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Selbstfahrende Autos: Wohin geht die Reise?

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Ausgeklügelte Fahrzeugtechnologie macht Autos smarter und es dürfte nicht mehr lange dauern, bis vernetzte und sich vollständig autonom bewegende Fahrzeuge unseren Straßenverkehr bestimmen. Was heißt das für das Versicherungsgeschäft?

 

Allianz SE
München, 20.01.2017

Im Jahr 2030 werden selbstfahrende und vernetzte Autos auf unseren Straßen keine Besonderheit mehr sein. Der Weg dahin ist nicht mehr weit – schon heute erledigen die Fahrzeuge Teilbereiche der Steuerung selbst und von Jahr zu Jahr werden diese Fähigkeiten weiter verfeinert. Konsequenzen hat diese Entwicklung nicht nur für die Straßensicherheit, sondern auch für die Versicherung von Kraftfahrzeugen.
Christoph Lauterwasser, Leiter des Allianz Zentrums für Technik (AZT), erklärt, wie autonome und vernetzte Autos die Versicherungslandschaft verändern werden...

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Christoph Lauterwasser, Leiter des Allianz Zentrums für Technik (AZT), beschäftigt sich mit Unfallforschung

90 Prozent aller Straßenunfälle gehen auf menschliches Versagen zurück. Glauben Sie, dass der Einsatz autonomer Fahrzeuge die Zahl der Zusammenstöße verringern wird?
Christoph Lauterwasser: Ja. Die zunehmende Automatisierung sorgt für intelligentere Fahrzeuge, weil sie Sensoren haben, die stets in Betrieb sind, auch wenn das Fahrzeug manuell gelenkt wird. Solche Pkw können die Unfallzahlen senken. Der technische Fortschritt wird die Straßensicherheit in der Zukunft wirklich deutlich erhöhen. Wir können davon ausgehen, dass spätestens 2030 Fahrzeuge in Serie produziert werden, die sich vollkommen autonom bewegen. Und auch schon vorher werden wir voraussichtlich einen Rückgang der Verkehrsunfälle und der Zahl der Verkehrstoten beobachten , weil immer mehr Neuwagen mit Fahrerassistenzsystemen, sogenannnten Advanced Driver Assistance Systems, ausgestattet werden. Ab 2020 werden die Hersteller schrittweise hoch automatisierte Funktionen integrieren.

Heißt die mögliche Senkung der Unfallzahlen auch, dass bei der Allianz weniger Kfz-Schadenmeldungen eingehen und die Versicherungsbeiträge entsprechend sinken werden?
Christoph Lauterwasser: Wir rechnen in der Tat damit, dass sowohl die Unfallhäufigkeit als auch die Zahl der Schadenfälle zurückgehen werden, allerdings erst auf sehr lange Sicht. Derzeit stellen wir jedenfalls noch keinen Rückgang der Schadenfälle fest. Was wir hingegen sehen, ist ein Anstieg der durchschnittlichen Schadenhöhe, da immer mehr Autos mit Sensoren, Kameras und anderen teuren Technologien ausgestattet werden, die die Reparaturkosten nach einem Unfall in die Höhe treiben. Bitte berücksichtigen Sie außerdem, dass es um Pkw geht und nicht um Handys: Autobesitzer leisten sich nicht unbedingt jedes zweite Jahr einen neuen Wagen. Viele ältere Modelle mit einfacheren Assistenzsystemen und einem geringen Automatisierungsgrad dürften noch einige Zeit auf unseren Straßen zu sehen sein. Zudem wirkt sich der Fortschritt durch Automatisierung auf bestimmte Schäden nicht aus, etwa auf Glasbruch, Hagelschäden oder Diebstahl.


