Die Zahl der Hochbetagten wird weiter steigen

Die UN geht in ihrer jüngsten Bevölkerungsprognose davon aus, dass sich die Zahl der Über-90-Jährigen bis Mitte des Jahrhunderts nahezu versechsfachen wird. Damit dürften im Jahr 2050 weltweit mehr als 71 Millionen Menschen 90 Jahre oder älter sein und davon werden rund 3,2 Millionen bereits ihren 100. Geburtstag gefeiert haben.

Trotz anhaltender Diskussionen über die künftige Entwicklung der Lebenserwartung und der nach wie vor offenen Frage, ob es ein maximales Lebensalter gibt oder nicht, gehen Bevölkerungsforscher davon aus, dass auch die Anzahl der Höchstbetagten, d .h. die Zahl der Personen die 110 und älter sind, in Zukunft weiter steigen wird. Man kann sich das vermutlich ungläubige Staunen der zukünftigen Generationen ausmalen, wenn im Jahr 2050 ein Hundertjähriger davon erzählt, wie es in seiner Kindheit ohne Fernseher, Mobiltelefon, Computer und Internet war, wie er die erste Mondlandung am Bildschirm verfolgte und wie Autos und Flugreisen erst nach und nach für die breite Masse erschwinglich wurden.

Die meisten Hochbetagten werden - wie auch heute - in Europa und Asien leben; so zählen Japan und die Schweiz zu den Ländern mit der höchsten Lebenserwartung weltweit. Die Forschung über die Höchstbetagten befindet sich gegenwärtig allerdings noch in den Anfängen. Bislang gibt es wenige umfassende Studien über die Lebensqualität und die Lebensumstände dieser Altersgruppe oder die Entwicklung der Sterbewahrscheinlichkeit in höheren Altern. Zum einen dürfte dies daran liegen, dass die Zahl der Personen in den entsprechenden Altern bislang relativ gering war, zum anderen dürfte dies jedoch auch der Tatsache geschuldet sein, dass die amtlichen Statistiken gerade in diesen Altersbereichen häufig lückenhaft sind.

Dies gilt nicht nur für Schwellenländer, sondern auch für Industrienationen, wie man im vergangenen Jahr am Beispiel Japans sehen konnte. Hier können in regelmäßigen Abständen durchgeführte - wenn auch bei Datenschützern meist nicht sehr beliebte -Volkszählungen dazu beitragen, die Datenlage wesentlich zu verbessern. Gleichzeitig könnte auf Grundlage aktueller Angaben über die tatsächliche Altersstruktur der Gesellschaft auch die künftige Nachfrage nach altersgerechten Einrichtungen, Dienstleistungen und Produkten besser abgeschätzt werden.

 
Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen hier zur Verfügung gestellt wird.
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