Mehr Sicherheit auf der Straße

Könnten autonome Fahrzeuge nicht nur Staus in großen Städten reduzieren, sondern auch unfallbedingte Todesfälle verhindern? Jon Dye, Leiter des Bereichs Kfz-Versicherung bei der Allianz UK, hält das für eine mögliche Lösung. Doch dafür müssen zunächst einige Grundvoraussetzungen geschaffen werden...

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Für Zukunftsforscher sind autonome Fahrzeuge häufig ein mögliches Rezept gegen staugeplagte Großstädte. Grundsätzlich könnten selbstfahrende Autos aber auch die Antwort auf ein weiteres Problem sein: Verkehrsunfälle fordern weltweit jedes Jahr 1,25 Millionen Menschenleben.

Natürlich mahnen die zwei diesjährigen Todesfälle in Zusammenhang mit autonomen Fahrzeugen in den USA zur Vorsicht. Doch die Verschärfung einschlägiger Gesetze ist möglicherweise eine Überreaktion. Mit kontinuierlicher Weiterentwicklung der Technologie könnten Verkehrsunfälle bald der Vergangenheit angehören.

Der Weg, Straßen sicherer zu machen, wird jedoch kein einfacher sein.

Zunächst muss in den Großstädten ein Wandel stattfinden, um das volle Potenzial autonomen Fahrens zu nutzen. Dabei erfordern die folgenden drei Bereiche genauere Aufmerksamkeit:

Allianz-Autonomes Fahren

Infrastruktur

Bevor man fahrerlose Fahrzeuge zulässt, müssen zunächst die vorhandenen Straßen angepasst werden, um die Verkehrssicherheit stets gewährleisten zu können. Eine dieser Anpassungen beziehen sich auf Wifi-Netzwerke zur Kommunikation des Fahrzeugs mit der Infrastruktur. Sensoren für Imaging, LiDAR, Radar und Ultraschall erlauben es dem Fahrzeug, die Straße vor sich zu „sehen“.

Dadurch wird zum einen die Routenführung effizienter und zum anderen werden engere Abstände zwischen den Fahrzeugen ermöglicht. Weniger Verkehrsunfälle bedeuten auch weniger Staus. Experten gehen davon aus, dass immer weniger Privatautos gekauft werden, sobald autonomes Fahren und Elektroautos an Selbstverständlichkeit gewinnen. Da gleichzeitig die Preise für Fahrdienstleistungen sinken, wird die Nutzung von Robotaxis anstelle des eigenen Wagens wahrscheinlicher. Dies alles könnte zu einer Reduzierung der Fahrzeuge auf der Straße führen.

Während Unternehmen autonome Fahrzeuge entwickeln und testen, besteht die Hoffnung, dass eine wachsende Nachfrage Regierungen zwingen wird, für die entsprechende Infrastruktur zu sorgen.

Nehmen Sie das Modell T von Ford als Beispiel: Zu dieser Zeit war Verkehrsinfrastruktur im Prinzip nicht vorhanden. Doch die Nachfrage nach dem ersten Serienauto zwang die öffentliche Hand dazu, Straßennetze aufzubauen.

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Gesetzgebung

Im Oktober vergangenen Jahres führte das britische Parlament das sogenannte „Automated and Electric Vehicles Bill" Gesetz ein, welches den Prozess vereinfacht autonome Fahrzeuge auf der Straße einzusetzen.

Das Gesetz sieht vor, die Kfz-Pflichtversicherung auf autonome Fahrzeuge auszuweiten. Das heißt, dass Versicherer den Fahrer sowie die Technologie absichern. So kann ein Unfallopfer Anspruch erheben, selbst wenn sich das Fahrzeug im autonomen Modus und nicht unter der Kontrolle des Fahrers befand.

Regierungen weltweit verfassen ähnliche Gesetzesentwürfe und finanzieren entsprechende Studien. In 33 US-Bundesstaaten sind mittlerweile selbstfahrende Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs. In Deutschland wurde im Mai letzten Jahres ein Gesetz erlassen, das es Unternehmen gestattet, autonome Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen zu testen. Im chinesischen Shanghai wurden zu Beginn des Jahres die ersten „Führerscheine“ für selbstfahrende Autos ausgestellt.

Dies alles ist ein klares Zeichen, dass autonomes Fahren die Technologie der Zukunft ist. Die Einführung eines eindeutigen regulatorischen Rahmens für die Nutzung und Versicherung wird für die Akzeptanz autonomer Fahrzeuge von entscheidender Bedeutung sein.

Akzeptanz

Alles schön und gut. Doch das größte Hindernis ist nicht die Technologie selbst, sondern die Einstellung, die vollständig autonomem Fahren entgegengebracht wird. Das Auto wurde lange Zeit als Symbol für Freiheit verkauft. Studien zeigen allerdings, dass die jüngere Generation Autos zunehmend als Störfaktor empfindet.

Trotzdem heißt das nicht, dass die Youngster bereit sind, sich voll und ganz auf fahrerlose Fahrzeuge einzulassen. Laut einer Umfrage des Massachusetts Institute of Technology (MIT) unter 3.000 Personen aus dem Jahr 2016 konnten sich die Teilnehmer zwischen 25 und 44 Jahren am ehesten mit Fahrzeugen ohne Fahrer anfreunden. Allerdings gaben nur 40 Prozent von ihnen an, sich in einem solchen Fahrzeug sicher zu fühlen.

Damit die Technologie von der breiten Masse angenommen wird, muss sich die Einstellung also noch erheblich verändern.

Noch lange nicht bereit

Selbst wenn durch bahnbrechende Erfolge bei der Herstellung autonome Fahrzeuge ab morgen flächendeckend zur Verfügung stünden, wären wir darauf nicht vorbereitet. Es sind nach wie vor zu viele Fragen offen, um fahrerlose Fahrzeuge massentauglich zu machen. Das gilt nicht zuletzt auch für die Versicherung.

Die notwendigen Infrastrukturentwicklungen und Akzeptanzveränderungen erfolgen nicht über Nacht. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bevor autonome Fahrzeuge unsere Straßen dominieren, Staus und hoffentlich die Anzahl der Unfälle reduzieren.

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Susanne Seemann
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