Deutschland

Industrie mit gelungenem Jahresstart

Der kräftige Anstieg der Industrieproduktion im Januar um 3,2% gegenüber Dezember zeigt, dass die insbesondere wegen des gefallenen Ölpreises geäußerten Sorgen um die Konjunktur übertrieben sind. Da nun mit einem spürbaren Zuwachs der Industrieproduktion im ersten Quartal dieses Jahres zu rechnen ist, sind die Aussichten gut, dass sich das Wirtschaftswachstum Anfang dieses Jahres deutlich beschleunigt hat. Die ölpreisbedingt gestiegene Kaufkraft der Haushalte und die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt bescheren auch vielen Dienstleistungsbranchen eine steigende Nachfrage. Wir schätzen, dass das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal dieses Jahres 0,6% beträgt nach 0,3% im vierten Quartal des vergangenen Jahres.

Starke Impulse kamen im Januar von der Automobilproduktion, die gegenüber dem Vormonat ein Produktionsplus von 7,6% erzielen konnte. Die Branche hatte die Produktion Ende vergangenen Jahres deutlich zurückgefahren. Aber auch im Bereich der Chemie, der Metallerzeugung und -bearbeitung und im Maschinenbau gab es deutliche Produktionszuwächse. Zwar ist kaum zu erwarten, dass sich diese positive Tendenz in den nächsten Monaten so uneingeschränkt fortsetzt, zu Pessimismus ist aber auch keine Anlass. Der Auftragseingang aus dem Ausland, der ab der Jahresmitte 2015 deutlich rückläufig war, hat sich seit November vergangenen Jahres wieder spürbar stabilisiert. Dabei ist die Nachfrage aus der EWU ohnehin seit längerem aufwärtsgerichtet. Von außerhalb des Euroraums hat sich der Auftragseingang in den letzten Monaten aber auch wieder belebt. Dies spricht gegen eine sich verschärfende weltwirtschaftliche Schwäche. Wahrscheinlicher ist aus unserer Sicht, dass der Welthandel im Laufe dieses Jahres wieder Tritt fasst.

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Dr. Rolf Schneider

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