Unternehmen fürchten wirtschaftliche Risiken und Betriebsunterbrechungen

Welche Risiken sorgen Unternehmen 2012 am meisten? Wirtschaftliche Risiken, Betriebsunterbrechungen und zerstörerische Naturkatastrophen sind die drängendsten Geschäftsrisiken für viele Unternehmen. Dagegen werden  Cyberrisiken noch weithin unterschätzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS).

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AGCS als weltweit tätige Industrieversicherungssparte der Allianz Gruppe hat ihre Risikoingenieure in der zweiten Jahreshälfte 2011 befragt, welche Risiken aus ihrer Sicht Unternehmen im kommenden Jahr besonders beschäftigen. An erster Stelle rangieren wirtschaftliche Risiken (21 Prozent der Befragten). Im Einzelnen fürchten Unternehmen hier eine drohende Rezession und die Staatsschuldenkrise, aber auch steigende Rohstoffpreise oder Währungsschwankungen.

 

Als zweitgrößtes Geschäftsrisiko gelten Betriebsunterbrechungen (14 Prozent der Befragten). Zentralisierter Einkauf, globale Beschaffung, eine steigender Wertschöpfungs-anteil durch Zulieferer und Just-in-Time-Produktion senken Kosten, machen Unternehmen aber auch anfälliger für Störungen in ihren Lieferketten. Naturkatastrophen stehen laut der AGCS-Befragung an dritter Stelle der Unternehmensrisiken 2012. Gleich ob Fluten, Starkregen, Hurrikane, Taifune oder Erdbeben: Eine dichtere Infrastruktur, die wirtschaftliche Entwicklung in Schwellenländern und der technologische Fortschritt vervielfachen die Kosten. So haben sich die versicherten Schäden aus Naturkatastrophen in den letzen 30 Jahren von fünf auf mehr als 40 Milliarden US-Dollar erhöht.

Risiken sind eng verknüpft und lösen Kettenreaktionen aus

Jedes Risiko für sich gefährdet den unternehmerischen Erfolg. Doch die AGCS-Studie verdeutlicht auch, dass sich Risiken immer weniger isoliert betrachten lassen. "In unserer vernetzten und globalisierten Welt sind Risiken eng miteinander verknüpft und lösen so Kettenreaktionen aus", erklärt AGCS-Risikoberater Michael Bruch. Für viele Unternehmen sei das Jahr 2011 der "perfekte Sturm" gewesen, weil sich verschiedene Risiken kumuliert hätten. So haben Naturkatastrophen in der Region Asien-Pazifik zu immensen Sachschäden und Betriebsunterbrechungen geführt. Mitunter standen aber auch Produktionsbänder in Europa still, wenn dort Lieferteile aus Asien nicht rechtzeitig eintrafen. Gleichzeitig hat sich das wirtschaftliche Umfeld infolge der Staatsschuldenkrise in vielen Industrieländern verschlechtert – und folglich auch die Absatzchancen in vielen Branchen.

Regionale Unterschiede: Regulation sorgt in UK, Komplexität in Deutschland

Die weltweite Befragung der AGCS-Risikoingenieure ergab auch regionale Unterschiede in der Bewertung von Risiken. Naturkatastrophen sind vor allem für Unternehmen aus der Region Asien-Pazifik die schlimmste Bedrohung – traurige Belege sind das Erdbeben und der Tsunami in Japan oder aktuell die Fluten in Thailand. Auch politische Risiken wie Protektionismus und staatliche Intervention werden dort als kritisch wahrgenommen. In Deutschland dagegen spielen Komplexitätsrisiken eine wichtige Rolle: Konstruktionsfehler und Steuerungsschwächen können in komplexen Industrieprojekten schnell zu Wirkungsverlusten oder Schadenserien führen. In Großbritannien sorgen sich Unternehmen wegen zu hoher Regulierung.

Rund um die Welt rufen IT-Risiken noch wenige Unternehmen auf den Plan (nur ein Prozent der AGCS-Experten sehen dies als Priorität ihrer Kunden). Dabei können IT-Ausfälle – sei es infolge von Hackerangriffen oder durch menschliches Fehlverhalten – schnell Folgekosten und Umsatzausfälle in Millionenhöhe verursachen.

AGCS Risk Barometer: Top-Fünf-Risiken für Unternehmen nach Region und Land (klicken, um zu vergrößern)

 
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