Allianz Global Wealth Report 2013

Die Allianz hat heute die vierte Ausgabe ihres „Global Wealth Reports“ vorgestellt, der die Vermögens- und Schuldenlage der privaten Haushalte in über 50 Ländern analysiert. Danach erzielte das globale Brutto-Geldvermögen der privaten Haushalte 2012 eine Zuwachs­rate von 8,1%. Dies ist das stärkste Wachstum seit sechs Jahren und liegt auch deutlich über dem langfristigen, wechselkursbereinigten Durchschnitt (2001 bis 2012) von 4,6% pro Jahr. Wachstumstreiber war im letzten Jahr die gute Entwicklung an den Aktienmärkten: Das in Form von Wertpapieren gehaltene Vermögen erzielte ein Plus von 10,4%. Rund um den Globus summierte sich das Finanzvermögen damit auf ein neues Rekordniveau von 111 Billionen Euro.

Gleichzeitig blieb 2012 auch im vierten Jahr nach Lehman das Wachstum der Schulden (einschließlich Hypothekenschulden) mit 2,9% verhalten. Die globale Schuldenquote (Verbindlichkeiten in Prozent des BIP) ging um einen weiteren Prozentpunkt auf 65,9% zurück; 2009 hatte sie noch bei 71,6% gelegen. Für das globale Netto-Geldvermögen (Brutto-Geldvermögen abzüglich Verbindlichkeiten) ergab sich daraus sogar ein zweistelliges Plus von 10,4%. Von diesem starken Anstieg profitierten alle Regionen. Selbst im krisengeplagten Euroraum stieg das Netto-Geldvermögen – nicht zuletzt dank stagnierender Verbindlichkeiten – um 7,2% und lag damit Ende 2012 erstmals wieder über dem Vorkrisenwert.

 

Die positive Entwicklung im vergangenen Jahr kann die tiefen Risse in den privaten Vermögensbilanzen im Euroraum jedoch nicht überdecken. Die Vermögensschere geht immer weiter auf. Das durchschnittliche Netto-Geldvermögen in Griechenland liegt inzwischen bei nur noch 28% des Euroraum-Durchschnitts; vor der Krise lag dieser Wert noch deutlich über 50%. In Spanien ist er von 61% auf 44% im vergangenen Jahr gefallen. „Die wachsenden Vermögensunterschiede im Euroraum sind ein Resultat der Krise“, sagte Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz. „Geht diese Schere zwischen Nord und Süd weiter auf, kann dies den Zusammenhalt in Europa untergraben. Die bisherigen Reformanstrengungen beginnen in diesem Jahr erste Früchte zu tragen. Weitere konsequente Integrationsschritte sind erforderlich, um allen Europäern wieder eine klare Perspektive für Wachstum und Wohlstand zu geben.“

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