Kölner Journalistenschule
Vertrauen als Strategie: Wie die Allianz auf KI im Kundengeschäft setzt
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Die Welt durchlebe „verrückte Zeiten“ – mit diesen Worten eröffnete Allianz-CEO Oliver Bäte das diesjährige Media Barbecue in der Münchner Unternehmenszentrale. Niemals habe er gedacht, dass seine Zeit an der Spitze des Versicherers so aufregend werde. Eine Herausforderung folgte auf die nächste: Brexit, Donald Trump, Corona, der Angriff auf die Ukraine.
Wie steuert man ein Unternehmen durch eine solche Zeit? Für Bäte ist Vertrauen das Schlüsselwort. Der Allianz sei es gelungen, ihren Kunden, Mitarbeitern und Investoren Stabilität inmitten multipler Krisen zu garantieren. Das gelte auch für den den Übergang ins Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI), dem zentralen Thema des Abends. KI, so Bäte, sei nicht Zusatz, sondern „Baseline“ des Geschäfts und Katalysator für bessere Kundenerlebnisse. Wachstum in Indien und Singapur, bezahlbare Produkte und digitale Schadenprozesse sollen mit KI-getriebener Kundenexzellenz verbunden werden. Der Mensch verschwinde nicht, er bleibe die Instanz, die aus Technologie Vertrauen mache.
Oliver Bäte beim Sommer-Medien-Event am 8. Juli 2026.
Allianz-Vorstandsmitglied Sirma Boshnakova griff diesen Gedanken auf. Unersetzlich werde das Unternehmen im KI-Zeitalter nicht durch Technik allein, sondern durch 130 Jahre Erfahrung, mehr als 100 Millionen Kunden, Experten, Risikowissen und Daten. Künstliche Intelligenz ersetze Menschen nicht, sie hebe sie auf ein neues Niveau. Beim Versicherungskauf, bei der Hilfe zu Hause oder auch bei Kfz-Schäden solle sie Unterstützung schneller, skalierbarer und effizienter machen. „Dann sind wir auch noch sonntagabends für unsere Kunden da, wenn kein Mitarbeiter mehr arbeitet“, sagte Boshnakova.
Thomas Sepp, Allianz Commercial-Vorstandsmitglied und Chief Claims Officer, zeigte allerdings auch die Kehrseite: Künstliche Intelligenz birgt Risiken. Er nannte versagende KI-Systeme in Fahrzeugen, gefälschte Mails und Videos im Social Engineering. Dazu gehöre auch „AI Washing“: eine irreführende Marketingtaktik, bei der ein Produkt durch Übertreibung der tatsächlichen Rolle von KI beworben wird. Die heutigen Fälle seien nur die Spitze des Eisbergs; Einführungsgeschwindigkeit und Haftungsfragen wüchsen schneller als Governance. Allianz positioniere sich als Risikomanager, mit Schadenanalyse und KI-Hilfecentern.
Allianz-Vorstandsmitglied Renate Wagner stellte Mensch und Maschine ins Zentrum. Technologische Exzellenz allein reiche nicht; Empathie, Urteilsvermögen und Kundenzentrierung schafften Differenzierung. Für Kunden bedeute das Personalisierung und Tempo – für Mitarbeiter Potenzialentfaltung. Neben hausinternen Anwendungen von KI stellte Wagner den eigenen Chatbot „Mia“ vor. Damit können Allianz-Mitarbeiter einfache Kundenfragen schneller beantworten. Ihre Formel: 70 Prozent der Transformation sind Menschen und Prozesse, 20 Prozent Daten, nur zehn Prozent Tools. Zuletzt beschrieb Allianz-Vorstandsmitglied Barbara Karuth-Zelle die Organisationsbasis. Künstliche Intelligenz sei mehr als ein Werkzeug – sie werde zur Arbeitsweise. Grundlage seien verantwortungsvolle Nutzung, Transparenz, menschliche Aufsicht, Fairness und Datenschutz.
Nach einem intensiven Austausch zwischen Vorstand und Journalisten bot der Garten der Allianz-Hauptzentrale noch Gelegenheit, untereinander beim Grillen in lockere Gespräche zu finden – abseits von knallharten Zahlen und Fakten.
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Last updated: March 31, 2026
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