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LAWS AND SUITS: neue Risiken für den CEO von heute

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Strengere Regelungen, neue Technologien, steigender Aktionismus von Aktionären, Regulierungsbehörden und Kunden – heutzutage gibt es viele Dinge, die Geschäftsleitern das Leben schwerer machen.
 

Allianz SE
München, 28.11.2016

Seien es langwierige Rechtsstreitigkeiten, Strafverfolgungsmaßnahmen oder Zivilverfahren, die wachsende Anzahl an Risiken, denen Geschäftsführer heute begegnen müssen, könnte die Vermögenswerte von Unternehmen sowie ihre eigenen in Gefahr bringen, warnt der Bericht Director & Officer Insurance Insights, der am 28. November 2016 von der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) veröffentlicht wurde.

Ein falscher Schritt und die Karriere könnte den Bach hinuntergehen, das Budget strapaziert werden und im schlimmsten Fall eine Gefängnisstrafe drohen.

"Mit jedem Jahr wächst der Haftungsumfang von Führungskräften, begünstigt durch ein sich ständig änderndes rechtliches und regulatorisches Umfeld", sagt Paul Schiavone, Regional Head Financial Lines North America bei der AGCS. "Es werden Richtlinien verabschiedet, die Manager in die Verantwortung nehmen und deren Haftung erweitern." Mit der Globalisierung werden die Haftpflichtrisiken für die Geschäftsleitung zudem komplexer und verworrener.

Verstöße im Web und technische Störungen, ein erhöhter Aufwand bei Vertragsabschlüssen sowie ökologische und ethische Aspekte in der Lieferkette entwickeln sich in rasantem Tempo zu den größten Risikoquellen für CEOs und Geschäftsführer.

VOR- UND NACHTEILE DES INTERNETS

Das Internet hat unser Leben leichter, aber auch risikoreicher gemacht. Cybersicherheit ist für jeden – vom einfachen Mann auf der Straße bis hin zum Topmanager – ein Angstfaktor. Und das aus gutem Grund. Denn wie das Allianz Risk Barometer 2016 zeigt, gehört die Cybersicherheit zu den drei größten Risiken für Unternehmen, die die Finanzen, den Betrieb und den Ruf von Unternehmen bedrohen.

Angriffe über das Internet werden immer ausgeklügelter, dessen sind sich Unternehmen bewusst. Was sie jedoch häufig unterschätzen, sind die Kosten eines technischen Ausfalls, menschlichen Versagens oder selbst Handlungen eines abtrünnigen Mitarbeiters. Mit immer strengeren Datenschutzgesetzen könnten sich Lücken in Sachen Compliance als kostspielig erweisen.

"Datenschutz im Internet ist das größte neue Risiko für Geschäftsführung und Vorstand. Die Gefahren dieses Risikos werden jedoch nicht immer ernst genommen", meint Schiavone von der AGCS.

Grobe Verstöße in Netzwerken wirken sich so gut wie immer negativ auf den Aktienwert eines Unternehmens aus. Der Ärger der Anleger aufgrund eingefahrener Verluste könnte sich dann auf die Geschäftsleitung richten. "Es lassen sich unter Umständen hohe Schadenersatzsummen von Geschäftsführern einfordern, wenn bei Datenschutzverstößen Fahrlässigkeit oder mangelnde Kontrolle nachgewiesen werden kann", sagt Emy Donavan, Regional Head of Cyber Liability North America bei der AGCS. Beispiele für einen solchen Fall, in denen ein Geschäftsführer der Fahrlässigkeit bezichtigt werden könnte, sind Betrügereien im Zahlungsverkehr oder Situationen, in denen ein anfälliges Netzwerk geschwächt wird, was wiederum zu Störungen des Geschäftsbetriebs, Objektschaden oder zum Verlust geistigen Eigentums führt.

Frankreich und Italien haben bereits Schritte unternommen, um Geschäftsführer in Haftung zu nehmen, wenn diese keine Anstrengungen unternehmen, um Datenschutzverletzungen zu verhindern.

Es ist bereits vorgesehen, eine umfassende Strategie für den Kampf gegen Cyberrisiken auf die To-do-Listen von Unternehmensvorständen zu setzen, da Datenschutz und Netzwerksicherheit zunehmend als Teil des Aufgabenbereichs von Vorständen gesehen werden. Zukünftig könnte es für Geschäftsführer schwieriger werden, einer Haftpflicht zu entgehen, wenn das Unternehmen ernste Verluste macht. Angesichts der Tatsache, dass Unternehmensprozesse und -vorgänge immer mehr von Technologie bestimmt werden, darf diese Bedrohung nicht ignoriert werden.

