Allianz Green Transition Tracker 2026: The clean-tech turning point and why emissions could soon follow
Fast alle sind auf dem Weg – aber nicht schnell genug
Der Tracker bewertet 65 Volkswirtschaften, die für 81 % der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, anhand von fünf Indikatoren: Kohlenstoff- und Energieintensität, verbrauchs- und flächenbezogene Pro-Kopf-Emissionen sowie der Anteil kohlenstoffarmer Energien am Strommix. Sein Fortschrittsindex misst, wie weit jedes Land seit 2015 auf dem Weg zu seinem Netto-Null-Ziel für 2050 schon gekommen ist. In diesem Jahr haben 56 Länder ihre Punktzahl um durchschnittlich 2 Punkte verbessert. Doch nur etwa ein Drittel der Länder hält mit den Reduktionspfaden Schritt, die mit dem Pariser Abkommen im Einklang stehen. Luxemburg, Dänemark und Estland führen die Rangliste im Fortschrittsindex an, und alle zehn Spitzenreiter sind europäische Länder. Kolumbien verzeichnete dank eines Aufschwungs bei der Wasserkraft und neuer Solarkapazitäten die größte Verbesserung (+16,5 Punkte), während die Ölproduzenten am Golf weiterhin das Schlusslicht bilden.
„Fast jedes Land bewegt sich in die richtige Richtung. Das Problem ist das Tempo. Bei dem jetzigen Fortschritt wird die Netto-Null erst im Jahr 2064 erreicht werden – 14 Jahre später als geplant “, sagte Patrick Hoffmann, ESG-Ökonom bei Allianz Research. „Und die klimapolitische Kluft vergrößert sich: Die Spitzenreiter ziehen weiter davon, während die Nachzügler Mühe haben, Schritt zu halten.“
Eine Energiewende mit zwei Geschwindigkeiten
Die Stromerzeugung ist grün geworden – und saubere Technologien werden immer günstiger
Geopolitik, nicht Klimapolitik, bestimmt die Preise
Ausblick: Ein Emissionshöchststand ist in Reichweite, ein nachhaltiger Rückgang ist jedoch noch nicht gesichert
Allianz Research erwartet, dass die CO₂-Emissionen aus fossilen Brennstoffen in diesem Jahr sinken werden – obwohl die Weltwirtschaft robust wächst. Günstigere saubere Technologien und hohe Preise für fossile Brennstoffe sind die wichtigsten Faktoren. Auf der anderen Seite stellen der steigende Strombedarf und Engpässe im Stromnetz die größten kurzfristigen Risiken dar: Allein KI und Rechenzentren könnten die globalen Emissionen bis 2030 um rund 0,6 % erhöhen. Zudem könnten hohe Finanzierungskosten, Handelsbarrieren und politische Unsicherheit den Einsatz grüner Technologien verlangsamen. Ob der Emissionshöchststand bereits erreicht ist, ist daher zumindest fraglich.
„Die CO₂ -Emissionen aus fossilen Brennstoffen könnten in diesem Jahr um 0,5% sinken, während die Wirtschaft solide wächst , doch das ist eher auf günstige saubere Technologien und teures Öl zurückzuführen als auf eine strengere Klimapolitik“, sagte Ludovic Subran, Chief Investment Office r und Chief Economist of Allianz. „Ein Preisschock ist keine Strategie. Regierungen sollten der Versuchung widerstehen, ihn durch neue Subventionen für fossile Brennstoffe abzufedern, und stattdessen den Wandel durch eine vorhersehbare CO₂-Bepreisung und schnellere Investitionen in Netze und Speicherkapazitäten festigen.“
Deutschland auf Kurs zur Netto-Null
Deutschland kletterte in der Rangliste des Fortschrittsindex um einen Platz auf Rang 12 – mit einer Punktzahl von 36,2, was einem Anstieg um 2,4 Punkte entspricht . Dies liegt sowohl über dem weltweiten (2,0) als auch über dem EU-Durchschnitt (2,2). Der Wert zeigt, dass Deutschland bereits mehr als ein Drittel des Weges zu seinen Netto-Null-Zielen zurückgelegt hat und damit vor Spanien (Platz 17), Frankreich (Platz 21) und Italien (Platz 22) liegt, jedoch hinter Dänemark (Platz 2), dem Vereinigten Königreich (Platz 7) und den Niederlanden (Platz 11). Die E -Mobilität ist ein klarer Lichtblick: Elektrofahrzeuge machten im dritten Quartal 2026 32 % der Neuzulassungen aus, gegenüber 19 % im Vorjahr. Der Ausbau der sauberen Energie verliert dagegen an Schwung: Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wuchs 2025 nur um 1,4 %, gegenüber 3, 5 % im Vorjahr. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix verharrte damit unverändert bei rund 58 %. Bei dem derzeitigen Tempo würde Deutschland die Netto-Null im Jahr 2051 erreichen.
„Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Dass sich Deutschland gerade mal um einen Rang auf Platz 12 verbessert hat, zeigt, wie weit wir von unserem Anspruch entfernt sind, Klimaschutz -Weltmeister zu sein. Wir sind zu langsam und oft zu ängstlich. Dabei sollten wir Nachhaltigkeit nicht als Ärgernis sehen, sondern als wirtschaftliche Chance: Sie kann helfen, unseren Wohlstand zu sichern und neues Wachstum zu schaffen. Das technische Know -how haben wir. Entscheidend ist jetzt, Klimaschutz und Bezahlbarkeit konsequent zusammenzubringen, von der Energiespeicherung über die Kreislaufwirtschaft bis zu ‚Reparieren statt Austauschen‘. Als Versicherer und Investor wollen wir dabei unseren Beitrag leisten“, sagt Frank Sommerfeld, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG.
Green Transition Tracker 2026:
Rangliste des Fortschrittsindex (ausgewählte Länder)
Fortschrittsindex: Anteil der bisher zurückgelegten Strecke zwischen dem Ausgangswert von 2015 und dem Netto-Null-Ziel für 2050 (0–100). Veränderungen gegenüber der vorherigen Ausgabe auf der Grundlage konsistenter Daten. Vollständige Rangliste aller 65 Länder im Bericht. Quelle: Allianz Research.
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Letzte Aktualisierung: 23. September 2026
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* Stand: 31. Dezember 2025. Die Kundenanzahl spiegelt nur die Allianz Kundinnen und Kunden in konsolidierten Unternehmen wider, die zum Umfang der Kundenberichtserstattung gehören.
** Stand: 30. Juni 2026.