Deutschland: Binnenkonjunktur kräftigt sich weiter

Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr wie erwartet um 1,7% gewachsen. Dabei verlief die Entwicklung sehr kontinuierlich. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt wuchs im vierten Quartal mit einem Plus von 0,25% gegenüber Vorquartal ähnlich stark wie schon im dritten. Dass sich der Aufschwung im zweiten Halbjahr 2015 trotz einer lebhaften Binnennachfrage nicht beschleunigt hat, ist Folge einer durch die Schwäche in den Schwellenländern gedämpften Exportentwicklung seit der Jahresmitte 2015. Im Verlauf von 2016 rechnen wir wieder mit etwas stärkeren Impulsen von der Ausfuhr und in Verbindung mit einer kräftigen Binnennachfrage mit einem verstärkten Wirtschaftswachstum. Die deutsche Wirtschaft dürfte 2016 um 2,2% wachsen.

Die privaten Konsumausgaben sind im vergangenen Jahr preisbereinigt um 1,9% gestiegen, was die höchste Zuwachsrate seit dem Jahr 2000 darstellt. Noch kräftiger als die privaten Konsumausgaben sind diejenigen des Staates gestiegen (+2,8%). Hierzu beigetragen haben die zusätzlichen Ausgaben infolge der Flüchtlingsmigration. Von staatlicher Seite sind in diesem Jahr eher noch kräf-tigere Nachfrageimpulse zu erwarten. Von Bedeutung für die binnenwirt-schaftliche Entwicklung 2016 ist auch, dass der erneute Ölpreisrückgang die Kaufkraft der Einkommen weiter stärkt und sich der Zuwachs der Beschäftigung in den letzten Monaten beschleunigt hat. Dies lässt erwarten, dass der Zuwachs bei den privaten Konsumausgaben 2016 mit 2,2% sogar noch etwas höher ausfällt als 2015. Für die Exportentwicklung sind wir verhalten optimistisch. Die Auslandsnachfrage aus den Ländern der Europäischen Währungsunion ist inzwischen klar aufwärtsgerichtet. Bei der Nachfrage aus dem Nicht-EWU Raum, die im dritten Quartal vergangenen Jahres eingebrochen war, ist inzwischen eine Stabilisierung erkennbar. Insgesamt dürfte das Ausfuhrvolumen 2016 um knapp 4% zunehmen.

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