 

RISIKEN BEI GESCHÄFTSABSCHLÜSSEN

2015 war für den Markt für Fusionen und Übernahmen weltweit ein gutes Jahr. Es deutet sich an, dass auch 2016 und 2017 beeindruckende Zahlen bezüglich solcher Deals hervorbringen werden. Fusionen und Übernahmen bedeuten für Unternehmen, sowohl für Käufer- als auch für Zielunternehmen und deren Leiter, jedoch stressige Zeiten. Letztere werden in der Regel genauestens auf Fehlverhalten durch Vorstände in der Vergangenheit untersucht. "Fusionen und Übernahmen, aber auch Veräußerungen, gehören in der Geschichte eines Unternehmens zu den risikoreicheren Momenten", meint Bernard Poncin, Global Head of Financial Lines bei der AGCS. "Die Erwartungen sind immer hoch. Synergien lassen sich jedoch leichter planen als in die Realität umsetzen." Da Käufer und Verkäufer oft nicht all ihre Karten offen auf den Tisch legen, kommt es nach Geschäftsabschluss häufig zu Streitigkeiten. In solchen Fällen bietet eine M&A-Haftpflichtversicherung finanziellen Schutz für das Unternehmen und die Aktionäre. Zwischen 2011 und 2015 hat sich die Anzahl solcher Haftpflichtversicherungsverträge mehr als verdoppelt. Dies macht deutlich, dass die Risiken bei Geschäftsabschlüssen zunehmen.

 

GRÜN, SAUBER UND SOZIAL

Sie denken, Umweltverschmutzung in Peking oder Delhi und moderne Sklaverei in Ländern der Dritten Welt haben keine Auswirkungen auf Sie als Geschäftsführer? Dann denken Sie noch einmal genauer darüber nach.

Vorbei sind die Tage, als die Qualität eines Produkts oder einer Dienstleistung schon ausreichten, um Anleger und Kunden zufriedenzustellen. Das Lieferkettenmanagement steht mehr denn je auf dem Prüfstand. Von moderner Sklaverei bis hin zu Umweltverschmutzung und Klimawandel – es gibt viele Aspekte, die nichts mit dem Geschäft an sich zu tun haben, die aber ein Unternehmen ins Rampenlicht rücken, und das nicht immer im positiven Sinne. Als Konsequenz könnte es zu Reputationsschäden, Aktionärs Aktivismus, einem öffentlichen Aufschrei und selbst einer Untersuchung durch Regierungsbehörden kommen.

Da allen Aktionären die soziale Verantwortung eines Unternehmens immer wichtiger wird, könnten Unternehmen und ihre Leiter zur Zielscheibe werden, wenn sie den Anlegern Umweltdaten oder -risiken nicht offenlegen. Zukünftig sind Schadenersatzansprüche im Zusammenhang mit solchen Nicht-Offenlegungen nicht mehr auszuschließen. Sollte ein Unternehmen unzulängliche oder irreführende Informationen bereitstellen, könnte auch seine Leitung von Klagen betroffen sein. Dabei sind Verstöße gegen gesetzliche oder treuhänderische Pflichten oder Schadenersatz für gesunkenen Unternehmenswert nur einige der möglichen Gründe.

Aus ethischen Gründen stellen moderne Sklaverei, einschließlich Zwangs- und Pflichtarbeit, für die Lieferketten großer Unternehmen ein Risiko dar. Der Modern Slavery Act 2015 der Briten verlangt beispielsweise von gewerblichen Organisationen mit einem weltweiten Umsatz von über 36 Millionen Pfund, von denen ein Teil außerhalb Großbritanniens erwirtschaftet wird, eine jährliche Erklärung vorzulegen, in der bestätigt wird, dass moderne Sklaverei in ihrem Geschäftsbetrieb und ihren Lieferketten nicht stattfindet. Ein Geschäftsführer muss diese Erklärung unterzeichnen. Rechtliche Sanktionen für die Nichteinhaltung sind derzeit zwar nur beschränkt möglich. Reputationsschäden und öffentliche Bloßstellung könnten allerdings die Folge sein.

  Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:

 

  Kontakt für Presse

Bettina Sattler
Allianz SE
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