Die Rendite der privaten Geldvermögen

Bereits im Dezember 2015 hatten wir an dieser Stelle die Renditen der Geldvermögen der privaten Haushalte in verschiedenen Euroländern untersucht, damals für den Zeitraum 2010 bis einschließlich 2014. Die Ergebnisse waren, zumindest für die deutschen Sparer, ernüchternd: Zusammen mit den Österreichern bildeten sie das Schlusslicht, in beiden Ländern lagen die nominalen Vermögensrenditen unter 3 %; selbst Eurokrisenländer wie Spanien oder Portugal erzielten deutlich höhere Renditen um die 5 %. Über die Gründe muss nicht lange gerätselt werden: Als entscheidend für die Höhe der Vermögensrendite erwies sich die Vermögensklasse der Wertpapiere (Aktien, Anleihen und Investmentfonds), d.h. das Ausmaß von Kurssteigerungen machte den Renditeunterschied. Gerade diese Vermögensklasse spielt in den Portfolien der deutschen Haushalte jedoch noch immer eine untergeordnete Rolle. Dank hoher Sparleistungen konnten sie aber dennoch ein ordentliches Vermögenswachstum erzielen; mit jährlich knapp 4 % in diesem Zeitraum lag es zum Beispiel deutlich über dem der Eurokrisenländer.

Mittlerweile liegen auch die Zahlen zum Geldvermögen für 2015 vor.[1] Auf dieser Basis haben wir daher unsere Berechnungen aktualisiert, um die damaligen Ergebnisse zu überprüfen. Allerdings haben wir dabei den Zeitraum der Untersuchung eingegrenzt, auf die vier Jahre 2012 bis einschließlich 2015. Warum? Im Sommer 2012 hielt Mario Draghi, Präsident der EZB, seine berühmte Rede zur Rettung des Euro („What ever it takes“). Seit diesem Jahr betreibt die EZB also ganz offensichtlich nicht mehr „nur“ Geldpolitik zur Stabilisierung des Preisniveaus, sondern verfolgt mit erweitertem Instrumentenkasten (OMT, PSPP, NDR etc.) eine Politik, die zudem das Überleben des Euro sichern soll. Die Wirkung der Geldpolitik auf die Finanzmärkte hat sich damit noch einmal verstärkt, die Verzerrungen insbesondere auf den Anleihen-, aber auch Aktienmärkten haben noch einmal zugenommen. Mit anderen Worten: Das Umfeld ist für die Sparer im Euroraum noch herausfordernder geworden als es in den Jahren zuvor schon war.

[1] Siehe Allianz Global Wealth Report 2016.

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