Welche Formen der Automatisierung gibt es heute schon? Und wie sieht der nächste Entwicklungsschritt aus?
Christoph Lauterwasser: Bei manchen Modellen der Oberklasse funktioniert das Einparken schon jetzt vollautomatisch. Besonders spannend sind derzeit die Tests der Fahrzeughersteller für das autonome Fahren auf den Autobahnen. Ich konnte selbst die Erfahrung machen, dass das gut funktioniert, auch bei dichtem Verkehr. In ein bis zwei Jahren dürften die ersten Pkw in Serie gehen, die das autonome Fahren auf solchen Strecken ermöglichen. In den Städten allerdings liegen die Dinge ganz anders, weil der Stadtverkehr sehr komplex ist. Hier könnte die Umsetzung bis 2025 erfolgen.

Wo liegen die Nachteile der hochgradig vernetzten Pkw?
Christoph Lauterwasser: Weniger ein Nachteil als vielmehr ein Risiko ergibt sich im Bereich der Cybersicherheit. Höchste Priorität genießt der Schutz vernetzter Autos gegen Angriffe von Hackern, insbesondere wenn sich der Wagen bewegt. Das AZT arbeitet aktuell mit der Universität Regensburg zusammen, um Cyberrisiken für Fahrzeuge und Telematikgeräte zu analysieren und auszutesten.

Viele glauben, dass Telematik die Funktionsweise von Versicherungen revolutioniert. Sehen Sie das auch so?
Christoph Lauterwasser: Zweifellos handelt es sich hier um einen ganz zentralen Trend. Telematische Lösungen für Fahrzeuge prüfen wir beim AZT schon seit 2006. Der Unterschied dieses Ansatzes zu traditionellen Versicherungen liegt darin, dass er individuell angepasste Prämien ermöglicht, die auf dem Prinzip "Pay How You Drive" basieren – der Beitrag richtet sich also nach dem Fahrverhalten. Wer besonders sicher, vornehmlich bei Tageslicht und in Gegenden mit geringer Unfallhäufigkeit fährt, kann sich auch über geringere Versicherungsbeiträge freuen. Über Telematik haben wir zudem die Möglichkeit, mit unseren Kunden deutlich stärker zu interagieren. So können wir ihr Bewusstsein für die Dienstleistungen der Allianz stärken. Das ist eine gute Sache.

Wie sieht die Rolle aus, die Versicherer in einer Welt der Automatisierung und der vernetzten Autos übernehmen können? Und welche Rolle kommt dabei dem AZT zu?
Christoph Lauterwasser: Versicherungsprodukte müssen sich an die Entwicklungen in der Fahrzeugtechnik anpassen. Und unsere Forschungstätigkeit und Erfahrungen erlauben es uns, einen Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr und zur Unfallverhütung zu leisten. Die Allianz nimmt diese Rolle sehr ernst und genau aus diesem Grunde wurde ja damals im Jahre 1971 das AZT aus der Taufe gehoben. Seitdem sind unsere Forschungsbemühungen vor allem auf neue Technologien im Bereich Automotive gerichtet, wobei wir mit Autoherstellern und Zulieferern eng zusammenarbeiten. Zum Beispiel hat das AZT in den Achtzigern Crashtests durchgeführt, um die Durchsetzung der Gurtpflicht zu unterstützen. Insgesamt haben beim AZT seit seiner Gründung Tausende von Crashtests stattgefunden. Außerdem verfügen wir über eine Karosseriewerkstatt, um die Autos nach dem Test wieder reparieren zu können. In den letzten Jahren haben wir nicht nur das Crashverhalten von Autos untersucht, sondern auch die Leistungsfähigkeit von Assistenzsystemen oder Telematikgeräten. Gleichzeitig analysieren wir die eigenen Daten, die sich aus den Kraftschadenfällen der Allianz ergeben. Zu diesen Themen führt mein Team auch Schulungen für Mitarbeiter der Allianz in aller Welt durch und wir tauschen uns auf Konferenzen mit Experten aus ganz verschiedenen Organisationen und Regulierungsbehörden aus. Auf diese Weise leisten wir auch einen Beitrag zur Anpassung des rechtlichen Rahmens zugunsten einer erfolgreichen Integration neuer Technologien auf dem Weg zur Marktreife.

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Bettina Sattler
Allianz SE
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