Allianz Green Transition Tracker 2026: The clean-tech turning point and why emissions could soon follow

Im Vorfeld der Klimakonferenz COP31 in Antalya kommt die zweite Ausgabe des „Allianz Green Transition Tracker“ zu dem Ergebnis, dass die Welt zwar insgesamt auf CO₂-Neutralität zusteuert, aber viel zu langsam , um die Klimaziele zu erreichen. Der Bericht „The clean-tech turning point, and why emissions could soon follow “ zeigt, dass saubere Technologien politische n Gegenwind überwinden, es jedoch nicht schaffen, fossile Brennstoffe schnell genug zu verdrängen, um die globalen Emissionen rechtzeitig zu begrenzen und die Netto-Null-Ziele zu erreichen.

Der Tracker bewertet 65 Volkswirtschaften, die für 81 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, anhand von fünf Indikatoren: Kohlenstoff- und Energieintensität, verbrauchs- und flächenbezogene Pro-Kopf-Emissionen sowie der Anteil kohlenstoffarmer Energien am Strommix. Sein Fortschrittsindex misst, wie weit jedes Land seit 2015 auf dem Weg zu seinem Netto-Null-Ziel für 2050 schon gekommen ist. In diesem Jahr haben 56 Länder ihre Punktzahl um durchschnittlich 2 Punkte verbessert. Doch nur etwa ein Drittel der Länder hält mit den Reduktionspfaden Schritt, die mit dem Pariser Abkommen im Einklang stehen. Luxemburg, Dänemark und Estland führen die Rangliste im Fortschrittsindex an, und alle zehn Spitzenreiter sind europäische Länder. Kolumbien verzeichnete dank eines Aufschwungs bei der Wasserkraft und neuer Solarkapazitäten die größte Verbesserung (+16,5 Punkte), während die Ölproduzenten am Golf weiterhin das Schlusslicht bilden.

„Fast jedes Land bewegt sich in die richtige Richtung. Das Problem ist das Tempo. Bei dem jetzigen Fortschritt wird die Netto-Null erst im Jahr 2064 erreicht werden – 14 Jahre später als geplant “, sagte Patrick Hoffmann, ESG-Ökonom bei Allianz Research. „Und die klimapolitische Kluft vergrößert sich: Die Spitzenreiter ziehen weiter davon, während die Nachzügler Mühe haben, Schritt zu halten.“

