverlängerungslösungen für eine Vielzahl von elektronischen Geräten – darunter Mobiltelefone, Laptops und Tablets – sowie Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, Staubsauger, Geschirrspüler und Mikrowellen.

Dies wird durch die Präferenzen der Verbraucher vorangetrieben: 77 % der EU-Bürger würden ihre elektronischen Geräte lieber reparieren als wegzuwerfen Die Europäische Union schätzt, dass durch die Förderung von Reparaturen anstelle von Neukäufen in den nächsten 15 Jahren die Treibhausgasemissionen um 18,5 Millionen Tonnen und der Abfall um 3 Millionen Tonnen reduziert werden könnten

Der Geschäftsbereich Mobile Device & Digital Risk von Allianz Partners hat einen umfassenden Reparaturservice eingeführt, der über ein Netzwerk von über 100 zertifizierten Reparaturzentren in ganz Europa eine schnelle Bearbeitung innerhalb von fünf Tagen bietet. Dieser Service spart Kunden Zeit und Geld und unterstützt gleichzeitig die Umweltverantwortung.

Die Allianz prüft auch Tarife, die die Verwendung von Gebrauchtteilen formell integrieren, insbesondere für neuere Fahrzeugmodelle, sobald deren Verfügbarkeit verbessert ist. Die Zusammenarbeit mit Autoverwertern, Werkstätten und Regulierungsbehörden wird für die Skalierung des Systems von entscheidender Bedeutung sein. 

Erkenntnisse aus ausgereifteren Märkten fließen bereits in den globalen Ansatz der Allianz ein. Bei Allianz Insurance Singapore beispielsweise arbeiten lokale Teams daran, zirkuläre Reparaturmodelle an tropische Klimabedingungen und regulatorische Rahmenbedingungen anzupassen, wie beispielsweise die Lebenslange Garantie auf Ersatzteile bei Reparaturen.  Dadurch wird das Vertrauen der Kunden in eine Reparatur anstelle eines Neukaufs gestärkt, da sie wissen, dass die verwendeten Teile von hoher Qualität und langlebig sind.

Die Allianz Versicherung Singapur hat auch Initiativen wie die folgenden ins Leben gerufen: „Recycle My Tyres“  mit dem Ziel, Automobilabfälle in wiederverwendbare Materialien umzuwandeln, was das Engagement des Unternehmens für die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft widerspiegelt. Diese Bemühungen zeigen, wie Erkenntnisse und Praktiken aus verschiedenen Märkten angepasst und umgesetzt werden, um den lokalen Umweltproblemen und rechtlichen Rahmenbedingungen gerecht zu werden.

„Als Versicherer sehen wir die Auswirkungen der Mobilität auf unsere Umwelt aus erster Hand“, so Ong Bi Ying, Chief Operating Officer von Allianz Insurance Singapore. „Deshalb gehen wir diesen Schritt nicht nur für unsere Kunden, sondern auch für alle Autofahrer, denen nachhaltigere Entscheidungen am Herzen liegen.“

Durch die Verankerung von Nachhaltigkeit im alltäglichen Reparaturverhalten zeigt die Allianz, dass Klimaschutz nicht immer große Gesten erfordert. Manchmal kommt der größte Unterschied darin zum Tragen, was man nicht wegwirft.

 

In ganz Europa werden jährlich etwa 9 Millionen Autotüren, 12 Millionen Windschutzscheiben, 6 Millionen Seitenverkleidungen, 6 Millionen Scheinwerfer, 17 Millionen Stoßstangenabdeckungen und 2 Millionen Motorhauben beschädigt. Das sind 52 Millionen Autoteile, von denen viele trotz ihrer Reparaturfähigkeit allzu oft durch neue Komponenten ersetzt werden – und neue Teile haben in der Regel einen deutlich höheren CO₂- und Ressourcen-Fußabdruck.

Allianz-Experten haben berechnet, dass eine Erhöhung der Reparaturquote in Europa um nur 2 % jährlich mehr als 31.000 Tonnen CO₂ einsparen könnte – das entspricht den jährlichen Emissionen von rund 6.100 Haushalten.

Allianz UK ist maßgeblich an der Entwicklung von ARIES, dem Umweltstandard für die Unfallreparaturbranche, beteiligt. Der ARIES-Standard ist ein speziell auf die Unfallreparaturbranche zugeschnittenes Umweltkonzept, dessen Schwerpunkte auf der Reduzierung von CO2-Emissionen, der Verbesserung der Nachhaltigkeit und der Steigerung der Effizienz liegen. Diese Initiative wurde als Reaktion auf die gestiegenen regulatorischen, kommerziellen und verbraucherbezogenen Erwartungen hinsichtlich des CO2-Managements und der CO2-Reduzierung entwickelt. ARIES bietet Reparaturbetrieben, Versicherern und Partnern in der Lieferkette eine klare, praktische Methode zur Bewertung, Minderung und Darstellung ihrer Umweltbilanz.
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* Die Kundenanzahl spiegelt nur die Allianz Kundinnen und Kunden in konsolidierten Unternehmen wider, die zum Umfang der Kundenberichtserstattung gehören.

** Stand: 31. Dezember 2025.

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen: