Allianz Global Wealth Report 2018

Die Allianz hat die neunte Ausgabe ihres „Global Wealth Reports“ vorgestellt, der die Geldvermögen und Verschuldung der privaten Haushalte in über 50 Ländern analysiert. 2017 war demnach ein außergewöhnliches Jahr. Denn trotz zunehmender politischer Spannungen war es ein sehr erfolgreiches Jahr für die Anleger: Die wirtschaftliche Erholung nach der Finanzkrise fand ihren Höhepunkt in einem synchronen Aufschwung rund um den Globus und die Finanzmärkte zeigten eine starke Entwicklung, allen voran die Aktienmärkte. Die Brutto-Geldvermögen der privaten Haushalte wuchsen daher kräftig mit 7,7% und kletterten auf über EUR 168 Billionen. Die ersten Daten für dieses Jahr deuten allerdings auf ein deutliches schwächeres Wachstum hin.

Im Anlageverhalten kam es 2017 zu einer bemerkenswerten Wende: Nachdem die Sparer Aktien und Investmentfonds in den Nachkrisenjahren seit 2010 unterm Strich weitgehend ignorierten, flossen im vergangenen Jahr erstmals wieder frische Gelder im nennenswerten Umfang in diese Vermögensklasse. Mit knapp einem Fünftel lag ihr Anteil an der Neuanlage sogar höher als in den Vorkrisenjahren. Im Kontext der boomenden Börsen führte dies dazu, dass Wertpapiere 2017 das mit Abstand stärkste Wachstum aller Vermögensklassen zeigten: Insgesamt legten sie um 12,2% zu; ihr Anteil an den gesamten weltweiten Ersparnissen stieg auf 42%. An zweiter Stelle folgen Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionen mit einem Anteil von 29% am Vermögensportfolio und einem Zuwachs von 5,2% im letzten Jahr. Spiegelbildlich zur Wiederentdeckung der Kapitalmärkte verloren Bankeinlagen rund um den Globus in der Gunst der Haushalte: Zwar wurden noch 42% der Neuanlage zu den Banken gelenkt; im Jahr zuvor lag dieser Wert aber noch bei 63%. In absoluten Zahlen bedeutete dies einen Rückgang von über EUR 390 Mrd.; das Bestandswachstum ging um zwei Prozentpunkte auf 4,3% zurück (Anteil am Vermögensportfolio knapp 27%). 

Die Nachkrisenjahre waren von einem relativ schwachen Vermögenswachstum in den Industrieländern gegenüber den Schwellenländern geprägt. Auch dies hat sich 2017 geändert. Die Wachstumsbeschleunigung beruhte allein auf der Entwicklung in den Industrieländern: Während in den Industrieländern das Wachstum um mehr als einen Prozentpunkt auf 6,5% zulegte, ging es in den Schwellenländern um drei Prozentpunkte auf 12,9% zurück. Mit 6,5 Prozentpunkten fiel die Wachstumsdifferenz zwischen diesen beiden Ländergruppen damit so gering wie zuletzt 2005 aus; im Durchschnitt der vorangegangenen Dekade lag sie mit 13 Prozentpunkten doppelt so hoch.

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