Länder in der oberen Hälfte der Rangliste legten im Durchschnitt um 2, 6 Punkte zu – fast doppelt so viel wie diejenigen in der unteren Hälfte (1, 3). Die EU liegt weiterhin an der Spitze (+2,2 Punkte), doch ihre Emissionen sanken 2025 nur um 0,2 %, nachdem zuvor durchschnittlich jährliche Reduzierungen von 4 % erzielt worden waren; bei diesem Tempo würde sie ihre Zielvorgaben erst 2057 erreichen. Die USA legten nur 1,2 Punkte zu und rutschten in der Rangliste auf Platz 4 1 ab, da die Emissionen das zweite Jahr in Folge stiegen und die Stromerzeugung aus Kohle um 13 % zunahm. China (+2,3 Punkte, Platz 4 3) und Indien (+4,5 Punkte, um fünf Plätze auf Platz 4 5 gestiegen) zeigen Anzeichen einer Trendwende: Chinas Emissionswachstum verlangsamte sich praktisch auf null, da batterieelektrische Fahrzeuge fast die Hälfte der Neuwagenverkäufe ausmachten, und Indien verzeichnete seinen ersten Emissionsrückgang seit 25 Jahren, der nicht mit einer wirtschaftlichen Kontraktion einherging.
Im Jahr 2025 überholten erneuerbare Energien – mit einem Anteil von 33,5 % – erstmals seit mehr als einem Jahrhundert die Kohle (33,2 %) als weltweit größte Stromquelle und lieferten 99 % der neu ans Netz gegangenen Strommenge. Dadurch verlangsamte sich das globale Emissionswachstum von 1,5 % in den beiden vorangegangenen Jahren auf 0,7 %. Sinkende Kosten treiben den Wandel weiter voran: Die jährlich neu installierte Batteriespeicherkapazität stieg von rund 2 GWh im Jahr 2015 auf 307 GWh im Jahr 2025, da die Installationskosten um 91 % sanken. Gleichzeitig hat sich die Preisdifferenz zwischen batteriebetriebenen Elektroautos und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor seit 2019 von 49 % auf 20 % verringert. Die nächste Phase wird ebenso sehr von den Netzen und Speicherkapazitäten bestimmt werden wie von neuen Erzeugungskapazitäten: Die Investitionen in saubere Energie werden 2026 um 6,5 % auf 2,2 Billionen US-Dollar steigen, wobei die Ausgaben für Netze um 21 % und für Speicher um 36 % zunehmen werden, während die Investitionen in die Erzeugung erneuerbarer Energien leicht zurückgehen dürften.
Die Geopolitik sendet derzeit ein stärkeres Preissignal aus als die Klimapolitik und treibt damit die Dieselpreise sowie die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in die Höhe. Allianz Research hat berechnet, dass der durch den Iran-Krieg bedingte Anstieg der Dieselpreise einem CO₂-Preis von mehr als 200 Euro pro Tonne entspräche . In der EU erreichten batterieelektrische Autos im September einen Anteil von 30 % an den Neuzulassungen, was einem Anstieg um 11 Prozentpunkte innerhalb eines Jahres entspricht. Eine neue Runde von Subventionen für fossile Brennstoffe, die nach wie vor r und 70 % höher sind als vor der Energiekrise 2022, stellt jedoch ein Risiko für Europas Fortschritte dar.

Allianz Research erwartet, dass die CO₂-Emissionen aus fossilen Brennstoffen in diesem Jahr sinken werden – obwohl die Weltwirtschaft robust wächst. Günstigere saubere Technologien und hohe Preise für fossile Brennstoffe sind die wichtigsten Faktoren. Auf der anderen Seite stellen der steigende Strombedarf und Engpässe im Stromnetz die größten kurzfristigen Risiken dar: Allein KI und Rechenzentren könnten die globalen Emissionen bis 2030 um rund 0,6 % erhöhen. Zudem könnten hohe Finanzierungskosten, Handelsbarrieren und politische Unsicherheit den Einsatz grüner Technologien verlangsamen. Ob der Emissionshöchststand bereits erreicht ist, ist daher zumindest fraglich.

„Die CO₂ -Emissionen aus fossilen Brennstoffen könnten in diesem Jahr um 0,5% sinken, während die Wirtschaft solide wächst , doch das ist eher auf günstige saubere Technologien und teures Öl zurückzuführen als auf eine strengere Klimapolitik“, sagte Ludovic Subran, Chief Investment Office r und Chief Economist of Allianz. „Ein Preisschock ist keine Strategie. Regierungen sollten der Versuchung widerstehen, ihn durch neue Subventionen für fossile Brennstoffe abzufedern, und stattdessen den Wandel durch eine vorhersehbare CO₂-Bepreisung und schnellere Investitionen in Netze und Speicherkapazitäten festigen.“

Deutschland kletterte in der Rangliste des Fortschrittsindex um einen Platz auf Rang 12 – mit einer Punktzahl von 36,2, was einem Anstieg um 2,4 Punkte entspricht . Dies liegt sowohl über dem weltweiten (2,0) als auch über dem EU-Durchschnitt (2,2). Der Wert zeigt, dass Deutschland bereits mehr als ein Drittel des Weges zu seinen Netto-Null-Zielen zurückgelegt hat und damit vor Spanien (Platz 17), Frankreich (Platz 21) und Italien (Platz 22) liegt, jedoch hinter Dänemark (Platz 2), dem Vereinigten Königreich (Platz 7) und den Niederlanden (Platz 11). Die E -Mobilität ist ein klarer Lichtblick: Elektrofahrzeuge machten im dritten Quartal 2026 32 % der Neuzulassungen aus, gegenüber 19 % im Vorjahr. Der Ausbau der sauberen Energie verliert dagegen an Schwung: Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wuchs 2025 nur um 1,4 %, gegenüber 3, 5 % im Vorjahr. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix verharrte damit unverändert bei rund 58 %. Bei dem derzeitigen Tempo würde Deutschland die Netto-Null im Jahr 2051 erreichen.

„Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Dass sich Deutschland gerade mal um einen Rang auf Platz 12 verbessert hat, zeigt, wie weit wir von unserem Anspruch entfernt sind, Klimaschutz -Weltmeister zu sein. Wir sind zu langsam und oft zu ängstlich. Dabei sollten wir Nachhaltigkeit nicht als Ärgernis sehen, sondern als wirtschaftliche Chance: Sie kann helfen, unseren Wohlstand zu sichern und neues Wachstum zu schaffen. Das technische Know -how haben wir. Entscheidend ist jetzt, Klimaschutz und Bezahlbarkeit konsequent zusammenzubringen, von der Energiespeicherung über die Kreislaufwirtschaft bis zu ‚Reparieren statt Austauschen‘. Als Versicherer und Investor wollen wir dabei unseren Beitrag leisten“, sagt Frank Sommerfeld, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG.


Fortschrittsindex: Anteil der bisher zurückgelegten Strecke zwischen dem Ausgangswert von 2015 und dem Netto-Null-Ziel für 2050 (0–100). Veränderungen gegenüber der vorherigen Ausgabe auf der Grundlage konsistenter Daten. Vollständige Rangliste aller 65 Länder im Bericht. Quelle: Allianz Research.

Arne Holzhausen
Allianz Investment Management SE

Letzte Aktualisierung: 23. September 2026

Der Allianz Konzern ist einer der weltweit führenden Versicherer und Vermögensverwalter, aktiv in fast 70 Ländern, mit rund 97 Millionen Privat- und Firmenkundinnen und -kunden*. Unsere Kundinnen und Kunden profitieren von einem breiten Angebot an Privat- und Unternehmensversicherungen, darunter Sach-, Lebens- und Krankenversicherungen sowie Assistance-Dienstleistungen, Kreditversicherungen bis hin zur globalen Industrieversicherung. Bereits zum siebten Mal in Folge wurde Allianz im Interbrand Ranking ‚Best Global Brands 2025' als weltweit führende Versicherungsmarke ausgezeichnet. Dieser Erfolg basiert auf einer technologiegestützten Kundenfokussierung – wir bieten unseren Kundinnen und Kunden Sicherheit, Schutz und Prävention und stärken die Resilienz von Menschen, Gemeinschaften und Gesellschaften. Wir sind einer der weltweit größten Investoren und betreuen im Auftrag unserer Versicherungskundinnen und -kunden ein Investmentportfolio von etwa 791 Milliarden Euro**. Zudem verwalten unsere Asset Manager PIMCO und Allianz Global Investors etwa 2,2 Billionen Euro** für Dritte. Dank unserer systematischen Integration von ökologischen und sozialen Kriterien in unseren Geschäftsprozessen und Investitionsentscheidungen haben wir ein ‚AAA‘ ESG-Rating von MSCI (Stand: März 2026). 2025 erwirtschafteten unsere 156.000 motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Konzern einen Umsatz von 186,9 Milliarden Euro und erzielten ein operatives Ergebnis von 17,4 Milliarden Euro für unsere Aktionärinnen und Aktionäre.

* Stand: 31. Dezember 2025. Die Kundenanzahl spiegelt nur die Allianz Kundinnen und Kunden in konsolidierten Unternehmen wider, die zum Umfang der Kundenberichtserstattung gehören.

** Stand: 30. Juni 2026.

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:
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