Transatlantische Freihandelszone: Ein chancenreiches, aber schwieriges Unterfangen

Der Welthandel ist in den letzten zehn Jahren mit rund 5% jährlich fast doppelt so stark gewachsen wie die weltwirtschaftliche Wertschöpfung (+2,7% jährlich). Die Exporte entwickelten sich offensichtlich weit dynamischer als die binnenwirtschaftliche Nachfrage – also Konsum und Investitionen. Es bedarf daher keiner volkswirtschaftlichen Theorien, um verständlich zu machen, dass die Expansion des internationalen Handels eine der entscheidenden Quellen des wachsenden Wohlstands war.

Seit einer Reihe von Jahren befinden sich die meisten Industrieländer in einer ausgeprägten Wachstumsschwäche. Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre betrug ihr Zuwachs beim realen Bruttoinlandsprodukt nur 0,2% jährlich, während das entsprechende Wachstum der Emerging Markets bei 5,0% jährlich lag. Deshalb kann es nicht überraschen, dass sich die wachstumsschwachen Industrieländer um eine stärkere Teilhabe an den Zuwächsen des Welthandels bemühen. Verschiedene Strategien sind hier möglich: Maßnahmen zur Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Produktivität, Bemühungen um einen freien Zugang zu ausländischen Märkten oder eine auf die Abwertung der eigenen Währung gerichtete Politik. Letzteres ist in den letzten Monaten unter dem Stichwort „Währungskrieg“ zu einem heftig diskutierten Thema geworden, wobei einigen Ländern und hierbei insbesondere Japan der Vorwurf gemacht wird, mittels ihrer Geldpolitik eine aktive Abwertungsstrategie zu betreiben.

Gerade vor diesem Hintergrund ist es zu begrüßen, dass auch andere Wege gesucht werden, um das Wachstum zu fördern. Die Entscheidung der EU und der USA, Verhandlungen aufzunehmen für eine transatlantische Freihandels- und Investitionspartnerschaft, sind in diesem Zusammenhang eine wichtige Initiative. 

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