Deutschland

Arbeitsmarkt ohne Bremsspuren

Der Arbeitsmarkt befindet sich auch zu Jahresbeginn 2016 in einer ausgesprochen guten Verfassung. Saisonbereinigt ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar um 20.000 und damit im vierten Monat in Folge gesunken. Gegenüber dem Vorjahr ist die Erwerbstätigkeit zuletzt (Dezember 2015) um 1,0%, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sogar um 2,5% gestiegen. Die gedämpfte weltwirtschaftliche Entwicklung und die damit verbundene leichte Eintrübung der Konjunkturerwartungen schlagen sich bisher nicht am deutschen Arbeitsmarkt nieder.

Befürchtungen, dass die starke Ausweitung des Arbeitskräfteangebots infolge der Zuwanderung aus EU-Ländern und der Migration von Flüchtlingen zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führen werde, haben sich damit zumindest bisher nicht bestätigt. Zwar waren im Januar 52.000 Ausländer und darunter 39.000 aus den Asylzugangsländern mehr arbeitslos als im Januar des Vorjahres, aber dies wurde mehr als ausgeglichen durch einen Rückgang der Zahl der deutschen Arbeitslosen um 164.000.


Allerdings ist zu erwarten, dass die Arbeitslosmeldungen von Flüchtlingen im Verlauf dieses Jahres erheblich zunehmen. Dies dürfte auch den Rückgang der gesamten Arbeitslosigkeit spürbar verlangsamen. Setzt sich der Beschäfti-gungsaufbau 2016 jedoch in etwa mit dem Tempo fort wie in den letzten Mo-naten, wovon wir ausgehen, so ist im Jahresdurchschnitt 2016 mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahl um schätzungsweise 50.000 auf rund 2,75 Mio. Personen zu rechnen.

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Dr. Rolf Schneider

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